175 Jahre Kripper Schützen

 ein geschichtlicher Überblick von Willy Weis und Hildegard Funk

Wir haben seit Jahren ein altes handbemaltes dünnes Baumwolltuch in den Maßen 79 x 95 cm in Verwahrung, das als Schützenfahne gedient haben könnte. Unter einem vorgezeichneten, jedoch nicht ausgemalten Spruch „Gott hilft weiter“ ist der Namen des Malers „Adolf Breuer“ dieser Fahne kaum lesbar. Mehrere Geburtsjahrgänge eines Adolf Breuer konnten wir anhand des Remagener Kirchenbuches in Kripp während einer Zeitspanne zwischen 1816,1854,1857,1860 ermitteln. Es ist davon auszugehen, dass die Fahne vermutlich in den Zeiten des Kulturkampfes geschaffen wurde.

Von großer Bedeutung jedoch ist die Feststellung des Spruches „Hoch lebe die Kripper Jugend“. Daraus ist zu ersehen, dass sich schon zu damaligen Zeiten die Kripper Schützen der Jugendpflege angenommen haben könnten. Des weiteren ist zu ersehen, dass die ersten Schießübungen der Gesellschaft wegen der politisch unruhigen Zeiten nicht mittels Pulver und Blei, sonderen wie woanders ebenfalls damals üblich, mit einer Armbrust vorgenommen wurden. Schon in den Annalen wird das Vogelschießen auf 7 m hohen Stangen im Ahrmündungsgebiet angedeutet, wie hier auf der Fahne bildlich dokumentiert ist. Die gemalte Aussage „langs vorbei“ steht für Zielfehler oder anders ausgedrückt für „daneben geschossen!“

Diese alte Fahne ist ein ganz besonderes „Kleinod“ der Schützengesellschaft. Wir finden den heutigen Zeitpunkt am Patronatsfest (2013)  für den richtigen Zeitpunkt, dieses kleine Kulturgut den Kripper Schützenbrüder zu übergeben. Nun stellt sich von den Schützen die berechtigte Frage, wie dieses Relikt aus ehemaligen Schützenzeiten in unsere Hände gelangte? Nach dem Jahrhunderthochwasser 1993 übergab uns euer ehemaliger Schützenbruder Josef Marx vertrauensvoll dieses wertvolle Kulturgut mit der Maßgabe, dieses nach seinem Tode der Schützengesellschaft zu übergeben. Ihm lag am Herzen, dass dieses „Fähnchen“, wie er sich ausdrückte, wegen der örtlichen Tieflage nicht vom Hochwasser bei ihm oder auf dem Schützenplatz vernichtet würde. Er war der Meinung, dass es bei uns vorerst gut aufgehoben wäre. Mittlerweile sind fast 20 Jahre ins Land gegangen. Wir haben dieses alte „Schätzchen“ wie einen Augapfel gehütet, davon über 10 Jahre in Spanien. Zwei Wochen vor seinem Tode haben wir ihm nochmals seine Fahne gezeigt und das gegebene Versprechen der Übergabe bekräftigt. Josef mahnte nochmals an, seine Schützenbrüder auf den Wert der Fahne als ältestes Vereinsrelikt hinzuweisen und dementsprechend diesem „Schätzchen“ nach einer konservatorischen Behandlung einen würdigen Platz im Vereinshaus zu geben.
Nach der Fahnenübergabe beim letzten Patronatsfest 2013 konnte nun ein Jahr danach dieses alte "Schätzchen" konserviert und hinter Glas gerahmt von den Heimatforschern Willy Weis und Hildegard Funk den Schützen übergeben werden. Vor der Restaurierung dieser Fahne war den engagierten Helfern eine Kontaktaufnahme durch den Ortsvorsteher H:P.Hammer beim ARP- Museum in Rolandseck voraus gegangen, wo man hilfreiche Unterstützung durch eine fachlichen Beratung erhielt. Der Kosten wegen stellte sich nun die Frage auf lediglichen Erhalt oder mit Präsentation. Man entschied sich zur Präsentation, die nicht unerhebliche Kosten verursachte.

Ohne wenn und aber setzten sich die Überbringer der Fahne für den Erhalt des Kulturgutes ein und engagierten sich für diese beschlossene Zielsetzung. Zur Realisierung konnten von ihnen Sponsoren gefunden werden, damit man das geplante Vorhaben in die Tat umsetzen konnte. Pünktlich zum alljährlichen Patronatsfest der Schützengesellschaft konnten die beiden das kulturelle "Schätzchen" der Schützengesellschaft übergeben, damit es nun einen würdigen Platz in den Hallen der Kripper St. Sebastianusbrüder finden soll. Den Sponsoren, wie Kreissparkasse Ahrweiler, Volksbank RheinAhrEifel eG., sowie einem privaten Paar, die die Erhaltung des kulutrellen Vereinsgutes ermöglich haben, sagen die Schützengesellschaft hiermit einen recht herzlichen Dank. 

                                                                  St. Sebastianus Schützenverein e.V. 1837
Einmal im Jahr anlässlich des Königsschiessen drücken die Kripper Schützen ein Auge zu, damit sie besser zielen können.

                                             
                                                          Reglement der Schützen Gesellschaft zu Kripp

§ 1 Die Schützen Gesellschaft ist gestiftet durch die am 22 ten Mai Jahres 1835 zusammen getretenen Bürger.

§ 2 Jeder Bürger kann in dieselbe aufgenommen werden. Ausgenommen davon sind die, welche eines Feld- oder Wald-frevels überwiesen worden sind, oder sich einer entehrenden Handlung schuldig gemacht haben.

§ 3 Der Zweck der Gesellschaft ist Liebe, Eintracht, Aufrechterhaltung der Moralität und der Genuß geselliger Vergnügen.

§ 4 Wer einmal wegen einer entehrenden Handlung aus der Gesellschaft verwiesen wird, kann nie wieder in dieselbe aufgenommen werden.

§ 5 Wenn einer aus der Gesellschaft hiesigen Wohnort verläßt und wieder in dieselbe zurückkehrt, so soll er wieder in die Gesellschaft aufgenommen werden, unter der Bedingung jedoch, daß er sich über sein gutes Verhalten während seiner Abwesenheit ausweisen muß.

§ 6 Auch unverheirathete junge Leute, welche das 25 te Lebensjahr zurückgelegt haben, können in die Gesellschaft aufgenommen werden.

§ 7 Die Namen der zur Gesellschaft gehörenden Mitglieder sollen in ein Buch eingeschrieben und wenn einer austritt, oder wegen schlechten Betragen ausgestoßen wird, die Ursache davon mit rother Tinte kurz dabei bemerkt werden.

§ 8 Die Kosten welche der Gesellschaft erwachsen, verpflichten sich die Mitglieder gleichmäßig beizutragen.

§ 9 Diejenigen, welche sich erst nach Ablauf des Jahres 1837 zum Beitritt melden sollen, sollen ein für allemal eine Einschreibungs-Gebühr von zwei Thalern 7 ½ Sgr. bezahlen. Söhne der bereits sich in der Gesellschaft sich befindenden Familien-Väter zahlen jedoch nur fünfzehn Sgr., welche Beiträge in die Gesellschafts-Kaße einfließen.

§ 10 Es soll ein Vorstand durch Stimmen Mehrheit gewählt werden, der aus 1 Hauptmann, 2 Offiziere, 1 Adjutant oder Geschäftsführer und 2 Beisitzern bestehen wird.

§ 11 Die Stelle eines Präfekten dem zeitlichen Herrn Bürgermeister zugehören und derselbe nach eingeholter Sanktion dieses Reglements um deren Übernahme gebeten werden, wozu er aber nicht verpflichtet ist.

§ 12 Die Dauer des oben genannten Vorstandes soll auf fünf Jahren beschränkt sein, nach deren Ablauf eine neue Wahl durch Stimmen- Mehrheit stattfinden soll.

§ 13 Das Gesellschafts Kassenwesen besorgt gleichzeitig der Adjutant und Geschäftsführer, der mit dem Schlusse jeden Jahres über Einnahme und Ausgabe eine Rechnung abzulegen hat. Einer der Offiziere erwidert solche vierteljährig.

§ 14 Alle Einnahmen und Ausgaben müssen in ein Buch eingetragen werden. Die Rechnungslage geschieht vor der versammelten Gesellschaft, wo jeder Posten abgelesen wird, wobei es jedem an der Richtigkeit zweifelnden Mitgliede un- benommen ist, seine Bemerkungen darüber zu machen, wo demnach der Vorstand solche mit den mit den erforderlichen Erläuterungen dem Präfekten zur näheren Prüfung und Entscheidung vorlegen wird. Zur Vermeidung von Weitläufigkeiten wird auf weiteren Rekurs verzichtet. Auch darf ohne schriftliche Anweisung des Hauptmanes nichts bezahlt werden.

§ 15 Um die Angelegenheiten der Schützen- Gesellschaft zu ordnen und solche zu handhaben, versammelt sich dieselbe jährlich viermal an den vom Vorstand zu bestimmenden Tagen. Wer dabei nicht erscheint und ohne Entschuldigung ausbleibt, verpflichtet sich stillschweigend zu einer Geldbuße von 5 Sgr. welche in die Kaße fließen. Die Einladung geschieht durch mündliche Bestellung.

§ 16 Bei diesen so wie bei allen Versammlungen dürfen weder unanständige Reden geführt, noch gegen die guten Sitten anstoßende Lieder gesungen werden, vielmehr verbindet sich jeder Schütze, sein Betragen in Allen so einzurichten, wie es einem treuen an König und Vaterland anhängigen Bürger wohl ansteht und gebührt und sollen und sollen diesem Zuwiderhandelnder zum Erstenmal mit einem Verweise, zum Zweitenmal mit einer Geldbuße von 15 Sgr. bestraft, zum 3 tenmal aber aus der Gesellschaft ausgestoßen werden.

§ 17 Alle Beschlüße des Vorstandes müssen dem Präfekten zur Visa vorgelegt werden.

§ 18 Da schon mehrere Jahre hindurch ein Vogelschießen unter de Mitgliedern stattgefunden, auch fernerhin statthaben soll, so soll jedesmal hiervon vorher der Polizeibehörde , wie bisher geschehen ist, die Anzeige gemacht und um die Erlaubnis hiezu nachgesucht werden.Ebenso muß, wenn ein Aufzug Seitens der Gesellschaft Statt finden soll, hiezu die polizeiliche Erlaubniß jedesmal eingeholt werden.

§ 19 Da die Gesellschaft bis jetzt noch nicht im Besitze einer Fahne ist, doch aber im Begriffe steht, eine solche aus der gemeinschaftlichen Kaße anzuschaffen, so ist dieselbe darüber einstimmig, daß diese Fahne mit dem Stadtwapen von Remagen versehen werden soll, in so fern dieses von der betreffenden Behörde bewilligt wird, und zwar auf den Grund, da wir zur Stadtgemeinde gehören und noch keine Fahne vorhanden ist, welche dieses Wappen führt.

§ 20 Diese Fahne soll an den Tagen, wo ein Vogeloder Scheibenschießen oder sonstiger Aufzug Statt hat, mitgetragen und an dem Hause, wo sich die Schützengesellschaft versammelt, ausgehängt werden.

§ 21 Der Fahnenträger soll auf fünf Jahre ernannt werden. Nach Ablauf dieser Zeit soll von dem Vorstande darüber anders beschlossen werden.

§ 22 Der Fahnenträger verpflichtet sich die Fahne unbeschädigt zu erhalten und soll dieselbe im Laufe des Jahres, wenn sie nicht gebraucht wird, an einem sichern Orte, der vom Vorstand bestimmt wird, aufbewahrt werden.

§ 23 Wenn einer aus der Schützengesellschaft mit Tode abgeht, dann soll dessen Leiche bei der Bestattung zur Erde von der ganzen Mannschaft begleitet werden. Dies soll auch bei dem Begräbniß deren Frauen geschehen. Gehört der Verstorbene zum Vorstande, dann soll die Fahne mit einem schwarzen Flor behangen und während dem Todtenamt in der Kirche aufgestellt werden. Gleiche Ehre bleibt den Frauen der Vorstandts Glieder zugedacht. Wer ohne Entschuldigung nicht beiwohnt, verfällt in eine Geldbuße von fünfzehn Sgroschen.

§ 24 Jedes Gesellschafts-Mitglied muß durch Handschlag die Aufrechterhaltung und Beobachtung dieses Reglements versprechen, welches er einem damit beauftragten Mitgliede des Vorstandes in Gegenwart des Präfekten abzugeben hat. Die desfallsigen Begräbniskosten trägt die Gesellschafts Kaße.

§ 25 Sollte die Gesellschaft sich später bei Aufzügen etz. einheitig kleiden oder uniformieren wollen, so soll die Erlaubniß hiezu vorläufig nachgesucht werden.

§ 26
Sobald die von Königlich Hochlöblich Landräthlicher Behörde erbetene Sanktion dieses Reglements erfolgt sein wird, soll dasselbe auf Kosten der Schützengesellschafts-Kasse gedruckt und jedem Mitgliede ein Exemplar davon eingehändigt werden.

Kripp im Monat Mai 1837, Die Schützengesellschaft. Genehmigt Für Dieselbe. Coblenz den 1 ten September 1837
Der Geschäftsführer.Königliche Regierung Abtheilung des Innern
gez. Roos, gez. Heuberger
Abschrift der im Landeshauptarchiv Koblenz unter 635/ 463 archivierten Gründungsstatuten der Schützen- Gesellschaft unter Beibehaltung der Orthographie.

Grußwort der Verfasser der Festchronik Willy Weis & Hildegard Funk

Liebe Kripper,
jeder Ort erhält sein Profil durch die Menschen, die darin leben. In einer Zeit ländlicher Armut und Einsamkeit gestaltete sich das kulturelle und gesellschaftliche Untereinander durch die Mitgliedschaft in einem Verein abwechslungsreicher. Das 175jährige Jubiläum, zu dem wir der St. Sebastianus Schützengesellschaft Kripp e.V. 1837 recht herzlich gratulieren, zeigt, dass es hier schon vor 175 Jahren Menschen gab, die sich recht engagiert für das gesellige Gemeinwohl einsetzten.
Der Verein stellte bei der Gründung als gesellschaftlicher Treffpunkt der einfachen Landbevölkerung zu damaliger Zeit ein Garant für Kameradschaft und Geselligkeit dar, um, wenn auch nur stundenweise, die plagenden Alltagssorgen zu vergessen.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass im Laufe der Vereinsjahre so manche Krise, wie Weltkriege und auch Höhen und Tiefen in den Vereinen durchgemacht wurden. Aber durch ehrenhaften und uneigennützigen Einsatz des Vorstandes und der Mitglieder wurde der Verein 175 Jahre auf Kurs gehalten.
In der heutigen Zeit, wo aufgrund überreichen Medienangebote hohe Anforderungen an den Verein gestellt werden, ist es besonders wichtig und zum Überleben der Schützengesellschaft notwendig, dass Mitglieder und Freunde der Schützen uneigennützig und ehrenhalber Verantwortung übernehmen, damit man Kripp weiterhin attraktiv und lebenswert gestaltet.

Wir wünschen der Jubiläumsveranstaltung einen erfolgreichen Verlauf und für die Zukunft eine glückliche und erfolgreiche Entwicklung, den Gästen am Jubiläumstage frohe und unvergessliche Stunden in Kripp und hoffen, dass dieses besondere Jubiläum die Vereinsmitglieder auf gelebte schöne Stunden und ereignisreiche Jahre zurück blicken lässt.


                   St. Sebastianus Schützengesellschaft Kripp e.V.1837 Namensverzeichnis der aktiven Mitglieder 1969


(obere Reihe von links nach rechts) Peter Wolf – Johann Krupp – Albert Schlief – Herbert Syberz
(mittlere Reihe von links nach rechts) Karl Boes - Toni Mertens - Peter Arenz - Hans Assenmacher - Hans Friedr. Ueberbach - Kaplan Heinz Robert Göbel - Protektor Hans Werner Woltersdorf - Brudermeister Alfons Schmitz - Josef Marx – Hans Luchs – Wilfried Neuss – Horst Fuchs – Max Breuer – Toni Parsch
(untere Reihe sitzend von links nach rechts) Johann Iven – Karl Hecker – Peter Breuer – Ignaz Lohmer

Die St. Sebastianus Schützengesellschaft Kripp blickt in diesem Jahr auf ihr 175-jähriges Bestehen zurück und ist somit nachweislich der älteste Verein des Ortes, dessen Gründung in den Anfängen einer sehr bewegten Zeit politischen und liberalen Geistesströmungen nach der erfolgten Niederlage Napoleons unter königlich preußischer Regentschaft fiel.
Grund genug, einmal intensiv über 175 Jahre Vereinsgeschichte zu berichten. Hierzu wurden eigens die alten Protokoll- und Kassenbücher der Schützengesellschaft, sowie die unter dem Signum LHAKo 635/463 archivierten Unterlagen des Landeshauptarchiv Koblenz und die Unterlagen im Vereinsregister Nr. 10370 des AG Koblenz herangezogen, aus der sich einige recht aufschlussreiche Hinweise ergeben.
Als Traditionsverein soll dieser nach mündlichen Überlieferungen der Altvorderen schon zu früheren Zeiten erheblich zum kulturellen und geselligen Kripper Ortsleben wie bei Prozessionen, Dorffesten, Umzügen, Schieß-oder Schützenfesten beigetragen und sich aus einer hier ehemals existierenden Sebastianus-Bruderschaft rekrutiert haben. Dafür spricht auch durchaus glaubhaft die tatkräftige Energie der damaligen erzkatholischen Bevölkerung, wie sie nach der 65-jährigen Vakanz, von der Einsegnung der Kapelle 1772 bis zur Vereinsgründung der Schützen ab 1837, in deren Vereinsannalen manifestiert sind. Auch wenn es derzeit noch keine Erkenntnisse über die Existenz einer solchen Bruderschaft in Kripp gibt, so sprechen schon vor der offiziellen Schützenvereinsgründung die Eintragungen im Kirchenmanual ab 1836 dafür, dass für das alljährliche Kripper Kirchweihfest Pulver für das Böllern besorgt wurde.

Auszüge aus dem kirchlichen Manual ab 1834 (1830-72)

21.05.1836 1 Thlr, 23 Sgr. für Pulver zum Schießen
06.06.1838 2 Sgr. für einen Kolben zum Schießen
20.05.1838 1 Thlr, 26 Sgr. für 7 Pfd. Pulver
20.05.1838 7 Sgr, 6 Gro, für zu Schießen und Holzbedarf
16.05.1841 1 Thlr, 26 Sgr. für Pulver
16.05.1841 7 Sgr., 6 Gro., für zu Schießen und Holz
29.05.1842 5 Sgr, für Schießen
19.05.1844 8 Sgr. an Süllenbach für Schießen bezahlt
1845 „ „
1846 „ „
11.04.1869 1 Thlr, an Peter Tempel für das Schießen am Piusfest
1870 5 Sgr, an Peter Tempel für eine Zündladung zum Schießen

Vereinsgründung
Die überwiegend ländliche Bevölkerung, die von früh bis spät, auch an Sonn- und Feiertagen, vollauf mit ihrem Erwerbsleben beschäftigt war, suchte in Zeiten aufkeimender Liberalisierungsbestrebungen Anfang des 19. Jahrhundert nach Möglichkeiten, dem natürlichen Verlangen nach Geselligkeit Rechnung zu tragen. Aus diesem Anlass trafen sich der Vereinschronik zufolge am 22. Mai 1835 erstmals siebenundzwanzig Bürger, also fast ¹/10 der damals annähernd 300 Seelen zählenden Gemeinde Kripp, um unter dem Vorsitz des damaligen Remagener Bürgermeisters Anton Aloys Queckenberg (von 1820-1846), der neben seinem Bürgermeisterdienst noch das Amt eines Notars in Remagen (von 1808-1850) innehatte, in zweijähriger Arbeit ein Reglement für eine Vereinsgründung der „Schützengesellschaft Kripp“ zu erarbeiten. Dieser von Notar Queckenberg mit 26 Paragraphen beglaubigte Statutentext wurde im Mai 1837 von der Versammlung genehmigt und am 11.9.1837 von der „königlich-hochlöblichen Behörde, Abteilung des Innern, zu Coblenz“ antragsgemäß sanktioniert.
Der erste Vorstand des unter dem Namen „Krippener Schützengesellschaft“ gegründeten Vereins bestand aus dem damaligen Bürgermeister von Remagen Anton Aloys Queckenberg als Präfekt, dem Hauptmann Heinrich Hertgen sowie den Offizieren Josef Hertgen und Josef Kerren. Als Geschäftsführer wurde Johann Josef Roos, Beisitzer Christian Aufdermauer und Lambert Kirschbaum behördlich registriert.
Von den damaligen Krippener Veteranen Hilarius Breuer, Karl Kerren und Johann Tempel, die als zwangsrekrutierte Kombattanten auf den Schlachtfeldern Europas unter der Fahne Napoleons gedient, sowie Johann Marx, Sebastian Rick, Paul Rick, Peter Hammer, Johann Betzing, die während den Befreiungsfeldzügen zwischen 1813-1815 gefochten hatten, traten nur einige als aktives Mitglied der Schützengesellschaft bei.

Namensverzeichnis der Gründungsmitglieder:
1) Queckenberg, Anton Aloys (Bürgermeister und Notar zu Remagen)
2) Hertgen, Heinrich, Hauptmann (Gastwirt, Bezirksvorsteher, *5.8.1801 +4.7.1875)
3) Hertgen, Joseph. Offizier (Gastwirt, *5.8.1801 +25.12.1871, von 1814-1816 Hauptmann der Gouvernementsmiliz, Kompanie Kripp)
4) Kerren, Carl Joseph, Offizier (Ackerer, Schöffe, *2.4.1798 +18.8.1875)
5) Roos, Johann Joseph, Geschäfts- (Lehrer, Schreiber, *4.4.1800 + vor 6/1874 <31287>) und Rechnungsführer
6) Aufdermauer, Christian, Beisitzer
7) Kirschbaum, Lambert, Beisitzer ( Ackerer, * 12.6.1793, + 15.7.1856 <1831>)
8) Rick, Sebastian sen., Mitglied
9) Geilenkirchen, Peter „
10)Tempel, Peter Joseph „
11) Tempel, Heinrich „
12) Betzing, Johann sen. „
13) Hüll, Johann „
14) Jaeger, Heinrich „
15) Schiefer, Jacob „
16) Breuer, Hilarius jr. „
17) Breuer, Johann „
18) Breuer, Laurenz „
19) Breuer, Edmund jr. „
20) Betzing, Johann jr. „
21) Oellig, Wilhelm „
22) Delohr, Gottfried „
23) Lohmer, Heinrich „
24) Tempel, Anton „
25) Tempel, Gottfried „
26) Betzing, Gottfried „
27) Rick, Sebastian „

Gründungssatzung
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darf in Kripp schon vorher von einer illegalen Schützentätigkeit ausgegangen werden, wenn man die Wilderei, ugs. „et Ströppe“ mit einbezieht. Jedenfalls wurde vor 1834 bereits ein Schießen ohne Vereinszugehörigkeit, jedoch mit behördlicher Genehmigung auf „Vögel“ aus Pappe verzeichnet.
Die Zugehörigkeit zum Verein wurde in § 2 der Vereinssatzung geregelt, nach dem ein jeder, ausgenommen Personen, die sich des Feld- und Waldfrevels in entehrender Weise schuldig gemacht hatten, Mitglied werden konnten. Durch diese Bestimmung wurde dem ethischen und moralischen Aspekt in dieser Gesellschaft Vorrang eingeräumt.
Der Vereinszweck wurde in § 3 festgelegt. Neben dem sportlichen Aspekt war der eigentlich erstrebenswerte Vereinszweck die gegenseitige, klassenlose Achtung untereinander zu fördern und den Bürgersinn anzuregen, um somit Liebe, Eintracht sowie Aufrechterhaltung der Moralität und den Genuss des geselligen Vergnügens zu pflegen.
Um das Ansehen des Vereins zu festigen und Ausschweifungen zu vermeiden, wurde in § 4 das Zeigen der „roten Karte“ geregelt. Einmal wegen einer entehrenden Handlung aus dem Verein verwiesen, konnte man nie wieder in diesem Aufnahme finden. Fürwahr, eine strenge aber damals wahrscheinlich notwendige Erziehungsmaßnahme. Hierdurch wurden Bedingungen für angenehme Umgangsformen gesetzt, die in § 16 präzisiert wurden.
Bei allen Versammlungen durften weder unanständige Reden geführt noch gegen die guten Sitten verstoßende Lieder gesungen werden. Vielmehr verpflichtete sich jeder Schütze, sein Betragen in allem so einzurichten, wie es einem treuen, an König und Vaterland anhängigen Bürger wohl gebühre. Bei einem erstmaligen Zuwiderhandeln erfolgte ein Verweis, beim zweiten Verstoß eine Geldbuße von 15 Groschen und bei der dritten Verfehlung drohte der Ausschluss aus der Gesellschaft.
Um keine Versammlung zu vergessen, wurde wie 1872, ein Mitglied damit beauftragt, die Schützenmitglieder im Ort durch Trommelschläge auf die in den nächsten 30 Minuten stattfindenden Versammlung aufmerksam zu machen. Als „Bestellgeld“ wurde dem Mitglied der Mitgliedsbeitrag erlassen. Unentschuldigtes „Nichterscheinen“ wurde mit einer Geldstrafe belegt.

Eintragung Vereinsregister



Seit 1909 bemühte sich der Verein um eine Eintragung in das Vereinsregister, was für den Fortbestand des Vereines von großer Notwendigkeit war. Notwendig hierfür aber war eine Neufassung der Vereinssatzung. Am 28. April 1910 beschloss die Versammlung den Antrag auf Eintragung mit teilweisen neuen, der Zeit angepassten Statuten in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Sinzig, deren Registrierung im Juni 1911 amtlich vollzogen wurde.

Ballotage
Anhand von Aufnahmeanträgen Auswärtiger Bürger muss die Kripper Schützengesellschaft schon damals in einen guten Ruf gestanden haben, wie man aus der Aufnahme durch „Ballotage“ mit voller Majorität des Remagener Bürgers Pantaleon Richartz am 22. Mai 1862 ersieht. Des weiteren fand am 1.10.1898 ein Andreas Minden aus Köln-Eigelstein ebenfalls durch Ballotage Aufnahme in die Gesellschaft, jedoch mit der Maßgabe, dass die Kripper Schützen entgegen den Statuten im Sterbefall keine Verpflichtung haben, am Begräbnis in Köln teilzunehmen, oder es müssten die Reisekosten und Spesen für die Mitglieder vorher vergütet werden.
1920 wurde noch das auswärtige Mitglied Johann Stähn aus Essen an der Ruhr in die hiesige Gesellschaft hinein „ballodiert“.
Die Ballotage ist eine bereits von den Druiden und Freimaurern althergebrachte Art der Geheimabstimmung durch verdeckte Abgabe von kleinen weißen („Ja“) oder schwarzen („Nein“) Papierkugeln (Ballaten), die in der Neuzeit bei den hiesigen Schützen durch die Stimmwahl mittels Handzeichen abgelöst wurde.

Schützenplätze
Bis zur Einrichtung eines fest eingerichteten Schießplatzes dürfte das Schießen der damaligen „Krippener Schützengesellschaft“ auf verschiedentlichen eigens für diese Veranstaltung hergerichteten Feldern an der Unterkripp im Ahrmündungsbereich stattgefunden haben. Dafür sprechen eine Vielzahl von Eintragungen über Pachtzahlungen an verschiedene Grundstückseigentümer und sonstige Hinweise über Vorbereitungskosten im Protokollbuch, wie unter anderem 1874: „Vogelstangen vom Eigentum des Jac. Beckmann auf das Eigentum von And. Dahm versetzt“ oder „Urbarmachung des Sax Gartens einem Heinrich Wahl 8 Mark gegeben“. Dabei schoss man auf Adler, Vogel, Sternenkranz etc., die am oberen Ende der 6-7 m hohen Vogelstangen befestigt waren. Wegen den hohen Vogelstangen und der damit verbundenen steilen Ziellage dürfte eine Deckung zu damaliger Zeit sicherheitstechnisch entbehrlich gewesen sein.

Dass die Kripper Schützen schon ab 1887 über einen festen Schützenplatz verfügten, ergibt sich unschwer aus alten Versammlungsprotokollen, in dem üppige Schützenfeste dokumentiert sind, wie u.a. die Ausschreibung der Schützengesellschaft an die Wirte zwecks Verpachtung der Wirtschaft vom 28. Mai 1887 anlässlich des 50-jährigen Jubelfestes mit folgenden Forderungen:
„Es soll ein Schützenzelt auf dem Schützenplatz errichtet werden, welches ca. 60 Fuß lang und 40 Fuß breit ist, Dasselbe muß von innen dem Feste passend geschmückt und ein gedeckter Tisch für den Präsidenten reserviert sein. Es sollen vorn den Fronten entlang wenigstens 40 Maibäume aufgestellt werden. Die Herren Unternehmer müssen für eine gute reine Flasche Wein aufkommen. Die Herren Unternehmer müssen während den Festtagen zwölf Mann gute Musiker stellen, welche der Gesellschaft angenehm sind und nur im Zelte nebst Festzüge und außerdem Sonnabend den Zapfenstreich spielen. Bei Nichterfüllung der Bedingungen war an die Gesellschaft eine Entschädigung von 50 Mark zu zahlen“.

Ein solcher Schützenplatz dürfte sich bis 1891 am Rheinufer etwas südlich vom heutigen Haus Rheinallee 65 befunden haben, wo ein Schützenplatz in unmittelbarer Nähe des Leinpfades in der preußischen topografischen Karte von 1895 kartografiert ist. (Lage: 620 m Unterstrom von der Straße „Auf der Schanze“ gelegen, Koordinaten: 50°34'15,8" N / 7°16' 06,4" O)
Man schoss vermutlich in Richtung Rhein und um einer Verletzungsgefahr verirrter Kugeln wegen fehlender Deckung vorzubeugen, nach oben auf höhere Vogelstangen in die Luft hinweg über den tiefer liegenden Leinpfad. Dafür sprechen die Eintragungen im Kassenbuch, dass gegen eine Vergütung von 1 Mark während den Schießveranstaltungen damalige Mitglieder ihren Dienst als Aufsichts- und Warnposten wahrzunehmen hatten, wie am 28. Mai 1887 die Mitglieder Thiel und Mertens, 1889 Christian Betzing und im Mai 1890 die Mitglieder Lützenkirchen und Hammer.
Auf Grund plötzlich auftretender Ungereimtheiten zwischen dem Verein und der Pächterin Wwe. Thelen ab 1886 wie Einzäunung, drastischer Pachterhöhung von 6 auf 12,48 Mark sowie Pachtvorauszahlungen auf zwei Jahre dürften vermutlich den Ausschlag dazu gegeben haben, sich um ein anderes Schützenplatzgelände zu bemühen. Die letzte Pachtzahlung für den „alten Schützenplatz“ erfolgte bis 1893.
Die Kripper Schützen nahmen 1890, obwohl sie die Pacht für den alten Platz entrichtet hatten, aus nicht mehr nachvollziehbaren Ursachen Abschied von ihrem alten Schützenplatz am Rhein, der Vereinsprotokollen zu Folge etliche Jahre als Schützendomizil gedient haben könnte. Noch während dieser Pachtzeit beschloss man am 5. April 1891, einen Schützenplatz am „Schwalberberg“ anzulegen. Dieser Platz wurde jedoch aus welchem Grund auch immer, bald wieder aufgegeben. Für 1892 pachtete man aus der Not heraus für 15 Mark den vorhandenen Schützenplatz der Hubertus-Schützen in Sinzig als kurzfristige Ausweichmöglichkeit.

Schützenplatzgelände Sandweg
Noch im gleichen Jahr sind rege Aktivitäten an Hand des Protokollbuches wie Baumpflanzungen, Ziegelstein- und Holztransporte, Kauf von Grassamen sowie Lohn an das Mitglied J. Thelen für das Streichen der Aborttüren etc. ersichtlich. Der neue 1895 eingefriedete Schützenplatz dürfte schon 1894 betriebsbereit gewesen sein, denn ab dieser Zeit feierte man auf diesem Platz neben dem Patronatsfest, Schützenfest und Maikirmes nun auch noch des Kaisers Geburtstag, der alljährlich am 27. Januar zu Ehren des Geburtstages „Seiner Majestät des allergnädigsten Kaiser und Königs“ durch die Schützengesellschaft mit einem Kommers und gemeinsam gesungenen Lieder sowie mit lobreichen Vorträgen auf den Regenten begangen wurde. Recht ausgelassen ging es dabei zu: „Es wurde in Würde geschmaust und gezecht!“ Letzter Kaisergeburtstag wurde von den Schützen 1913 bei Dörries im Rheingold-Hotel mit Musik und Böllerschüssen gefeiert. 1914, um seine Loyalität zum Regenten auszudrücken, entschied die Schützenversammlung ein Theaterstück am „Kaisers Geburtstag“ aufzuführen.

1893 beschloss die Gesellschaft den Kauf eines für Schützenplatzzwecken geeignet erscheinendes Grundstücks von Josef  Wahl am Sandweg. Man einigte sich auf einen Kaufpreis von 57 Mark pro Pinte mit Abschlagszahlungen von 50 Mark am 10.4.1893, 54,40 Mark zum 2.7.1893 und 62,40 Mark inklusive Zinsen zum 1.6.1894 sowie den Restbetrag von 50 Mark zum 21.7.1894 
Johann Wahl 16.Mai 1912


Eintragungen der Vereinsannalen zu Folge wurde das Schützenplatzgelände, nachdem man dieses wie 1886 mit Heusamen einsäte und Obstbäume pflanzte, durch jährlich neu ausgeschriebene Verpachtung der wirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Der Pächter erwarb mit dem Pachtvertrag das Recht des Grasschnittes und der Ernte an der Vielzahl der Obstbäumen. Er war verpflichtet, den Platz an den Tagen des Schießbetriebes ordnungsgemäß herzurichten und freizustellen.
Eine nochmalige Erweiterung erfolgte durch einen neben liegenden Grundstückskauf zwischen 1896-98 mit Abschlagszahlungen an Gottfried Schäfer in Höhe von 170 Mark nebst Zinsen sowie 15,40 Mark anfallende Notarkosten. Anno 1900 wurden dort mit Hilfe von 40 Pferdekarren Erde mehrere Schießbahnen von den Mitgliedern angelegt. Als Kugelfang diente vorerst die natürliche Böschung zum Batterieweg, der dennoch rein vorsorglich während des Schießbetriebes abgesperrt wurde.
Zur Aufnahme vieler Schützenvereine anlässlich des bevorstehenden 75-jährigen Jubiläums anno 1912 wurde der Vorschlag eines Angebots des Grafen Taveggi im Jahr 1911, einen Schützenplatz auf dem Gelände der Ringofenziegelei zu errichten, von der Versammlung der Kosten wegen abgelehnt und gleichzeitig zur nochmaligen Erweiterung des vorhandenen Schützenplatzes den Ankauf des neben liegenden Grundstückes von Wilhelm Palm für 83 Mark pro Pinte beschlossen. Mittels Abschlagszahlungen zwischen 1911-1913 mit insgesamt 300 Mark nebst Zinsen erfolgte der Ankauf des Grundstückes.
Das heutige Schützenplatzgelände wurde mit Beschlussfassung vom 30. Juli 1989 durch notariellen Ankauf der neben liegenden Parzellen von Maria Schwarz geb. Palm für 8.700 DM letztmalig mit 885 m² (Flur 35, Nr.110, 626m² und Nr.111, 259 m²) von 2.368 qm um 37,37 % auf jetzt 3.253 qm erweitert.



Vereinsveranstaltungen und Versammlungen der Schützen dürften wie früher in Nachbarorten üblich, jährlich reihum bei den hiesigen Gastwirten abgehalten worden sein. Dem Protokollbuch sind Eintragungen über einmalige jährliche Zuwendungen über 30 Mark von verschiedenen Gastwirten zu entnehmen, desgleichen feste Beträge für Übernahme der Bewirtungen zu den Festen auf dem Schießstand. Als Vereinslokal der Schützen diente nachweislich von 1897 bis 1927 das Lokal zur Traube, heutige Dorfschenke, unter dem Gastwirt Fritz Betzing, außer 1928 Fritz Groll als Pächter, ab 1930 Wwe. Betzing mit dem größten Saal des Ortes, dem bis zum Ende der Monarchie 1918 namentlichen Kaisersaal. Recht aufschlussreich dürfte eine Eintragung im Kassenbuch über „60 Pfennige an den Wirt für 1 Scheffel Kohlen“ für das Beheizen des Saales anlässlich der abgehaltenen Generalversammlung am 17.1.1888 sein, indem der Veranstalter zu damaliger Zeit selber für den heutigen selbstverständlichen Komfort zu sorgen hatte.

Pulver
Für das Böllern zu den Festen Kaisers Geburtstag, Kirmes, Schützenveranstaltungen, Prozessionen sowie bei Beerdigungen von Schützenmitgliedern wurden alljährlich erhebliche Mengen an Pulver und Zündpulver verbraucht. Allein für Kirmes über 15 Pfund. Eine jährliche Menge um 30 Pfund waren laut Kassenbucheinträgen ab 1850 in Kripp durchaus normal. Die Vereinskanoniere erhielten für das Böllern eine spezielle Vergütung von 3 Mark zuzüglich einer Flasche Wein. Selbst die Beerdigungen für Vereinsmitglieder erfolgten ab 1920 mit Böllerschüssen und Musikbegleitung. Die Böller dürften im Eigentum der Schützengesellschaft gestanden haben, denn bereits 1890 wurden Böller gegen eine Gebühr an die Gesellschaft vom Rhein geholt. Des weiteren ist 1897 eine Einnahme von 1,50 Mark für die Leihgebühr eines Böllers an einen Herrn Kröll im „Godenhaus“ im Vereinskassenbuch verbucht. Bei besonderen Vereinsfesten bzw. Anlässen wird auch heute noch ein Böllerschießen durchgeführt.

Die vier jährlichen Festfolgen der Schützengesellschaft:
Das Schützenjahr beginnt alljährlich mit dem Patronatsfest im Januar als höchstes Fest der Schützen, gefolgt von dem Schützenfest als eigentliches Schießfest im Sommer. Im Herbst folgt dann das Königsfest zu Ehren des Schützenkönigs im September, früher auch unter dem Begriff „Kapellches Kirmes“ oder „Prommekirmes“, letzteres wie in vielen Orten des Rheinlandes üblich, der Erntezeit entsprechend genannt. Mit den Vereinsmeisterschaften und Schlussschießen (internes Vereinsschiessen) im Spätherbst beendet die Schützengesellschaft das Schützenjahr.

Patrozinium
Anno 1909 wurde von der Schützengesellschaft Sankt Sebastianus (griechisch = Der Erhabene, der Verehrungswürdige) zu ihrem Schutzpatron auserwählt und führt nun vom 1. Mai 1910 an den Namen „St. Sebastianus Schützengesellschaft zu Kripp a/Rh.“, obwohl schon bereits vor dem eigentlichen offiziellen Patrozinium eine Verehrung stattgefunden haben muss. Dies ergibt sich unschwer aus Eintragungen aus dem Kassenbuch über die 1875 erworbene Figur des Heiligen Sebastianus vom Meister Simon aus Linz für 27 Taler und 5 Groschen, die bei den Festumzügen mitgeführt, und wenn notwendig wie 1893, von Joh. Thelen für 5,50 Mark vorher farblich aufgefrischt wurde oder über Ausgaben für gelesene Messen am Sebastianustag in 1887 sowie im Dreikaiserjahr 1888. (Beschluss einscannen) Das Patrozinium wird alljährlich Ende Januar nach einem Festhochamt von den Schützenmitgliedern auf dem Schützenplatz gefeiert. Sebastianus galt als Märtyrer, der durch numidische Bogenschützen fast zu Tode gemartert wurde. Er wird als Patron und Schutzheiliger der Soldaten, der Schützen und der Bruderschaften zur Zeit, als die Pest in Europa wütete, zu den meisten und volkstümlichsten Heiligen verehrt. Es gibt verschiedene Darstellungen des hl. Sebastian, wovon am bekanntesten das Martyriumsbild des Pfeil durchbohrten, nackten, nur mit Lendenschurz bekleideten Märtyrers, an einem Baum gefesselt, gezeigt wird. Einer von vielen Legenden nach soll der in Narbonne (Südfrankreich) geborene und in Mailand erzogene Sebastianus infolge seiner militärischen Begeisterung kurze Zeit später in Rom die Position eines Befehlshabers der prätorianischen Leibwache des Kaisers inne gehabt haben, als ihm wegen seiner christlichen Glaubenstreue während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (284-305) der Prozess gemacht wurde. Wenig historisch gesicherten Angaben zu Folge soll er nach misslungenen Versuchen, ihn mit Pfeilen zu töten, am 21. Januar 288 n.Chr. erschlagen und in die stinkende Kloake Roms geworfen worden sein. An dieser Stelle, wo er von der Christin Lucina gefunden wurde, hatte Papst Damasus I. (366-384) anno 367 n. Chr. eine Basilika “San Sebastino ad Catacumbas“ errichten lassen. Seine Grabstelle soll sich an der Via Appia befinden.
Den Namenstag feiert man am 21. Januar, seinem Todestag.


Königsschießen
Der Höhepunkt des Vereinsjahres bildet seit Jahrzehnten das alljährliche Königsschießen am 1. Sonntag im September. Ursprünglich am Fronleichnamstag, seit geraumer Zeit auf Anfang September verlegt, feiert man mit der Kripper Bevölkerung dieses Fest. Recht gesellig geht es dabei zu. Das in fünf Etappen geschossene Königsschießen mit Krone, Kopf, linker und rechter Flügel, Schweif und für das Finale den Rumpf, beginnt mit dem Anschuss des Präses und des amtierenden Bürgermeisters auf ein eigens am Königsvogel angebrachtes Ziel mit der schweren „Königsbüchse“ (Kaliber 16 mm). Die vorherige Einnahme von „Zielwasser“ trägt ungewollt zur Entspannung bei und lässt bei so manchem Schützen Kimme und Korn nebulös erscheinen.
Bei der letzten Etappe, dem Rumpfschießen, breitet sich Ruhe, Spannung und Konzentration unter den Schützen und Gästen aus bis zu dem jubelnden Aufschrei miteifernden Zuschauern, wenn durch den königlichen Schuss der Rumpf endgültig von der Stange fällt und der neue König feststeht.
Recht amüsant geht es dann nach dem unvermeidlichen Stimmungsumschwung zu, wenn durch Alkoholkonsum die dünne Zivilisationsschicht durchlässiger wird. Dem Schützenkönig, dem während seiner Amtszeit eine gebührende Ehre zuteil wird, hat seinen großen Auftritt beim alljährlich zu feierndem Schützenfest im Sommer. Viele auswärtige Schützenbruderschaften aus dem „Rhein-Ahr-Bezirk“ nehmen daran teil. Der jeweilige Schützenkönig ist für die Dauer seiner Regentschaft gleichzeitig Mitglied des Vorstandes. Um anderen Schützenmitgliedern die Möglichkeit zum Schützenkönig zu ermöglichen, erfolgte 1979 durch einstimmigen Beschluss der Versammlung eine „Drei-Jahressperre“ für gewesene Könige mit der Maßgabe, dass über die Fortführung der Aussetzung jedes Jahr neu beschlossen wird. Gleiche Handhabung wurde schon 1930 mit einer fünfjährigen Sperre praktiziert.
Parallel wird während dem Königsschießen ein seit 1984 vom damaligen Vorsitzenden Alfons Schmitz eingeführtes weiteres Wettschießen auf einem kleineren Vogel für die inaktiven fördernden Mitglieder veranstaltet. Dem Sieger dieses Wettschießens wird neben einem Wanderpokal die Ehre zuteil, am nächsten Fronleichnamsfest eine kleine interne Feier unter Freunden im Schützenhaus zu veranstalten.
In neuerer Zeit wurde der Schießwettbewerb um ein sogenanntes „Bürgerkönigsschießen“ erweitert, an dem sich die Bürgerschaft an den eigenen Schießkünsten messen kann.

Uniformierung
Die erste Uniformierung dürfte ab der Mitte des 19. Jahrhundert an erfolgt sein. Wie in den Vereinsannalen zu lesen ist, wurde bereits 1865 Hauptmann Peter Brenner beauftragt, einen Linzer Schneider in dieser Angelegenheit mit der Maßgabe zu beauftragen, dass alle Schützen am Tag der Kapellen-Kirmes einheitlich „grün berockt“ zu erscheinen hätten. Schon 20 Jahre danach erfolgte wiederum eine neue Uniformierung der Schützenmitglieder, indem der Verein 52 ¼ Ellen forstgrünes wollenes Tuch vom Wollwarenhändler Vogt aus Sinzig für die Fertigung von Uniformröcken erwarb und in Vorlage trat. Diese angefertigten Schützenröcke erschienen der Gesellschaft zur damaligen Zeit so wertvoll, das diese am 18.6.1885 speziell versichert wurden. Die Uniformen unterlagen im Laufe der Zeit mehrmals bis heute dem Outfit des jeweiligen konservativen Modetrends, wobei man auch die Farbe der Hosen wechselweise in weiß, grün oder schwarz trug.

1. Weltkrieg und Besatzungszeit
Mit der Mobilmachung und Einberufung etlicher Schützen zu den Fahnen ruhte bei den Schützen bis auf Erfüllung geschäftlicher Notwendigkeiten das Vereinsleben. In Rücksicht der kriegsteilnehmenden Mitglieder wurden während deren Abwesenheit keinerlei wichtige Beschlüsse gefasst. Die Versammlung der „Daheimgebliebenen“ beschloss 1914, eine Gedenkmesse für alle im Kriegsdienst eingezogenen Schützenmitglieder lesen zu lassen, sowie laut namentlichen Kassenbucheintragungen in 1914 und 1916 allen im Felde stehenden Vereinskameraden „Frontpäckchen“ mit den besten Grüßen der Vereinskameraden aus der Heimat zu senden. Bereits im ersten Kriegsmonat am 31.8.1914 fiel der Beisitzer Anton Wilhelm als einziges Mitglied der Schützengesellschaft auf dem Felde der Ehre.
Gemäß den Waffenstillstandsbedingungen nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg gehörte unser Gebiet zur „entmilitarisierten Zone“. Von der Besatzungsmacht war der Waffenbesitz und jegliches Schießen verboten. Alle Waffen, auch die Vereinswaffen, hatte man abzugeben.
1919 wurde der Schützenplatz von amerikanischen Truppen benutzt. Einem Einnahmevermerk des Kassenbuches der Schützengesellschaft von 1920 entnehmen wir, dass eine einmalige Entschädigungszahlung von 140 Mark wegen „der Amerikaner auf dem Schützenplatz“ von der Landeshauptkasse Kassel gezahlt wurde.

Um die zum Beginn des Ersten Weltkrieg bis dato weit gehenst fast zum Erliegen gekommene Vereinstätigkeit wieder aufleben zu lassen, trafen sich nach langen Kriegsjahren wieder 21 Mitglieder am 1.2.1920 in Frieden zur ersten Versammlung. Um die Besatzungsmacht nicht zu provozieren, kam man überein, das hier linksrheinisch herrschende Schießverbot legal in der Form zu umgehen, in dem man auf dem Schützenplatz der gegenüberliegenden rechtsrheinischen Stadt Linz mit dem Flobert trainierte. Linz gehörte damals gemäß den Waffenstillstandsbedingungen nicht zur entmilitarisierten Zone und war „Besatzungsfrei“. Die Kripper Schützen absolvierten dort ihr Wettschießen und feierten ihre Ergebnisse unmittelbar danach in Kripp, wie 1920, nachdem Johann Zihs II. dort die Königswürde errungen hatte und zum Tanzabend nach Kripp zurückkehrte. Desgleichen nochmals in 1921, wo Georg Valentin die Königswürde errang und in Anbetracht der besonderen Verhältnisse neben der Platzpacht von 15 Mark zusätzlich von der Bürgermeisterei Linz eine „Luxussteuer“ von 50 Mark erhoben wurde. Die anschließende Feier erfolgte in Kripp ohne jegliche Störung oder Beschwerde des Ortskommandanten.

1922 dürfte wohl der gesellschaftliche Höhepunkt der Aktivitäten der Schützen während der Besatzungszeit darstellen, was mit einem genehmigten Turnierschießen seitens der Militärbesatzung zum Glockenfest am 20.4.1922 mittels Zimmerstutzen im Gasthaus Lohmer begann. Die Einnahmen aus dem Schießwettbewerb der Schützengesellschaft in Höhe von 1001 Mark wurden Pastor Brückert für die Beschaffung neuer Glocken übergeben.

Große Freude und Jubel herrschte bei den Schützen, als 1922 mit vermutlich interner Erlaubnis der amerikanischen Besatzungsmacht entgegen des offiziellen Besatzungsreglements ein Königsschießen auf eigenen Platz stattfinden durfte. Grundlage hierzu dürfte eine Anfrage der Schützen bei der Militärverwaltung laut Versammlungsbeschluss vom 3. Juli 1921 gewesen sein. Es besteht zudem der berechtigte Grund zur Annahme, dass die Kripper Schützengesellschaft die Ausnahmeerlaubnis zur Abhaltung ihres Schützenfestes 1922 dem guten Einvernehmen des Grafen Taveggi als Protektor der Schützengesellschaft und dem US-Ortskommandanten der alliierten Besatzungsmacht zu verdanken hatten, der während seiner Dienstzeit in der gräflichen Villa logierte.
Durch seinen freundschaftlichen Umgang mit dem damaligen Ortskommandanten und hochrangigen US-Offizieren gelang es dem Grafen mit seiner amerikanischen Gattin, so manche Bedrängnis der Besatzer von der Kripper Bevölkerung abzuwenden und wohlwollende Vergünstigungen für die Ortsbevölkerung auszuhandeln. Der Graf spendete 2000 Mark und 2 Silberorden für das Preisschießen und die Frauen erhielten erstmals einen colorierten „Damenvogel“ zum Schießen. Die Festgestaltung wurde musikalisch mit 50 Linzer Trommelschläger untermalt.


1923 Inflation
Der Graf erhöhte wegen der beginnenden Inflation seine jährliche Barspende für die Schützengesellschaft auf 10.000 Mark. Die Pachteinnahme für den Schützenplatz schnellte inflationsbedingt von 45 Mark auf 6.000 Mark hoch. Zur Bestreitung einer Messe für das verstorbene Schützenmitglied Jakob Canisius im Oktober 1923 wurde eigens von den Mitgliedern eine Sammlung durchgeführt, die eine halbe Billion erbrachte und Pastor Brückert überwiesen wurde.
Nach der Einstellung der Kasse „wegen Geldentwertung zwecklos“ fiel das Königsschiessen in 1923 aus. Mit der Umstellung auf Reichsmark erfolgten die Kassenbucheintragungen ab 1924 wieder „mit kleinen, übersichtlichen Zahlen“.


Besatzungswechsel durch die Franzosen
Nach dem Wechsel der Besatzungsmacht durch die Franzosen endete für die Schützen die von den Amerikanern gewährte Freiheit. Ab sofort galt wieder das Verbot des Schießens in den besetzten linksrheinischen Gebieten bis zum Ende der Militärbesatzung. Um die Franzosen nicht zu verärgern, erkor 1924 Joseph Syberz, heimlich der Not gehorchend, mit einem Zimmerstutzen im Vereinslokal Lohmer die Schützenkönigswürde. Diese Besonderheit des Königsschießens unter den obwaltenden Umständen wurde als Ausnahmefall im Nachhinein durch Vereinsbeschluss legitimiert und für das vergangene Jahr 1923 zuerkannt.

Befreiungsfeier
Die Räumung der 1. Besatzungs-Zone durch die französische Besatzungsmacht am 31. Januar 1926 wurde von der hiesigen Bevölkerung am 6. Februar gleichen Jahres gebührend gefeiert. Diese sogenannte „Kölner Zone“ erstreckte sich über das Gebiet von der holländischen Grenze über Krefeld, Köln, Bonn und endete an der südlichsten Spitze von Remagen mit Kripp bis zur Ahrmündung. Anlässlich dieser "Befreiungsfeier" zog man unter Teilnahme der Kripper Schützen nachmittags mit Musik, Böllerschüssen und mit einem festlichen Geläute der neuen Glocken zur Ahrmündung, um dort unter dem frenetischen Jubel der hiesigen Bevölkerung an einer dort einzementierten Eisenstange mit der Hissung der von der Frankfurter Nationalversammlung (1848) übernommenen deutschen schwarz-rot-goldenen Flagge das Besatzungsende zu dokumentieren.
Nach der Besatzungszeit konnte der 1926 gefasste Beschluss einer Generalversammlung zum Bau einer 6 x 12 m großen Schützenhalle wegen des defizitären geplagten Etats erst 1928 umgesetzt und 1931 um einem Schankraum erweitert werden.


Zugehörigkeit
Mit dem Beitritt in den Mittelrheinischen Schützenbund 1921 bekannten sich die Kripper Schützen zum Geiste der großen Schützenbruderschaften in Deutschland. In einer dringenst einberufenen außerordentlichen Generalversammlung am 19.4.1924 wurde jedoch der sofortige Austritt wegen verschiedener Interessenkollisionen beschlossen. Heute gehört die Schützengesellschaft dem Dachverband des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit Sitz in Leverkusen an.

NS- Zeit
Zu Beginn des „Dritten Reiches“ musste sich die Schützengesellschaft den nationalsozialistischen Zielen durch die Gleichschaltung unterordnen. Es kam seitens der Schützen zu erheblichen Einschränkungen. Von den Nazis wurde nunmehr durch die Einheitssatzung des Deutschen Schützenverbandes verfügt, dass ab sofort Mitglieder in Uniform und das geschlossen zur Kirche gehen oder die Teilnahme an Prozessionen mit der Begründung, dass „der Verein Bestrebungen und Bindungen klassentrennender und konfessioneller Art“ ablehnt. Rangabzeichen auf den Uniformen wurden untersagt. Die Vereinsfahne durfte ohne beson¬dere Genehmigung nur noch bei internen Veranstaltungen getragen werden. Neue auferlegte Kosten für ein Abonnement des Reichssportblattes, Abführung eines Reichssportgroschens, Mitgliedsbeitrag an den Reichsbund für Leibesübungen, Spenden für das Winterhilfswerk, belasteten nun mit Unbehagen die Vereinskasse. Trotz vieler NS-Organisationen sowie Verbote waren hier noch immer 32 Schützen aktiv und der Zusammenhalt bei den Unentwegten war groß.
Nachdem in 1937 das 100jährige Vereinsjubiläum mit Hilfe der Musikkapelle des 80. Regiments aus Koblenz, der den Fackelumzug durch Kripp musikalisch unterstützte, gefeiert wurde, erfolgte 1939 vorerst das letzte Schützenfest. Mit Kriegsbeginn ruhte in den folgenden Kriegsjahren jegliche Vereinsarbeit. Es begann nun eine sechsjährige militärische Odyssee, die die Schützengesellschaft um eine Vielzahl an gefallenen Mitgliedern reduzierte.

Kriegsende und Besatzungszeit
Während der Zeit des zweiten Weltkrieges und nachfolgender Besatzungszeit konnte die Gesellschaft bis 1950 keine Tätigkeit entfalten. Gemäß Order der alliierten Besatzungsmacht galten mit Kriegsende 1945 automatisch alle Vereine als aufgelöst. Trotz der langen sich verpflichtenden Zwangspause löste sich die kameradschaftliche Gemeinschaft der Kripper Schützen nicht auf.
Eine offizielle Vereinsauflebung mit neuzeitlich angepassten Statuten erfolgte bei einer erstmaligen Generalversammlung im September 1950 auf Antrag von 16 der 19 Vereinsmitglieder im Gasthaus Rhein-Ahr von Ignatz Lohmer nach vorheriger Rücksprache des Schützen Josef Syberz mit dem Generalpräses der Erzbruderschaften vom heiligen Sebastian in Leverkusen unter der Bedingung, dass sich die Gesellschaft als eine Organisation der katholischen Kirche erweise und auf militärische Insignien, wie Rangabzeichen, Säbel und Gewehre verzichtet. Dabei ergab die Form der kirchlichen Bindung, etwa durch die Bestellung des Pastors als Präses der Gesellschaft, deutliche Hinweise auf die kirchennahe Organisation bzw. Verbindung.
In Lohmers Garten fand auch einstweilen das „Schießtraining“ mit dem Luftgewehr bis zur Renovierung der Schützenhalle statt.
Einen Aufschwung konnten die Kripper Schützen 1952 durch die Aufnahme von elf Jungschützen verzeichnen. 1955 erfolgte erstmals nach Wiederinbetriebnahme des Schießstandes das Königsschießen mit einer schweren Büchse auf den Königsvogel.
Kaplan Heinz Robert Goebel wurde 1968 erster weltlicher Schützenkönig von Kripp und ein Jahr später begann man mit dem Bau eines Wirtschaftsgebäudes.

Ihr 150-jähriges Vereinsjubiläum feierte die Schützengesellschaft 1987 unter der Schirmherrschaft des in Sinzig wohnenden CDU-Bundestagsabgeordneten Karl Deres. Die musikalische Unterhaltung erfolgte durch das Landespolizeimusikkorps Mainz im Rahmen einer Öffentlichkeitsarbeit im nördlichen Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Vereinsprobleme
Neuzeitliche Sicherheitsbestimmung und Immissionsverordnungen sowie fortlaufende notwendige Bauschadensanierungen hemmten in den letzten 30 Jahren vehement das Vereinsleben.
Auf Grund verschärfter Sicherheitsbestimmungen sowie die Änderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes verhängte 1979 die Kreisverwaltung die behördliche Schließung des Schießplatzes. Die Austragung der Vereinsmeisterschaften konnte nunmehr für die Zeit des Umbaues bis zur Erteilung der Freigabe und Genehmigung des Schießbetriebes ausschließlich nur mit dem Luftgewehr durchgeführt werden. Die endgültige Genehmigung zur Wiederaufnahme des Schießbetriebes nach § 44 WaffG für Luftgewehr, KK und Vogelbüchse nach neuesten Sicherheitsbestimmungen erfolgte am 14.12.1983 durch die Kreisverwaltung.
Eine im Jahr 1986 aufgeworfene Forderung des Gewerbeaufsichtsamtes, den Schießplatz zu überdecken, erregte die Gemüter und den Unmut der Schützen derart, dass die Schützen den Landrat beim Delegiertentag in Bad Breisig zu dem Vorschlag bewogen, diesbezüglich eine Unterredung aller Brudermeister des „Rhein-Ahr-Bezirk“ in Anwesenheit des Landrates beim Regierungspräsidenten in Koblenz herbeizuführen.
Neben dem eigentlichen Vereinsgeschehen wurden von den Schützenbrüder im Zeitraum von über 25 Jahre Gemeinschaftsarbeit neben den finanziellen Opfern erhebliche notwendige Arbeiten geleistet. So wurde unter anderem der Heizungs- und Toilettenausbau getätigt; darüber hinaus Modernisierungen, Verglasungen der Schützenhalle, Einfriedungs- und Erdplanierungsarbeiten von 220 m³ Mutterboden bewältigt.
Zu allem Unglück gesellte sich im Jahre 1993 das „Jahrhunderthochwasser“ hinzu, das die Schützengesellschaft fast an den Rand der finanziellen Erschöpfung für die Schadensbeseitigungen brachte. Großen Anteil an dem Wiederaufbau gebührt an dieser Stelle für den herausragenden, organisatorischen Einsatz, dem Ehrenmitglied Klaus Grebe, der leider jedoch am 24. April 2000 verstarb.
Um Nachwuchsproblemen vorzubeugen, wurde 1989 abermals wie schon 1952 eine neue Jungschützenabteilung ins Leben gerufen, die auf Anhieb mit 429 von 450 möglichen Treffern einen beachtlichen Erfolg zur „Bezirksbestenmannschaft“ errang.


Königsketten
Die Schützengesellschaft besitzt zwei Königsketten, wovon die älteste beim diesjährigen Jubiläum 100 Jahre alt wird.
Graf Taveggi, Protektor der Schützengesellschaft, stiftete 1912 zum 75.Vereinsjubiläum eine aufwendig gestaltete „silberne Königskette“, die durch Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges in Verlust geriet und später zufällig auf dem Speicherboden des ehemaligen Kripper Sanatoriums Dr. Dr. Karsten aufgefunden wurde. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg hatte damit die Frau eines Schrotthändlers mit dem Kurs des Metallwertes die Kosten für ihre Zahnbehandlung bei Dr. Karsten wegen fehlenden „Bares“ beglichen. An dieser Kette befindet sich sogar ein Königsschild von 1903. (Ein „Ja“ zum Leben, M.C )

                                          

1952 dürfte, wie vorhandene gravierte Königsschilder bezeugen, diese Königskette dann durch den Vereinswirt Ignaz Lohmer anläßlich seines 100-jährigen Betriebsjubiläums aus Freude zur Wiederauflebung der Schützengesellschaft eine Erweiterung in der Form erfahren haben, indem er eine große Silberplatte mit dem Emblem des Heiligen St. Sebastian auf der Schildvorderseite stiftete. Auf der Rückseite ist der Anlass der Stiftung eingraviert. Ein darunter hängendes Schild mit dem Stadtwappen von Remagen ist ebenfalls dem Wiederaufleben durch den Remagener Bürgermeister Kemming gewidmet. Diese Kette in der veränderten Form wurde 1952 von Schützenkönig Rheinhold Schittko „erschossen“.
1972 wurde eine neue Silberkette in zeitgemäßer Ausführung für 1200 DM angeschafft, dessen erster Träger Albert Schlief war.


Schützenfrauen
Emanzipation machte auch vor den Schützenbrüdern nicht halt. So erfährt man 1922 durch Protokollbucheintragungen etwas über einen ersten gesellschaftlichen Damenschießwettbewerb, wobei aus Sicherheitsgründen der Batterieweg oberhalb des Schießplatzes gesperrt wurde. Wegen dieses sensationellen Ereignisses wurde der colorierte „Damenvogel“ neben dem von Lehrling Gries farblich aufgefrischten eigentlichen Königsvogel beim Umzug mitgeführt.
1993 kam es zu einem erneuten Umbruch durch die Zulassung von Frauen. Bis dahin war laut Statuten die Mitgliedschaft in der hiesigen Schützengesellschaft reine „Männersache“. Dies änderte sich durch ein Aufnahmebegehren einer Frau in die Gesellschaft. Ein Problem, das nur durch Satzungsänderung geregelt werden konnte, auch wenn es Anfangs auf Ablehnung stieß.
Mit Änderung der Statuten wurde die Möglichkeit zur Aufnahme von „Schützenfrauen“, scherzhaft nach Marx´ens Josef Wortschatz „Amazonen“ genannt, in der hiesigen Schützengesellschaft geschaffen. Allerdings durften die Frauen anfangs weder ein Stimmrecht ausüben noch mit der schweren Büchse auf den Königsvogel mit schießen. Dies änderte sich in 1996. Die Frauen wurden nun „Vollmitglieder“ mit allen Privilegien der Schützen. Schon im gleichen Jahr errang Charlotte Maurer als erste Frau die Königswürde.


Präses
der Schützengesellschaft ist der jeweilige katholische Ortsgeistliche. Der amtierende Präses und päpstliche Ehrenprälat Dechant Friedhelm Hammes erlitt am 28.7.1991 während eines Urlaubs auf Kreta einen tödlichen Badeunfall. Unter großer Anteilnahme Kripper Schützen wurde er in seinem Geburtsort Simmern/Hunsrück beigesetzt. Nachfolger wurde Pastor Klaus Birtel, der jedoch wegen zeitlicher Überlastung 1993 das Amt des Präses niederlegte. Während dieser Vakanz übernahm bei Hochfesten der evangelische Pfarrer Udo Grub kommissarisch im Rahmen der Ökumene die Repräsentanz eines Vertreters der Geistlichkeit. Für die außergewöhnlichen Leistungen und zum Dank wurde Pfarrer Grub zum Ehrenmitglied der Schützengesellschaft ernannt.
Im Jahre 1999 übernahm dieses Amt der jetzige Pfarrer und Dechant Dr. Johannes-Georg Meyer.


Fahnen
Die Ausführung und Handhabung einer Vereinsfahne wurde durch die § 19-26 geregelt. Demnach führte satzungsgemäß die allererste Fahne der Kripper Schützen das Stadtwappen von Remagen im Feld. Über die Anschaffung einer Fahne konnten wir bis zur Versammlung am 6.10.1901 nichts in Erfahrung bringen. Mit dortiger Beschlussfassung wurde der in der Rheinstraße 15 wohnende Kripper Maler und Bildhauer Heinrich Schmitz, der auch den Altar der hiesigen Pfarrkirche schuf, mit der Anfertigung einer neuen Fahne zum Preise von 250 Mark beauftragt und von den Ehrenmitgliedern bezahlt. Diese wurde beim Patronatsfestes am 26.1.1902 eingeweiht.
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens wurde nochmals eine neue Fahne von der Godesberger Fahnenfabrik durch den Protektor Graf Taveggi gestiftet und von der Gräfin Elfriede während den Feierlichkeiten „genagelt“.
Zum Patrozinium 1927 sollte laut Versammlungsbeschluss von 1926 eine neue Vereinsfahne angeschafft werden. Eigens hierzu beauftragte man den Kripper Kunstmaler Felix Lüttgen mit dem Entwurf einer Skizze. Der Beschluss konnte jedoch nicht umgesetzt werden, da man sich untereinander nicht über eine gestickte oder gemalte Ausführung einigen konnte.
Die Schützengesellschaft verfügt heute noch über 2 Fahnen, die jeweils für Umzüge oder kirchliche Feiern bestimmt sind. Die letzte Fahne wurde zum 150-jährigen Vereinsbestehen erworben.

                                             

Besonderheiten
Die Kripper Schützengesellschaft stellte in seiner Vereinszeit immerhin zwei Bundesschützenkönige. 1965 Hans Schäfer und 1968 Hans Friedrich Ueberbach.
Die seltene Ehre eines „Schützenkaisers“ (3-malige Königswürde) errang 1976 Hans Dieter Malik, im Jahre 2000 der ehem.Vorsitzender Günter Mandt, 2008 das Schützenmitglied Gisbert Schmitz und 2009 als letztes Schützenmitglied Friedrich Maurer.
1992 wurde Hauptmann Josef Marx mit dem Schulterband zum St. Seb. Ehrenkreuz, als einer der höchsten Auszeichnungen des Historischen Deutschen Schützenbundes, ausgezeichnet.
Am 5.3.2011 beschlossen die Mitglieder nach aufwendigen Vorarbeiten eine neue Vereinssatzung, um den geforderten Veränderungen gerecht zu werden. Damit wurde die bisherige Satzung aus dem Jahre 1971 außer Kraft gesetzt.

Himmel
Ein Jahr nach seinem Dienstantritt als Vikar in Kripp übernahmen 1910 die Schützen im Jahr der Erhebung zur „Kapellengemeinde“ auf persönlichen Wunsch des amtierenden Seelsorgers Johannes Rohsmann (1909-1914) das Brauchtum des „Himmel-Tragens“ bei den Prozessionen im einheitlichen grün berockten Tuch, als Zeichen ihrer engen Verbundenheit mit der Kirche. Dabei hatten die Jungverheirateten den Vorzug. Der Himmel, ein tragbarer Baldachin aus feinsten bestickten Textilien, unter dem der Pastor das „Allerheiligste“ in der Monstranz durch den Ort trägt, wird mitgetragen von Schützen, wobei die restlichen Schützen das Sanctissimum flankieren. Dabei wird an allen Altären beim Segen der Säbel des Hauptmannes salutierend „blank gezogen“ und die Vereinsfahne gesenkt; eine symbolische aus den Zeiten des Mittelalters herrührende ritterliche Schutzfunktion. Noch heute wird diese Tradition beibehalten, um symbolisch das „Allerheiligste“ vor irgendwelchen Gefahren zu schützen.

Schützenhaus
Unter Mitwirkung des damaligen amtierenden Bundesschützenkönig Hans Friedrich Ueberbach fand die Einweihung des jetzigen Schützenhauses am 6.9.1969 statt. Das Wirtschaftsgebäude, als ein Erweiterungsanbau zum Schützenhaus, wurde am 10. Juni 1972 seiner Bestimmung übergeben.
Alfons Schmitz, langjähriger Brudermeister und Vorsitzender, verstarb am 4. Februar 1984. Ein herber Verlust für die Kripper Schützengesellschaft. Mit ihm verlor die Schützengesellschaft ein besonders stark engagiertes Mitglied, der das Amt des Vorsitzenden 1968 vorbildlich als Nachfolger seit dem Tod seines Vorgängers Heinrich Syberz, mithin 16 Jahre, inne hatte.
Im Jahr 2012, des 175-jährigen Vereinsbestehens, steht Brudermeister Herbert Deisen an der Spitze der Gesellschaft. Ihm oblag es mit den Vorstandsmitgliedern und den Gönnern der Schützengesellschaft das Vereinsjubiläum organisatorisch zu einem großen Erfolg zu führen. Zusammen mit dem Schützenfest feierten die Sebastianer das 175-jährige Vereinsbestehen, beginnend mit dem Festkommers am 23. Juni 2012, im Hotel Rhein-Ahr. Alle Bürger des Ortes und Gönner des Vereins waren zu diesen zweitägigen Feierlichkeiten recht herzlich eingeladen.


Präfekte:
1837 – 1.4.1850 Anton Aloys Queckenberg
1885- Bürgermeister Clemens Hubert Hermann von Lassaulx

Protektoren:
1812 bis 1936 Graf Giaocchino (Joachim) Napoleon Taveggi
bis 1969 Wilhelm Gummersbach
ab 1969 Hans Werner Woltersdorf
ab 2009 vakant

Vorsitzende:
1837-1862 Heinrich Hertgen
1862-1881 Honnef
1881-1885 Betzing
1885-1896 Peter Brenner
1896-1903 Heinrich Dahm
1903-1934 Peter Brenner
1934-1968 Josef Sybertz
1968-1984 Alfons Schmitz
1984-1993 Anton Lenz (bis 1.10.93 vorzeitig)
1993-2006 Günter Mandt
2006-2007 Otto Rübsamen
2007-2010 (Stellvertreter)
2009-2010 Maurer, Friedel
ab 2011 Deisen, Herbert


Bekannte Könige bis zum 2. Weltkrieg:
(* evtl. ungenaue Zeitangabe)
1920 Ziß Johann II
1921 Georg Valentin
1922 Lorenz Syberz
1923 Joseph Syberz
1924 Peter Breuer*
1925 Heinrich Greib*
1926 Gottfried Schäfer
1927 Ludwig Wahl
1928 Michael Delord
1929 Gottfried Schäfer
1930 Ludwig Müller
1931 Michael Breuer
1932 Peter Lüttgen I
1933 Anton Rick
1934 Heinrich Ueberbach
1935 Toni Wilhelm
1936 Josef Kanisius
1937 Willi Müller ?


Schützenkönige nach dem 2. Weltkrieg:
1952/53 Schittko, Reinold
1953/54 Rick, Michael
1954/55 Schmitz, Alfons
1955/56 Lohmer, Ignatz
1956/57 Ueberbach, Willi
1957/58 Breuer, Max
1958/59 Verweyen, Theo
1959/60 Kanisius, Josef
1960/61 Breuer, Jakob
1961/62 Mertens, Toni
1962/63 Iven, Hans
1963/64 Luchs, Hans
1964/65 Schäfer, Hans
1965/66 Dietz, Josef
1966/67 Marx, Josef
1967/68 Ueberbach, Hans F.
1968/69 Goebel, H. Robert
1969/70 Neuss, Winfried
1970/71 Wolf, Peter
1971/72 Boes, Karl
1972/73 Malik, Hans Dieter
1973/74 Schlief, Albert
1974/75 Malik Hans Dieter
1975/76 Borchert, Reinhold
1976/77 Malik, Hans Dieter
1977/78 March, Eckhard
1978/79 Schmitz, Alfons
1979/80 Schlief, Albert
1980/81 Heuser, Josef
1981/82 Schmitz, Gisbert
1982/83 Giercke, Herbert
1983/84 Mandt, Günter
1984/85 Prskawetz, Rudolf
1985/86 Wolff, Hans Jürgen
1986/87 Heuser, Josef
1987/88 Lenz, Anton
1988/89 Schmickler, Klaus
1989/90 Marx, Josef
1990/91 Paris, Bernhardt
1991/92 Witsch, Josef
1992/93 Beierle, Herbert
1993/94 Mandt, Günter
1994 Schmickler, Klaus
1995 Mandt,G., (Ersatz)
1995/96 Kirchhof, Michael
1996/97 Maurer, Charlotte
1997/98 Schmitz, Gisbert
1998/99 Maurer, Friedel
1999/00 Rübsamen, Otto
2000/01 Mandt, Günter
2001/02 Maurer, Friedel
2002/03 Kirchhoff, Sonja
2003/04 Cristodaro, Salvatore
2004/05 Scheil, Doris
2005/06 Rübsamen, Otto
2006/07 Christoffels,Tina
2007/08 Schönherr, Udo
2008/09 Schmitz, Gisbert
2009/10 Maurer, Friedel
2010/11 Albrecht, Ewgenija
2011/12 Deisen, Herbert

Vereinshöhepunkt
Seinen absoluten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte erlebte vor 100 Jahren die Schützengesellschaft zu Zeiten ihres Protektors Graf Gioacchino (Joachim) Napoleon Taveggi als Mitbesitzer der hiesigen Lederfabrik und Nachkomme des 1815 füssilierten König von Neapel und Schwager Napoleons, Joachim Murat, in einer bis dahin nicht gewohnten Art und Weise, indem er in seinem Park der gräflichen Villa als spendabler Grandseigneurs das Schützenfest 1912, das zugleich die Feier des fünfundsiebzigjährigen Gründungsjubiläum war, zu einem wahren Volksfest in der Zeit zwischen dem 15.-23. Juni 1912 inszenierte. Dabei feierte man recht ausgelassen bis spät in die Nächte hinein. Erst nach mehreren Tagen ging die Gesellschaft auseinander.

Park mit Wohnhaus Graf Taveggi

Der Graf als Everbody´s Darling liebte es, überall als Wohltäter aufzutreten und anfallende Feste gerne zu feiern. Wegen seines sozialen und spendablen Wesens stiftete er anlässlich des Jubiläums dazu die überwiegenden wertvollen Schießpreise sowie eine schwere silberne Königskette.

Viele Honorationen mit Rang und Namen hatten ihren Besuch zu den Feierlichkeiten in Kripp angekündigt. Unter anderem aus der Verwandtschaft des Grafen, Seine Durchlaucht Prinz Carl Anton von Hohenzollern.
 Prinz Carl Anton von Hohenzollern

Um den auswärtigen Festgästen eine unbeschwerte Heimreise zu ermöglichen, wurde eigens auf des Grafen Wunsch und Kosten hin an den Hauptfesttagen der Fährverkehr nach Linz zu allen Nachtzügen aufrecht erhalten. Der Transport der abreisenden Festgäste zur Bahnstation Remagen erfolgte mittels bereitgestellter gräflicher Kutsche.

Das Fest begann samstags mit einem durch Böllerschüssen angekündigten Fackelzug, der durch den festlich geschmückten Ort von der Rheinwiese vor dem Festlokal „Rheingold“ aus unter Begleitung des Koblenzer Musikcorps des 28. Infanterie-Regiment zum Park des Protektors Graf Taveggi, der bis zum Sandweg hin zu diesem Anlass mit Pechfackeln illuminiert wurde. Nach Begrüßung desselben erfolgte der Rückweg zum Festlokal und allgemeinen Kommers.
Sonntagmorgen nach dem Reveille, das als Signal mit Trommel oder Trompete zum Wecken der Truppen oder auch gerne von Tambours oder Musikchören als erweitertes Musikstück ausgeführt wurde, spielte das gleiche Musikcorps unter Leitung des Musikmeisters von Szczepanski im gräflichen Park Morgenmusik bis zum Kirchgang mit einem anschließenden Konzert auf der Terrasse des Rheingold-Hotels.
Eine anschließende Fahnenweihe und Nagelung der neuen Fahne durch Frau Gräfin Elfrieda Taveggi geb. Heitemeyer, erfolgte nach dem Aufmarsch der Vereine, der Festrede durch Bürgermeister Hoeren sowie der Darbietung eines Festliedes. Nach der Dekorierung des Schützenkönigs durch die Ehrenjungfrauen marschierte der gesamte musikalische Festzug zum Schützenplatz, wo das Preisvogel- und Ehrenpreisschießen stattfand. Anschließend marschierte der musikalisch begleitete Festzug abermals durch den festlich illuminierten Ort zum Tanz im Festlokal und den beiden Sälen des Ortes.
Nach dem erfolgten Preisschießen am Montag und Mittwoch erfolgte donnerstags das Preisschießen um den vom Protektor gestifteten silbernen Wanderpreispokal im Werte von 200 Mark unter musikalischer Begleitung des Trompeter-Corps des 59. Artillerie-Regiments aus Köln. Nach Beendigung des Schießens zog der Festzug anlässlich eines Brillantfeuerwerks zum Rheinufer, wo während des Feuerwerks ein Militär-Konzert auf der Rheinterrasse abgehalten wurde.
Der Festabschluss erfolgte sonntags mit einem Festzug durch den Ort zum Schützenplatz zum Preisvogel- und Vereins-Ehrenpreis-Sternschießen. Nach Beendigung des Schießens zog der Festzug abermals zum Festlokal zur Preisverteilung und des Abschlussballes.

Zur Erheiterung der Leser sei hier noch angemerkt, dass der durch die ausgelassenen Feierlichkeiten am Rheinufer verursachte Dauerlärm durch Musik, Feuerwerk und abgefeuerten Böllerschüssen für viele Linzer ein Ohrengraus darstellte. Des andauernden Lärms überdrüssig, gelang es einigen unentwegten Linzern, demonstrativ in gut nachbarlicher Weise auf dieses lautstarke Jubiläumsverhalten mit einem in einer Nacht- und Nebelaktion am Kripper Rheinufer gespannten Transparent spöttelnd mit folgenden Worten aufmerksam zu machen:

„ Oh hl. Sebastian, sieh dir doch deine Schützen an, denn in diesem Räubernest, feiert man 5 Tage Schützenfest“


Quellen:
Landeshauptarchiv Koblenz, LHAKo 635/ 463 Schützengesellschaft Kripp 1837-44, 1858
Einsichtnahme im Vereinsregister Nr.10370 des AG Koblenz
„Amtslisten von Remagen“,von W.J. Langen, Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, Bonn 1925.
„Remagen in den Jahren 1793-1817, von W.J. Langen, Remagen
Einsichtnahme aller Protokoll- und Kassenbücher der Schützengesellschaft Kripp
75jährige Festschrift der St. Sebastians-Schützengesellschaft Kripp a.Rhein, 1912
150jährige Festschrift der St. Sebastians-Schützengesellschaft Kripp e.V. 1837, Kripp 1987
„Ein Ja zum Leben“ Mathilde Karstens, Kripp 1982, Seite 67
Sinzig und seine Stadtteile-gestern und heute, 1983, Kleinpass, S.175
mündl. Angaben des Schützenhauptmannes Josef Marx.
mündl. Angaben des ehemaligen Vorsitzenden Günter Mandt 2003.
mündl. Angaben des Zeitzeugen Michael Schumacher, Kripp (* 1902, +2000)
mündliche Angaben des amtierenden Geschäftsführers Gisbert Schmitz
Preußische Karte 1895 von Linz 5409, TK 25, Ausmessung und Feststellung der Standortbestimmung des alten Schützenplatzes durch die Verfasser im Juni 2006

Kripp, den 19. Juli 1895

Herrn
Bürgermeister Hoeren
Hochwohlgeboren
Remagen

Euer. Hochwohlgeboren erlaubt sich der ganz ergebenst Unterzeichnete im Auftrage der hiesigen Schützengesellschaft mitzutheilen daß wir beschlossen haben unser diesjähriges Schützenfest von Sonntag den 21. dsr Mts. abzuhalten und Sie
zu bitten die polizeiliche Genehmigung zur Abhaltung der Festlichkeiten hochgeneigtes ertheilen zu wollen.
Gleichzeitig ist mir von der ganzen Gesellschaft der Auftrag gegeben worden Sie zu dieser unserer Festlichkeit hierdurch freundlichst einzuladen und würde es der Gesellschaft zur Ehre gereichen falls Sie uns mit Ihrem werthen Besuche auszeichnen sollten.

Mit Hochachtung
Im Auftrage des Vorstandes
gez. Peter Brenner
Schriftführer

Remagen d 20/7/1895
Nach Ausfertigung des Erlaubnisscheines zu …......
gez. Hoeren

Kripp, 12. Juni 1900

Gesuch der Schützengesellschaft zu Kripp am Rhein um Ertheilung der Erlaubnis Wie Euer Wohlgeboren zur Abhaltung bekannt, hat die hiesige von Tanzmusick Schützengesellschaft von ------------------------------ jeher im Monat Juni
ihr jährliches Schützenfest, bestehend im Königs-und Preisschießen sowie Tanzmusick abgehalten. Dieses beabsichtigt die Gesellschaft auch in diesem Jahre zu thun, urschriftlich dem Königl. und zwar am nächsten Samstag lichen Herrn Landrath den 17.ds. Monats. Euer zu Ahrweiler Wohlgeboren haben uns unter Befürwortung nun mitgetheilt, daß umgehens übersandt. Gemäß einer kürzlich eingegangenen Verfügung Hoeren die polizeiliche Erlaubnisscheine nur mit Zustimmung
des Herrn Landrathes ertheilt werden können.
An Wir bitten daher Euer
Herrn Bürgermeister
Hoeren
Wohlgeboren 
Remagen

Abschrift des Antrages auf Eintragung im Vereinsregister (LHAKo 635/ 483 ) unter Beibehaltung der Orthographie.
Kripp, den 28. April 1910

Kastenstempel

STADT REMAGEN
Eing: 2. Mai 1910
Tages № I 4131
Herrn Bürgermeister
Hoeren
Hochwohlgeboren
Remagen

Bei verschiedenen General-Versammlungen im vorigen Jahre wurde beschlossen, die St. Sebastianus-Schützengesellschaft in Kripp gerichtlich eintragen zu lassen. Es wurden neun Statuten der heutigen Zeit anpassent entworfen, und von den Mitglieder einstimmig genehmigt.
Wir bitten ganz ergebenst
Euer Hochwohlgeboren um polizeiliche Genehmigung beiliegender Statuten.

Gesuch um Genehmigung der beiliegende Hochachtungsvoll neu entworfenen Statuten für die die St. Sebastianus-Schützengesellschaft St. Sebastianus I.V. Schützen- Gesellschaft Der Vorstand. Kripp zeichnet Peter Brenner, Vorsitzender

laut Protokollbuch Ludwig Valentin, Hauptmann geschlossen General Versammlung am Anton Rick, Offizier 25.April 1909 Peter Lüttgen, Beisitzer Anton Valentin


Verzeichnis der Mitglieder
Vorstand (5)
Peter Brenner, Vorsitzender & Geschäftsführer Johann Zihs
Ludwig Valentin, Hauptmann Jacob Canisius
Anton Rick, Offizier Josef Palm
Anton Wilhelm, Beisitzer Michael Delord
Peter Lüttgen, Beisitzer Fritz Betzing
--------------------------------------- Johann Breuer I
Johann Breuer II
Peter Breuer Mitglieder activ (28)
Gottfried Schäfer Ehrenmitglieder (10)
Balthasar Betzing
Johann Lüttgen Effnert, Hauptm
Theodor Lohmer May
Michael Breuer Krause
Heinrich Ueberbach Schon
Josef Gries Werner
Michael Rick H. Schmitz
Hermann Lindecker Rohsmann (Vikar)
Hans Krause Valentin
Johann Hammer A. Breuer
Fritz Eulenberg P. Schwäbig
Josef Dahm
Engelbert Küpper
Johann Wahl
Josef Arzdorf
Gottfried Betzing
Georg Valentin
Lorenz Sybertz
Philipp Overath 

Chronik von Kripp

vorgestellt von Horst Krebs

Eine umfassende historische Chronik von Kripp von 1705 bis 1950 existiert noch nicht. Sie muss erarbeitet werden in mühsamer Recherche. Die ersten Plöcke sind eingeschlagen. 

Die Chronik von Kripp bedarf einer Neufassung. Sie  wurde über Jahrzehnte stets geändert und Informationen wurden hinzu gegeben. Eine fundierte professionelle Chronik ist es allerdings nicht. Vor Jahren hatte ich mal mit Willy Weis darüber gesprochen, die Erstellung einer fundierten Chronik ist eine Mammutaufgabe, wobei ich hoffe, dass diese Chronik irgendwann mal entsteht.
Willy Weis hat die unten dargestellte alte Chronik in einigen Teilen korrigiert. Sollte eine Neufassung entstehen, wird sie hier veröffentlicht werden.

Diese Chronik beruht nicht auf eigener Recherche, sondern verarbeitet Texte von Willy Weis und Hildegard Funk, die in mehreren Heimatjahrbüchern des Kreises Ahrweiler veröffentlich sind, sowie verschiedene Chroniken von Kripper Vereinsfestzeitschriften und einen Beitrag von Pfarrer Peter Schug in der Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier. Ein Historiker unterscheidet sich von einem Chronist darin, dass er versucht die treibenden Kräfte einer Entwicklung herauszustellen, während der Chronisten sich mit der Darstellung der Ereignisse begnügt. Lassen Sie uns zum Schluß noch einen historischen Blick auf die Kripper Entwicklung versuchen. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, dass die treibenden Kräfte ökonomischer Natur waren, so kann die Geschichte von Kripp auch anders gelesen werden. Ob es rauhe, vielleicht sogar entwurzelte Gesellen waren, die nach dem 30jährigen Krieg und der sich anschließenden französischen Verwüstung der linksrheinischen Gebiete im 17ten Jahrhundert hier in Kripp ein neues zu Hause fanden, ob es arme Leute waren, die hier als Lehmbäcker oder in der Lederfabrik Arbeit fanden, sie suchen alle hier ihr Lebensglück. Und Kripp war offen für sie. Hier fanden sie Heimat, hier wurden sie integriert.

Am Stromkilometer 630, unmittelbar nördlich der Ahrmündung liegt auf der linken Rheinseite der Ort Kripp. Der Rhein, und insbesondere der Treidelweg, der sich auf der linken Seite den ganzen Fluss entlang zog, prägten den Ort.

Die ältesten Siedlungsspuren auf dem Kripper Ortsgebiet jedoch fand man bei den Erweiterungsarbeiten des Friedhofs in der Nähe der Straße „Zum Ahrtal“. Es waren römi­sche Tonziegel, die zu einem Gebäude gehörten, das an der alten römischen Heerstraße lag, die von Remagen in südliche Richtung führte. Sie verlief über die heu­tige „Alte Straße“ in Remagen, die „Römerstraße“ in Kripp und überwand die Ahr in einer noch erkennbaren Furt. Näheres über den Zweck dieses Hauses ist nicht bekannt, und es verschwand spätestens mit der Auflösung des Römischen Reiches während der Völkerwanderung im vierten und fünften Jahrhundert.
Der Name „Kripp“ findet seine erste Erwähnung 1474 als Gemarkungsbezeichnung. Die Urkunde berichtet von kaiserlichen Truppen, welche die Stadt Linz im burgundischen Krieg vom gegenüberliegenden Ufer, der Kripper Seite, aus belagerten. Möglicherweise geht der Name zurück auf Futterstellen, die dort eingerichtet worden waren für die Treidelschiffer, die die Lastkähne mit Pferdegespannen gegen die Strömung den Rhein hinaufzogen. 1575 jedenfalls beschwerten sich Remagener Bürger bei Kaiser Rudolf II, weil Linz solche Futterstellen betrieb. Ursache war sicherlich nicht nur der Betrieb von Futterstellen für die Treidelschiffer, sondern so darf vermutet werden, dass die Linzer auf diese Weise auch das Remagener Stapelrecht unterliefen. Das Stapelrecht ist ein Monopol auf den Handel mit den Kaufleuten, deren Waren die Treidelschiffer, als ihren Beruf, beförderten. Der Handel war nur an bestimmten Orten erlaubt. Die Städte, die dieses Privileg hatten, nutzten es und erhoben Steuern. Der Schwarzhandel der Linzer führte also unmittelbar zu Steuerausfällen in Remagen. Der Remagener Ärger war um so größer, da das ganze auch noch auf Remagener Gebiet stattfand. 
Remagen gehörte zu Jülch-Berg und Linz zu Kurköln. Dieser Grundkonflikt zwischen den Linzer und den Remagener Interessen sollte sehr lange die Kripper Ortsgeschichte bestimmen. Die Linzer hatten immer ein Interesse daran, dass ihnen gegenüber ein Ort entstand, so dass sie dort Handel treiben konnten, während Remagen dies versuchte zu verhindern. Der 20.Oktober 1705 war daher, außer für Johann Brewer, wohl auch für Linz ein Freudentag, denn an diesem Tag erhielt der genannte die Baugenehmigung für das erste Haus in Kripp durch Jan Wellem, dem Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Jülich-Berg. Wegen der großen Mühe beim Roden der Buschhecken erhielt Johann Brewer auf 30 Jahre Steuerfreiheit, mußte allerdings einen Zins in Höhe von einem viertel Goldgulden an die Rentmeisterei in Neuenahr zahlen. Das Patent zum Bau des Hauses überbrachte der Amtmann aus Sinzig, der auch die einzelnen Zinszahlungen zu überwachen hatte. Auch sollte er dafür Sorge tragen, das die aufgebrachten Bürger von Remagen der Neuansiedlung nicht ein schnelles Ende bereiteten.
   Ein wenig kurios ist, dass das Haus, welches heute in der Rheinallee 1 steht, im Torbogen die Jahreszahl 1701 trägt. Spöttische Zungen könnten behaupten, dass das erste Haus ein Schwarzbau war und dann erst nachträglich genehmigt worden ist. Sicher ist aber, dass das Haus erst 1706 fertig gestellt wurde und in diesem Jahr  eine zweite Genehmigung an einen Anton Marx erteilt wurde. Das Jahr 1705 ist auf jeden Fall das durch Urkunden belegte Gründungsjahr für Kripp. Wir können also mit Fug und Recht heute, 2005, das 300jährige Ortsjubiläum begehen. Mit 300 Jahren ist Kripp allerdings im Kreis Ahrweiler der „Youngster“. Die meisten Orte sind mindestens 500 Jahre älter. So werden viele Orte im Prümer Urbar, einem Verzeichnis der Besitztümer des Prümer Klosters von 893 genannt, und Remagen hat sogar 2000 Jahre Geschichte aufzuweisen.
Was waren aber die Motive des Kurfürsten? Warum verärgerte er seine eigene Stadt, Remagen, zugunsten der fremden Stadt Linz?. Wir dürfen vermuten, dass der Kurfürst hier einen Angriff auf das Fährrecht führte. Dieses lag bei der Stadt Linz. Nachweislich hat Linz dieses Recht seit 1473 ausgeübt. Es verpachtete dieses Recht an den Meist= bietenden. 1706 vergab Jan Wellem ebenfalls ein Fährrecht und konnte sich erst jetzt darauf berufen, dass ja auf der linken Seite ebenfalls eine Besiedlung vorhanden war. Die Linzer beschwerten sich und es kam zum offenen Konflikt, bei dem kurkölnische Truppen auf die Kripper Seite übersetzten. Erst 1730 gelang eine Einigung, in der fest gehalten wurde, das das Recht bei Linz verblieb.
1710 durfte dann Reiner Heckmann das dritte Haus in Kripp bauen. Die Remagener gaben natürlich nicht sofort klein bei, sondern intervenierten bei Jan Wellem. In den Klageschriften des Schultheißes, der Ratsherren und der Bürgerschaft beschuldigten sie die Kripper, das sich dort allerhand verdächtiges, fremdes und nicht ansässiges Gesindel aufhalte, welches weder Steuer zahlte, noch sonst sich an der Tragung der gemeinsamen Lasten betätige. Den Kripper wurde ferner vorgeworfen, dass sie wohl Remagener Feld und Wald als ihr Eigentum ansehen, aber für die Benutzung und die Instandhaltung dieses Gemeingutes nichts beisteuerten. Das Stapelgeschäft würde sich mehr und mehr nach Kripp verlagern und der eingesessenen Remagener Bürger drohe der vollständige Ruin. Diese Vorwürfe gipfelten  in der Behauptung, die Kripper würden als Wegelagerer und Straßenräuber die Untertanen des Kurfürsten anhalten und unter Anwendung von Gewalt ihrer Waren berauben. In Kripp würde man dem verbotenen Kartenspiel nachgehen Die gesamte Bevölkerung neige sehr zur Freiheit! So ganz scheinen die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen zu sein, denn selbst die Kripper Bürger Moritz Lang und Johann Marx beschwerten sich beim Remagener Rat über herumtreibendes Gesindel, welches dann dazu aufgefordert wurde die Gegend zu verlassen. 
In einem Revers mit Datum 6. Dezember 1735 einigte man sich, dass die Kripper das Remagener Bürgerschaftsrecht erhielten, und im Gegenzug diese die Oberhoheit der Stadt Remagen anerkannten. Auch wurde vereinbart, dass man seinen eigenen Teil zur Erhaltung der Gemeingüter beizusteuern habe.

      
Der Ort wächst für damalige Verhältnisse rasch. Schon 1768 wohnen 17 Familien in dem neuen Ortsteil von Remagen
Außer der Versorgung der Treidelschiffer und ihrer Pferde verdienten die Neubürger ihren Lebensunterhalt mit Fischen und der Landwirtschaft. Aber es gab auch Rückschläge. Bei einem schweren Hagelunwetter an Maria Himmelfahrt, den 15. August 1736 wurden 10 Morgen Weinberg und viele Obstbäume zerstört. In diesem Jahr war die Ernte sehr mager.
Die 17 Familien wollten eine Kappelle für sich bauen, um dort Gottesdienste zu feiern. Denn sie mußten, um ihrer  Sonntagspflicht nachzukommen nach Remagen gehen – ein weiter Weg. Eine eigene Kappelle bedeutete aber auch eine größere Selbständigkeit. Sicher nicht zur Freude der Remagener, aber mit Unterstützung von Linz, erhielten sie gegen alle Widerstände die Erlaubnis. Darauf hin sammelten sie Steine und bauten mit eigenen Händen ein Gotteshaus. Bezeichnend, dass die Linzer Bürger Schultheiß, Heck und Weissweiler den Bauplatz schenkten und ein Holzhändler aus Linzhausen die Balken für den Dachstuhl spendete. Pfarrer Engels konnte am 23. Mai 1769 den Grundstein legen und 1772 erfolgte durch ihn die Einsegnung. Ob sich der Remagener Pfarrer hierbei gefreut hat, oder nur seine Pflicht tat, ist nicht bekannt. Jedenfalls, obwohl es seine und die seiner Nachfolger, oder zumindest deren Kapläne Pflicht gewesen wäre, an Sonntagen hier eine Messe zu lesen, wurde diese Aufgabe doch meist von Linzer Kapläne erfüllt
.
 
Im Kripper Weinkontor, einem Weinlokal, das heute die Familie Diedenhofen in der Rheinallee betreibt, findet man zwei in die Erde gemauerte Öfen, in denen Kalk gebrannt wurde. Ein weiterer Ofen findet sich auch in der ehemaligen Schlosserei der Familie Marx. Wahrscheinlich wurden sie im frühen 19. Jahrhundert betrieben. Genaue Unterlagen lassen sich nicht finden. Wahrscheinlich wurde der Kalk mit Fuhrwerken aus der Kalkeifel nach Kripp gebracht, hier gebrannt und mit dem Schiff in die großen Rheinstädte Bonn und Köln gebracht, wo er zum Weißen der Häuser benötigt wurde. Die wichtigsten Erwerbsquellen blieben aber bis in die Mitte des 19. Jahrhundert die Landwirtschaft, der Fischfang und in erster Linie das treideln. Der Rheinfisch wurde mit Trötsch und Schalupp gefangen. Die Trötsch war ein ca. 1 qm großes Köchernetz, das an einer langen Stange befestigt war. Die Stange lag auf einem Pfosten, der sich am Bug eines flachen Bootes, der Schalupp, befand. Der Fischer stand am Heck des Nachens und konnte das Netz wie über eine Wippe unter Wasser tauchen. Mit der Trötsch fischte  man vor allem Rheinsalm. Der begehrte Aal wurde mit Reusen gefangen. 

Kripp hatte sich zu einer nennenswerten Treidelstation entwickelt. Da der Zustand eines Treidelpfades für die reibungslose Abwicklung des Schiffsverkehrs sehr wichtig war, mußte dieser regelmäßig instand gehalten werden. Dazu gehörte die Rodung von behindernden Pflanzen und die Reparatur des Weges selbst. Diese war vor allem nach Eisgang oder Hochwasser sehr arbeitsintensiv. Auch gehörte die feste Verankerung von Basaltsteinen (Treidelsteinen) entlang des Flussufer dazu. Sie waren glatt geschliffen und sollten eine schnelle Abnutzung der über sie gleitenden Leinen verhindern. Tiefe Furchen in den Treidelsteinen weisen heute noch auf die enorme Kraftanstrengung der Treidelpferde hin. Die Pferde mußten regelmäßig gewechselt werden. Bereits nach kurzem Einsatz waren sie nicht mehr für andere Arbeiten zu verwenden. Die Pferde trugen an ihrem linken Auge Klappen, um sie vor im Rhein reflektiertem Gegenlicht zu schützen. Ohne Klappe wurden sie schnell auf dem linken Auge blind ("schääl"). Weil das Sonnenlicht der aufgehenden Sonne von der gegenüberliegenden Rheinseite her besonders intensiv einfiel, heißt die Linzer Rheinseite im Volksmund bis heute die "Schääl Sick".

In Kripp gab es nur einen Treidelpfad, in anderen Orten zwei: Einen unteren, der bei normalem Wasserstand genutzt wurde und einen oberen für Hochwasserzeiten. Je nach Größe der Schiffe benötigte man 3 bis 12 Pferde, für kohlebeladene Schiffe sogar 16 bis 20 Pferde. Die sie begleitenden Treidelbauern nannte auch "Rheinhalfen". Jeweils vor der nächsten am Rhein gelegenen Wirtschaft gaben die Rheinhalfen durch lautes Peitschenknallen ihre Bestellung auf: Die Anzahl der Peitschentöne signalisierte dem Wirt, wie viele Krüge Wein er bereitstellen mußte. In den Trinkpausen durften auch die Pferde sich ausruhen und wurden mit Wasser und aus den, vor der Wirtschaft stehenden Krippen, mit Hafer versorgt
Auf je 2 bis 3 Pferde rechnete man einen Halfen. 1781 betrug der Lohn für ein Pferd von Köln bis Mainz 8 bis 10 Reichstaler und während der Hauptfeldarbeit 12 bis 17 Reichstaler. 1821 listet die Binger „Rang-Lade-Ordnung" die Tarife auf. Erstaunlich hierbei ist, dass das kleine Kripp hierin explizit als Zwischenstation genannt wird. Dort heißt es: von Köln bis Kripp und von Kripp bis Koblenz je 15 Franken, von Bonn bis Kripp und von Andernach bis Koblenz je 6 Franken. Hinzu kamen noch das Stallgeld für die Pferde und das Nachtgeld für die Halfen; für den Rückweg Chausseegeld, Aufenthaltsgeld und die herkömmliche Verpflegung
.

Das „Halfen", „Halftern" oder „Treideln" war eine schwere und sehr gefährliche Arbeit, die oft genug Menschen und Tiere das Leben kostete. Um die Gefahr zu verringern war die Leine stets geteilt. Das vermehrte die Zugkraft und die Wendigkeit, denn bei Schwankungen und plötzlichen Strömungen wurden so nicht mehr die dem Schiff nächsten Gespanne umgerissen und durch die lange Leine niedergeschlagen. Stets hing am ersten Pferd griffbereit der „Hab", ein schweres, krummes Schlagmesser, mit dem bei Gefahr die Leine durchschlagen werden konnte. Die Halfen saßen daher auch nicht im richtigen Reitsitz, sondern einseitig auf den Pferden, um schnell abspringen und eingreifen zu können.Trotz dieser Gefahren war das Treideln für viele Menschen entlang des Rheins eine lebenswichtige Einkommensquelle. Als in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhundert die ersten Dampfschiffe den Rhein befuhren, ahnten die meisten von ihnen sicher, dass es mit ihrem Gewerbe wohl bald zu Ende gehen würde. Wie rasant sich die Dampfschiffahrt entwickelte zeigt die folgende Auflistung:
 
 1816 fährt das Dampfboot „Kaledonia" in fünf Tagen von Rotterdam nach Köln.
hier muss die Chronik korrigiert werden. 1816 fuhr die "Defiance" als erstes Dampfschiff auf dem Rhein nach Köln. 1817 fuhr die "Caledonia" als erstes Dampfschiff an Kripp vorbei nach Koblenz. Kapitän war James Watt  (Horst Krebs)
 1822 wird durch Boisserée in Köln die Rheindampfschiffahrt neu angeregt. In diesem Jahr entsteht die niederländische     
 Rhein- und Seeschiffahrtsgesellschaft ersteht.
 1823 Dampfschiff „Der Seeländer" fährt stromaufwärts bis Bacharach.
 1824 Dampfschiff „Der Rhein"  befährt die Strecke Koblenz bis Köln und Rhein auf bis Straßburg. 
 Die „Preußisch Rheinische Dampfschifffahrtsgesellschaft" entsteht.
 1827 Dampfschiffahrtsgesellschaft von Rhein und Main in Mainz gebildet.
 1836 Düsseldorf gründet eigene Dampfschiffahrt.
 1836  Holländer fahren bis Mannheim
 1838  Regelmäßige Dampf Schleppfahrt durch Holländer eingerichtet zwischen Rotterdam und Emmerich.
 1841 Kölnische Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft gegründet. Seit 1853 gemeinsame  Gesellschaft mit Düsseldorf: Köln-Düsseldorfer
 1843 Stinnes beginnt eigene Dampfschleppschiffahrt.
Die Treidelschiffahrt geht entsprechend zurück. Diejenigen, die bisher dort ihr Einkommen fanden, fürchten um ihre Existenz. Im Revolutionsjahr 1848 eskalierte der Konflikt. Bei einer Versammlung von Segelschiffern in Köln wurde die Forderung erhoben, zur Rettung der Treidelschiffahrt alle eisernen Kähne zu verbieten und die Schlepper zu verstaatlichen. Nur noch in Notfällen, wie Hochwasser und Eisgang, dürften sie benutz werden. Bei dieser Versammlung soll auch das Gerücht entstanden sein, dass es straffrei sei die Dampfschiffe anzugreifen. Es verbreitet sich wie ein Lauffeuer entlang des Stroms von Wesseling bis Weißenturm.
Am 3. und erneut am 8. April wurde der Düsseldorfer Schlepper „Niederrhein II“ von der Insel Turner Werth bei Weißenturm mit 90 Schüssen unter Feuer gelegt, wobei sich die Schützen hinter Erdwällen verschanzten. Genau so erging es am 4. April den Schleppschiffen „Overstolz“ und „Franz Haniel“. Der Raddampfer „Stinnes“ wurde am 6. April unter dauerndem Beschuß von Halfen den Rhein hinauf verfolgt. Am 9. April wurde der im englischen Greenwich 1842 gebaute, 60,35 m lange und 130 PS starke Raddampfschlepper „Mannheim I“ von Kripp aus beschossen. Ein in Kripp anwesender Engländer soll der hiesigen „Halfenwehr“ das Exerzieren an einer von ihm beschafften Kanone beigebracht haben.Insgesamt muß allerdings festgehalten werden, dass der Aufstand eher die Hilflosigkeit der Halfen zeigte als deren effektive Wehr. Sie waren nicht organisiert und ihre Bewaffnung war mehr als spärlich. Die Dampfschiffe wußten sich zu wehren. Ruder- und Steuerplätze wurden mit Eisenplatten gesichert und man schoß mit Kanonen zurück
.

Der Aufstand brach schon nach wenigen Tagen vollständig zusammen. Die Preußische Regierung, nach den Märzaufständen auf der Hut, befahl sofort der Armee die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen. Die linke Rheinseite wurde unter Obhut der Dragoner gestellt, und die rechte Seite übernahmen die Uhlaner. In Kripp sorgte eine Schwadron des 4. Dragoner Regiments aus Bonn für Ruhe und Ordnung. Einige der in Kripp an der Beschießung der Dampfschiffer beteiligten Halfen wurden festgenommen und ins Gefängnis nach Bonn überstellt. Welches Urteil sie erwartete ist dem Chronisten nicht bekannt. Der Kripper Bürger- und Heimatverein hat zur Erinnerung an den Halfenaufstand einen Böller am Rheinufer aufgestellt.

Die Halfen protestierten zwar weiterhin für ihre Existenzgrundlage und konnten bei der Frankfurter Nationalversammlung eine Quotenregelung für die „Wassergewerbler“ erreichen, aber die Zeit des Treideln auf dem Rhein, die schon in der Antike unter der römischen Herrschaft begonnen hatte war endgültig vorbei. Der technische Fortschritt ließ auf der einen Seite eine gefährliche und mühselige Arbeit überflüssig werden lassen, aber auf der anderen Seite wurden Tausende von Rheinhalfen arbeitslos.

Bevor wir uns der weiteren Entwicklung des Ortes zuwenden und damit so ernsten Themen, wie die arbeitslosen Rheinhalfen wieder in Lohn und Brot kamen, soll eine Anekdote aus der Zeit des Kulturkampfes (1871-1886) hier erzählt werden. Das vom evangelischen Preußen dominierte zweite Kaiserreich stand mit der katho­lischen Kirche in Konflikt. Der eiserne Kanzler, Fürst Otto Bismarck, hatte die Rechte der Kirche durch mehrere Gesetze stark eingeschränkt. Priester sollten eine staatliche Prüfung ablegen, Orden wurden aufgehoben und Bischöfe ihres Amtes enthoben. Im katholischen Rheinland, dass seit dem Wiener Kongreß, 1815, zu Preußen gehörte war die Auseinandersetzung besonders hart.

Der Ausgangspunkt unserer kleinen Linz-Kripper Geschichte ist folgender. Weihbischof Dr. Kraff aus Trier durfte in Linz nicht in gebührendem Maß empfangen werden. Unter normalen Umständen fanden sich Pfarrer und alle Honoratioren am Stadtrand ein, begrüßten den Bischof unter Abfeuern von Salutschüssen und geleiteten ihn mit allen Ehren unter Glockengeläut und Musik in den Ort. Dort zollte man dem hohen Herrn alle nur erdenklichen Ehren. Das alles war aber am 23. Mai 1876 nicht möglich. Nichts desto trotz eine günstige Gelegenheit für ein paar verwegene Männer, einen Lausbubenstreich auszuführen.Der Linzer Fährmann Rahm und die Fischergilde wollten trotz Verbot den Bischof empfangen. Der Plan flog jedoch auf und Rahm wurde vom Linzer Bürgermeister auf Strengste ermahnt. Der ließ sich jedoch nicht abhalten, änderte allerdings sei­nen Plan. Er besorgte ein paar Fässer Teer und deponierte sie auf dem Kripper Ufer. Entgegen der normalen Gewohnheit, aber ganz zufällig, machte er sein Fährboot in Kripp fest. Gegen Abend zündeten dann wie verabredet die drei Kripper Brüder Edmund, Adolf und Johann Breuer sowie der Nachtwächter die Fässer an. Ein tolles Freudenfeuer zu Ehren des Bischofs. Der begab sich auch hoch zufrieden zum Rheinufer und genoß still die katholische Treue seiner Linzer und Kripper Schäfchen. Gar nicht gut fand dies die Preußische Gendarmerie, die am Linzer Ufer auf- und abreitend, wild nach dem Fährmann gestikulierte. Der aber wollte davon in Kripp nichts mitbekommen und so mußte die Polizei hilflos am rechten Ufer zusehen, wie linksrheinisch das erste „Rhein in Flammen“ veranstaltet wurde. Das ganze hatte dann auch noch ein gerichtliches Nachspiel, bei dem sich sämtliche Hauptbeteiligten allerdings unwissend stellten, so das dem verzweifelten Richter nichts anderes übrig blieb, als den Fall ungesühnt zu den preußischen Akten zu legen.

Um 1800 begann man in Kripp Ziegel zu brennen. Man fand den notwendigen Rohstoff direkt vor der Haustür. Vom Rhein bis zur Eisenbahnlinie Köln-Koblenz und vom Badenacker bis hinter den Baumschulenweg erstreckte sich eine abbauwürdige dicke Lehmschicht von sehr guter Lehmkonsistenz. Um 1860 waren in den Feldziegeleien 46 Tagelöhner und 5 Ziegeleibesitzer tätig. Dies bot Einkommen für annähernd die Hälfte der Kripper Haushalte. Später finden sogar Wanderarbeiter aus Holland, England und dem Lippischen hier eine Anstellung. Der Strukturwandel, so würde man heute sagen, vom Treidelgewerbe zur Produktion des begehrten Baustoffs, war damit in Kripp gelungen. Die Herstellung von Ziegeln, nach der Feldbrandmethode ist eine seit der Antike bekannte Technik. Der Lehm wird in großen Holzbottichen mit Wasser genässt und mit den Füßen gestampft, bis er eine weiche geschmeidige Konsistenz hat. Vom Ziegelschläger wird diese Masse in eine Holzform geschlagen und die überschüssige Masse mit einer Holzlatte abgezogen. Die richtige Dosierung des Einwurfs entscheidet mit die Qualität des Ziegels. Ein guter Ziegelschläger schafft in der Stunde fast 100 Ziegel. Anschließend werden die Rohlinge auf sandbestreute Tische in 2 cm Abstand aus der Form gekippt, wo sie dann für 2 Tage an der Luft trocknen. Danach werden sie gewendet und weiter unter einem Strohdach getrocknet. Zum Schluß werden die Rohlinge in einem nahe gelegenen Feldbrandofen aufgeschichtet. Einen solchen Ofen kann man sich wie ein gemauerten Iglu aus Ziegelsteinen mit einer Öffnung zu Heizen vorstellen. Die große Kunst besteht darin einen solchen Ofen über eine längere Zeit gleichmäßig bei sehr hohen Temperaturen zu beheizen. Hiervon hängt entscheidend die Qualität ab. Ein guter Ziegel soll eine hohe Festigkeit und ein gutes Isoliervermögen haben, er soll fast kein Wasser aufnehmen.

Allerdings kommt es beim Feldbrandverfahren betriebsbedingt zu einem Ausschuss von fast 30 %. Die Ziegel, die der Feuerstelle zu nahe sind verbrennen. Diese so ge= nannte Ausschussware wurde als Deputat, oder gegen eine ausgehandelte Menge an Brandwein an die Arbeiter abgegeben. Viele der kleinen Arbeiterhäuser in der Mittelstraße, Quellenstraße und im Batterieweg sind aus solchen Steinen erbaut. Sie werden in Kripp auch als „Schnapshäuser“ bezeichnet.Der Bedarf an guten Ziegeln wächst mit dem Bauboom der Gründungszeit. Auch in Kripp gibt es nach 1900 mehrere Großbaustellen. Es werden Ziegel für den Bau der Lederfabrik, der Pfarrkirche und des Wasserturms benötigt. Wegen ihrer guten Qualität finden die Kripper Ziegel aber auch ihre Abnehmer in Köln. Der ameri­kanische Millionär Heitemeyer, so wird berichtet, baute um die Jahrhundertwende eine Ringofenziegelei, in der die Ziegel industriell hergestellt werden konnten. Er konnte so für sein eigentliches Ziel, den Bau der Kripper Lederfabrik, die Ziegel sehr kostengünstig herstellen. Später soll er dann die Ziegelei an seinen Schwager verkauft haben.

In der Ringofenziegelei sind die Brennkammern in einem Oval angeordnet. Das Brennen der Ziegel erfolgt dann weiter  verlaufend. Ist man bei der letzten Kammer angekommen, geht es ohne eine Unterbrechung mit der ersten wieder weiter. Auch kann man die Wärme sehr effizient zum Trocknen und langsamen Abkühlen der Ziegel ausnutzen. Der Ringofen wurde unter wechselnden Besitzern bis 1959, zuletzt von der Firma Ludowici, betrieben. Als Baustoff wurde Ziegel im zwanzigsten Jahrhundert in unserer Region zunehmend durch Bims ersetzt. Auch neigten sich die Kripper Lehmvorräte ihrem Ende zu. Nun ging man dazu über die Kiesvorräte, die sich unter den Lehmschichten befinden, auszubeuten. Ab 1960 übernahm die Firma Beton Union das Werk und produziert seitdem dort Beton.

Durch die Ziegelproduktion erhielt Kripp einen starken Zuzug. Waren bis dahin die Wohnhäuser der Kripper hauptsächlich in Rheinnähe gelegen, so verlagerte sich die Bebauung zunehmend ins Oberdorf. Auch entwickelte sich weiteres Gewerbe. Hier sei zum Beispiel die Weinessig- und Senffabrik „Obermann und Sorgenfrei“ genannt. Die 1872 gegründete Fabrik wurde ab 1887 von Vincenz Voß geleitet. Der war ursprünglich Steuerprüfer, hatte die Bücher der Senffabrik geprüft und dabei die verwitwete Sybille Obermann, geborene Sorgenfrei, kennen und lieben gelernt. Er entschloss sich seinen Beamtenstatus aufzugeben, in die Firma einzu­steigen und die Witwe zu heiraten. Die Familie Voß erwarb sich durch ihr soziales Enga­gement ein sehr hohes Ansehen bei der Kripper Bevölkerung, die es ihr durch die Umbenennung der Straße „Ober dem Zaun“ in „Voßstraße“ dankte.

Aufgrund des starken Bevölkerungsanstiegs war die alte Kapelle inzwischen viel zu klein geworden. Man wünschte sich eine neue große Kirche. Dies wäre  der erste Schritt für die Kripper zu einer eigene Pfarrgemeinde hin. 1901 war es endlich so weit. Es konnte am höchsten Punkt des Ortes der Grundstein gelegt werden für eine neue, zweischiffige neugotische Kirche. Architekt war der Kölner Dombaumeister Pickel, der zu dieser Zeit auch zeitgleich die Remagener Kirche durch einen neoromanischen Bau erweiterte. 1902 wurde die Kirche eingesegnet und ein Jahr später feierlich durch Weihbischof Schrod geweiht. Im Jahre 1909 erhielt Kripp dann unter dem Vikar Dr. Roßmann den Status einer Kapellengemeinde, und 1918 wurde Kripp selbständige Pfarrgemeinde. Der erste Pfarrer von Kripp war Pastor Brückert.

Ebenfalls in diesen Jahren, 1904, wurde der Wasserturm gebaut. Er versorgte die Kripper Bevölkerung mit frischem Trinkwasser. Bis dahin mußte Wasser an der Pumpe vor der Kirche geholt werden. Die Originalpumpe ziert heute den Platz in der Ortsmitte. Kirche und Wasserturm bestimmen noch heute das Ortsbild
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Kripper Schulchronik
 
Selbst die aufständischen Bürger aus dem kleinen Ort Kripp, besuchten eine Schule um das schon vorhandene Grundwissen weiter auszubauen. Dies begann vor ca. 175 Jahren. Denn im Jahre 1830 bekam Kripp die alten Schulmöbel aus Remagen "zugewiesen" um einen eigenen Schulbetrieb aufzubauen. Jenes geschah zur damaligen Zeit nur mit der Zustimmung der Katholischen Kirche, welche auch die Aufsichtspflicht über den Lehrkörper hatte. Leider war es sehr schwierig, über die ersten 90 Jahre der Geschichte der Kripper Volksschule Informationen zu erhalten, daher hier die Bitte, Nachsicht walten zu lassen. Das erste Schulgebäude, bei den Krippern auch als ‚Eulenkasten’ bekannt, befand sich auf dem heutigen Dorfmitten-Platz direkt an der Quellenstraße. Später kam noch ein Ziegelsteingebäude hinzu, welches zeitweise als Mädchenschule diente. Nach Umzug der Schule 1963 wurde diese als katholischer Kindergarten genutzt.
Von 1830 bis 1969/70 besuchte man bis zum 8. bzw. 9. Schuljahr die Kripper Volksschule (Volksschulabschluss). Ab 1970 wurden in Kripp nur noch die ersten vier Jahre unterrichtet Durch den stetigen Zuwachs der Einwohnerzahl in Kripp wurde es mit der Zeit immer schwieriger für die, welche Verantwortung hatten, einen ordnungsgemäßen Schul unterricht durchzuführen. Die Rufe nach einer neuen, größeren Schule wurden immer lauter. Die Absicht, die durch einen Anbau zu vergrößern, wurde fallen gelassen, da man Bedenken wegen des dort beengten Spielplatzes und der Gefahren des Verkehrs auf der Straße hatte. Also musste ein Neubau her. Für dieses Unterfangen fehlte allerdings noch ein geeignetes Grundstück. Dieses konnte man dann im Jahre 1959 von der Erbengemeinschaft Niessen für 30.000 DM erwerben. Schulgrundstücke in Kripp werden gekauft - Neubau soll in zwei Bauabschnitten ausgeführt werden. (Artikel aus der Rhein-Ahr-Rundschau vom 26.August 1959) Erwartungsgemäß war der Stadtrat einstimmig für den Ankauf, wie es bei der letzten Sitzung mit Ortsbesichtigung in Kripp besprochen worden war.
Amtsbürgermeister Dr. Kemming erläuterte noch einmal die Schulsituation in Kripp und warum man  von einem Erweiterungsbau der alten Mädchenschule in Kripp abgesehen hat. Die Aufsichtsbehörde hat für das Baugrundstück zwischen der Pastor-Keller-Straße und der Römerstrasse (Lederfabrik) die Zustimmung gegeben. Das Stück ist 183 m lang und 56 m breit. Um in Verbindung mit dem Schulhof auch ein Sportplatz für die sporttreibende Jugend und die Schule zu erhalten, ist es notwendig, ein Anschlussgrundstück von 126 Ar zu kaufen.   
Grundstückskosten betragen etwa 50.000 DM. In Arbeitsgemeinschaft haben die Remagener Architekten Urbach und Diehl einen Entwurf für den Schulneubau angefertigt, der in der Sitzung gezeigt wurde.
 
Im rechten Flügel sind vier und im linken Flügel zwei Klassenräume sowie Schulküche und Gymnastikraum vorgesehen. Wegen der Tiefenlage des Geländes kommen die Fenster des Kellergeschosses des linken Flügels ohne Ausschachtungsarbeiten frei zu liegen. Der eingeschossige Bau wird etwa 600.000 DM kosten. Die Nebenkosten betragen 76.000 DM. Bei einem Drittel Landeszuschuss müsste die Stadt 400.000 DM verkraften, was in zwei Bauabschnitten möglich wäre. Zuerst würden die vier Klassenräume gebaut. Die vierte Lehrerstelle ist bereits eingerichtet. Zu einem Kinderspielplatz gibt das Land 50 vH Zuschuss. Diese Frage wird noch besonders beraten. Die beiden Grundstücke werden gekauft, die Baugesuche und Beihilfeanträge werden sofort gestellt; sie müssen geprüft werden und am 1.Oktober der Regierung vorliegen.
Man rechnet mit Baubeginn im nächsten Jahr. Am Freitag, 17:00 Uhr, ist in dieser Sache noch eine Besprechung des Bauausschusses mit den Kripper Stadtratsmitgliedern und Lehrern. Hauptlehrer Anschütz begrüßte den Bauplan und dankte dem Stadtrat für den Beschluss.
Pfarrer Kern gab der Freude über die Vollendung der Schule Ausdruck. Neben dem Gotteshaus, so sagte der Pastor, habe das Schulhaus eine hohe Bedeutung. Der Neubau diene einer Bekenntnisschule, in der das Ideal einer christlichen Erziehung gepflegt würde. Diese Schule soll nicht nur das Wissen, sondern auch das Gewissen fördern. Nur die Bekenntnisschule gebe der Kirche den notwendigen Raum für ihre Erziehungsaufgabe, sie gebe aber auch dem Staat den ihm gebührenden Anteil an der Heranbildung der Jugend. In der Bekenntnisschule müsse der christ-katholische Geist durch alle Unterrichtsstunden wirksam werden. Die Verdrängung der Religion aus der Schule sei ein Angriff auf das Elternrecht und führe zur Gottlosigkeit des Volkes. Das Elternrecht aber sei das oberste Recht, das erhalten bleibe müsse. So sei die Schule die Pforte des Lebens. In diesem Sinne segnete Pfarrer Kern den Grundstein und damit den ganzen Neubau und sprach die Gebete der Kirche.
Amtsbürgermeister Dr. Kemming sprach von dem Willen des Stadtrates, in Kripp diese sechsklassige Schule zu errichten, deren Rohbau nun fertiggestellt sei. Das neue Bauwerk werde vorbildlich in Ausmaß, Einrichtung und Form. Er verlas sodann den Wortlaut der Urkunde, die in einer Metallhülse in den Grundstein eingemauert wurde.


Die Urkunde
"Im Jahre des Herrn eintausendneunhundertundsechzig, 16 Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges (1939-1945) mit seinen Millionenopfern an Blut und Gut, als Deutschland infolge des Krieges in zwei Teile gespalten war, 12 Jahre nach Errichtung des westlichen Deutschlands als Bundesrepublik Deutschland nach einer noch nicht zur Ruhe gekommenen, durch Flucht und Vertreibung als Folge des Krieges ausgelösten Binnenwanderung von Millionen Deutschen, von einem begonnenen, von der Welt bewunderten staatlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wiederaufstieg Deutschlands in der Bundesrepublik, in einer Zeit hoffnungsvoller Bemühungen um eine wirtschaftliche und politische Gemeinschaft in einen geeigneten und christlichen neuen Europa für eine friedvollere Welt, erfolgte am 7.Juli 1961, die feierliche Einmauerung dieser Urkunde in die Fundamente dieser Volksschule, welche die Stadt Remagen ihren Kindern und ihrer Jugend in Remagen-Kripp errichtet zum Zeugnis ihres Kultur- und Opferwillens und ihres Verantwortungsbewusstseins gegenüber der lebenden Generation und den kommenden Geschlechtern. Diese Schule wurde errichtet nach den Plänen der Architekten Heinz Diehl und Johannes Urbach, Remagen. Bauausführung: Arbeitsgemeinschaft Valentin Seifert, Remagen, und Winfried Neuß, Kripp/Rhein. Der Neubau dieser Schule wurde ermöglicht durch die großzügige von der Bezirksregierung Koblenz vermittelte Hilfe, des Landes Rheinland-Pfalz und des Kreises Ahrweiler welche sich mit einem Betrag von 215.000 DM an den auf 651.500 DM veranschlagten Kosten beteiligten, was hier zum Dank vermerkt sei. Möge dieses Werk glücklich vollendet werden und möge von ihm ausgehen der Segen Gottes als Unterpfand für Glück, Wohlstand und Frieden von Geschlecht zu Geschlecht."

Die Festteilnehmer gingen dann ins Erdgeschoss des Mitteltraktes, wo die Schuljugend in Lied und Gedicht dem Werk, ihrer Schule, die Ehre gaben."Unser Herz fängt zu bauen an", hieß es in einem Spruch der Kinder. Das war auch die Stimmung, die alle erfüllte, die Zeuge dieser denkwürdigen Feierstunde waren. Vor dem Haus an der Ortseite hob nun der hohe Drehkran die große Richtkrone hoch. Dieter Kleebach sprach als Zimmererlehrling den Richtspruch und ein Maurer- und Zimmerergeselle leerten ein Gläschen auf das gute Gelingen ihrer gemeinsamen Arbeit.
Tag der Schuleinweihung in Kripp 
In zweijähriger Bauzeit entstand ein moderner Schulbau (Zeitungsartikel vom Januar 1963)


"Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachsen und Gedeihen liegt nur in Gottes Hand." Dieser sinnvolle Spruch auf der Stirnwand des Flures neben den Klassenräumen der neuen Volksschule in Kripp ist wegweisend für die erzieherische Arbeit und den Geist, der die Lehrpersonen erfüllt.
Heute ist der Tag der Einweihung, an dem Schulkinder und Lehrerschaft, Priester und Bürgermeister, Vertreter der Bezirksregierung und Kreisverwaltung, Stadträte und Bürger mit gleicher Freude teilnehmen .Die allte Schule aus dem Jahre 1830 war den schulischen Anforderungen räumlich und baulich nicht mehr gewachsen. Mutig entschloss sich der Stadtrat von Remagen-Kripp unter Bürgermeister Dr. Kemming zu einem modernen Neubau. Die Architekten Johannes Urbach und Heinz Diehl haben den Bauplan entworfen und gemäß dem Auftrag des Stadtrates auf die kommende weitere Steigerung der Schülerzahl Rücksicht genommen. Vier Klassenräume, davon zwei mit durch Glaswand getrennten Gruppenräumen stehen der Jugend zur Verfügung. Zwei weitere Klassenräume sind in dem anderen Trakt des Gebäudes. Alle Klassenräume erhielten neue Schulmöbel. Toiletten und Aufbewahrungsräume für die Lehrgegenstände,  sowie die Lehrerzimmer und ein Zimmer für den Schulleiter sind in dem Geschoss in zwei Bauflügeln zweckmäßig und schön untergebracht. Darunter  ein  Mehrzweckraum, die Aula, in der auch heute der Festakt zur Einweihung sein wird. Hier sind auch die Lehrküche für die Mädchen und ein Werk= raum für die Jungen, hier sind Duschen und Toiletten mit Umkleide- und Waschräumen, die auch von den Sportlern benutzt werden sollen sowie die Ölheizungsanlage.

Hauptlehrer Hans Anschütz wird heute vom Bürgermeister den Schlüssel des Hauses erhalten. Mit ihm sind zur Zeit die Lehrer Frau Else Seifert, Leo Ulrich und Klaus Neuhoff an der Schule tätig. Ostern wird man die fünfte Lehrstelle einrichten müssen, da dann schon 210 Kinder zu unterrichten sind. Die Zahl wird noch weiter steigen.
Beim Eintritt in die große Vorhalle im Knie der beiden Bautrakte fällt der Blick auf eine große Ausstellungsvitrine, in der Schülerarbeiten ausgestellt werden. 
Zur Schuleinweihung ist hier auch das von Schülern vorbildlich gebastelte Modell der neuen Schule, die am Martinsfest als Fackel gezeigt wurde, ausgestellt.

Die Schulleiter

ab ca.1890 Herr Kern, Herr May
bis 1918 Herr Pies
bis 1947 Herr Hoellen
bis 1955 Herr Schmitz
bis 1974 Herr Ulrich
bis 1991 Frau Seifert
seit 1991 Herr Stümper

Schulgeschichte 1963 - 2005

Ostern 1966 – Herbst 1967: 
In diesem Zeitraum gibt es zwei Kurzschuljahre. Der Einschulungstermin liegt jetzt nach den Sommerferien.
28.09.1966: 
Hauptlehrer Leo Ulrich tritt die Nachfolge von Hauptlehrer Anschütz an. Zum Kollegium gehören Frau Seifert, Frau Floß und Frau Woll.
01.08.1969: 
Mit Beginn des Schuljahres 69/70 ist die Volksschule Kripp nur noch eine Grundschule. Die Jahrgänge 5-9 gehören zur Volksschule Remagen. Die Grundschule hat drei Klassen. Die übrigen Klassenräume werden vom 5. und 6. Schuljahr der Volksschule Remagen belegt.
01.08.1970:  
Im Schuljahr 70/71 wird die Grundschule 4-klassig. Der offizielle Name ist nicht mehr Kath. Volksschule, sondern Volksschule Remagen – Kripp. Es unterrichten, Herr Ulrich, Frau Seifert, Frau Floß und Frau Flier.Im Schuljahr 70/71 wird die Grundschule 4-klassig. Der offizielle Name ist nicht mehr Kath. Volksschule, sondern Volksschule Remagen – Kripp. Mit Beginn des Schuljahres 69/70 ist die Volksschule Kripp nur noch eine Grundschule. Die Jahrgänge 5-9 gehören zur Volksschule Remagen. Die Grundschule hat drei Klassen. Die übrigen Klassenräume werden vom 5. und 6. Schuljahr der Volksschule Remagen belegt.
19.06.1974: 
Hauptlehrer Ulrich wird als Schulleiter verabschiedet. Konrektor Walter Kesselheim von der Grund- und Hauptschule Remagen wird mit der Wahrnehmung der Schulleitergeschäfte beauftragt.
01.10.1974 
Frau Ilse Seifert wird Schulleiterin der Grundschule Kripp.
Sommer 1982: 
Frau Floß tritt in den Ruhestand und wird durch Frau Born ersetzt. 
Sommer 1991: 
Frau Seifert tritt in den Ruhestand. Herr Stümper wird neuer Schulleiter. Gleichzeitig wächst die Schule von fünf auf sieben Klassen. Die frühere Lehrküche im Keller, die zwischenzeitlich als Vereinsraum genutzt wurde, muss als Klassenraum genutzt werden.
Sommer 1992: 
Zum ersten Mal findet ein Spielnachmittag für die Vorschulkinder statt.
10.05.1993: Auf Einladung von Schulleitung und Schulelternbeirat findet die Gründungsversammlung des Fördervereins statt.
Sommer 1994: 
Die Grundschule wird nun durchgängig zweizügig. Am 08.Juni 1995 findet die Einweihung statt. Das Kolle-gium besteht jetzt aus neun Personen: Frau Hewel, Frau Beutgen, Frau Brönner, Frau Born, Frau Kaesler, Frau Weyand, Frau Schmidt-Wirth, Herr Schanzen und Herr Stümper.
Sommer 1998: 
Mit der Einführung der vollen Halbtagsschule werden feste Unterrichtszeiten für alle Schüler festgelegt. Die Kripper Grundschule ist jetzt Ausbildungsschule. In den Jahren 1998 bis 2003 werden neben verschiedenen Praktikantinnen die Referendarinnen Ute Schäfer, Daniela Neuenfeld-Zwolsky und Tanja Schlesiger ausgebildet.
Frühjahr 2000: 
Die Schule wird mit den ersten Computern ausgestattet. Heute verfügt jede Klasse über einen PC und die Schule verfügt über mehrere PCs mit Internet-Zugang.
Sommer 2002: 
Zum zweiten Mal findet eine Schulolympiade statt.
Sommer 2004: 
Nach langen Planungen, findet im Sommer 2004 das Grosse Sommerfest mit vielen Aktivitäten der einzelnen Klassen zum 40.-Jährigen Jubiläum der Grundschule Kripp statt.

Herbst 2004: 
"Endlich" die neue Sport- und Turnhalle ist fertig. Nach langen diskussionsreichen Jahren ist es vollbracht..Nach langen Planungen, findet im Sommer 2004 das Grosse Sommerfest mit vielen Aktivitäten der einzelnen Klassen zum 40.-Jährigen Jubiläum der Grundschule Kripp statt.Zum zweiten Mal findet eine Schulolympiade statt.Die Schule wird mit den ersten Computern ausgestattet. 


Heute (ab 2005)verfügt jede Klasse über einen PC und die Schule verfügt über mehrere PCs mit Internet-Zugang. Mit der Einführung der nun vollen Halbtagsschule werden feste Unterrichtszeiten für alle Schüler festgelegt. Die Kripper Grundschule ist nun Ausbildungsschule. 

Aktivitäten des Schulelternbeirates der Grundschule Kripp

Die 60er Jahre:
Nach Erbauung des Grundschulgebäudes, damals noch Volksschule Kripp, setzte sich der Elternbeirat erfolgreich dafür ein, dass die Außenanlagen instand gesetzt wurden.Eine Verlegung der evangelischen Kinder nach Remagen konnte u.a. durch den Einsatz des Elternbeirates verhindert werden.Ende der 60er Jahre, als die Volksschule in ein System aus Grund- und Hauptschule reformiert wurde, forderte der Elternbeirat mit Nachdruck den notwendigen Bau einer Hauptschule in Remagen. Dem Einsatz der Eltern und der Lehrer war es zu verdanken, dass die Aula der Volksschule Kripp nicht in Klassenräume umgebaut wurde, um dort bis zur Fertigstellung der Realschule Platz für die Realschüler zu schaffen. Der Unterricht für die Realschüler fand stattdessen in eigens dafür auf dem Schulgelände aufgestellten Baracken statt.
Die 70er Jahre:
Nach dem Umsetzen der Schulreform gastierten die Hauptschüler Anfang der 70er Jahre immer noch im Gebäude der Grundschule. Da ein Unterricht in dem durch Hauptschüler mit in Anspruch genommenen Schulgebäude nur unter erschwerten Bedingungen möglich war, wurden die Forderungen zum Bau einer neuen Hauptschule forciert und durchgesetzt. Bereits in dieser Zeit wurde ein Turnhallenausschuss gegründet, der sich für einen Bau einer Turnhalle auf dem Schulgelände einsetzte.
Die 80er Jahre:
Eine beabsichtigte Reduzierung der Lehrstellen, nach den Ausscheiden von Frau Floß, konnte vermieden werden. Gemeinsam mit der Schulleitung und den Lehrkräften wurde vor Ende des Schuljahres 1983/84 das erste im größeren Rahmen durchgeführte Schul- und Sportfest organisiert. Die 90er Jahre: Auch in den 90er Jahren bemühte sich der Elternbeirat intensiv um einen sicheren Schulweg im Bereich der Mittelstraße und der Neustraße. Durch den Einsatz interessierter Eltern und der Mitglieder des Elternbeirates gelang es, einen Förderverein zu gründen. Der Förderverein konnte dann mit Unterstützung des Elternbeirates und einer Elterninitiative eine Übermittagsbetreuung in Form einer Betreuenden Grundschule anbieten. Im weiteren hat der Elternbeirat sich für die Anschaffung neuen Mobiliars eingesetzt und einen wesentlichen Beitrag bei den Überlegungen zur Erweiterung des Schulgebäudes geleistet.
Seit 2000:
In Abstimmung mit dem Förderverein und der Schulleitung erfolgte im neuen Jahrtausend die Ausstattung der Schule mit Computern und Internetanschluss für Unterrichtszwecke.
Die Bemühungen zum Bau der neuen Turnhalle wurden trotz vieler Rückschläge endlich belohnt. Im Jahre 2004 konnte die neue Turnhalle auf dem Gelände der Grundschule eingeweiht werden.


Die Schulelternbeiratsvorsitzenden in chronologischer Reihenfolge:

1962 bis 1967 Josef Etscheid
1967 bis 1971 Ludwig Wahl
1971 bis 1973 Philipp Bauer
1973 bis 1977 Arno Matuszak
1977 bis 1981 Rita Zeilhofer
1981 bis 1985 Helmut Kremer
1985 bis 1989 Wolfgang Möcking
1989 bis 1991 Helmut Kremer
1991 bis 1992 Elisabeth Tempel
1992 bis 1995 Karsten Sennewald
1995 bis 1997 Dietrich Tröber
1997 bis 1999 Peter Ott
1999 bis 2001 Rainer Doemen
2001 bis 2004 Ellen Vilzen
seit 2004 Elke Weber 

Der Förderverein der Grundschule Kripp 

Am 10.Mai 1993 war die Geburtsstunde des Fördervereins. Auf Einladung des Schulelternsprechers Karsten Sennewald und des Schulleiters Karl-Peter Stümper trafen sich 30 Gründungsmitglieder und wählten einen dreiköpfigen Gründungsvorstand bestehend aus Margret Schittko-Wacker, Elga Sausmikat und B. Heerdmann. Der neu gegründete Förderverein setzte sich zum Ziel, die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Grundschule zu unterstützen und durch Finanzierung zusätzlicher Materialien zur Verschönerung des Umfeldes der Grundschule beizutragen
12 Jahre später, ist der Förderverein nun 71 Mitglieder stark. In diesen 12 Jahren hat sich der Verein bemüht die Ziele auch in Taten umzusetzen. Sowohl einmalige Anschaffungen wie auch regelmäßige Aktivitäten kennzeichnen das Vereinsleben.


Zu den Fördermaßnahmen und Aktivitäten gehören unter anderem:

Bewirtung der Eltern am Tag der Einschulung
Stiften des Adventskranzes
Waffelbäckerei für alle Grundschulkinder in der Adventszeit
Unterstützung von Schulfesten durch Bewirtung
Organisieren eines Schulbuchbasars
Finanzielle Unterstützung bei Klassenfahrten und Tagesausflügen
Finanzielle Unterstützung der Schülerzeitung
Finanzierung von Lernmitteln
Anschaffung von Pausenspielgeräten
Tischtennisplatte für den Schulhof
Kletterburg auf dem Schulhof
Sporttrikots für die Schule
Holzrundbank für den Schulhof
Unterstützung von Autorenlesungen
Laminiergerät
Materialschränke für die Klassenräume

Eine beabsichtigte Reduzierung der Lehrstellen, nach den Ausscheiden von Frau Floß, konnte vermieden werden. Gemeinsam mit der Schulleitung und den Lehrkräften wurde vor Ende des Schuljahres 1983/84 das erste im größeren Rahmen durchgeführte Schul- und Sportfest organisiert. 
Auch in den 90er Jahren bemühte sich der Elternbeirat intensiv um einen sicheren Schulweg im Bereich der Mittelstraße und der Neustraße. Durch den Einsatz interessierter Eltern und der Mitglieder des Elternbeirates gelang es, einen Förderverein zu gründen. Der Förderverein konnte dann mit Unterstützung des Elternbeirates  eine Übermittagsbetreuung in Form einer Betreuenden Grundschule anbieten. 
Nach dem Umsetzen der Schulreform gastierten die Hauptschüler Anfang der 70er Jahre immer noch im Gebäude der Grundschule. Da ein Unterricht in dem durch Hauptschüler mit in Anspruch genommenen Schulgebäude nur unter erschwerten Bedingungen möglich war, wurden die Forderungen zum Bau einer neuen Hauptschule forciert und durchgesetzt. Bereits in dieser Zeit wurde ein Turnhallenausschuss gegründet, der sich für einen Bau einer Turnhalle auf dem Schulgelände einsetzte. Nach Erbauung des Grundschulgebäudes, damals noch Volksschule Kripp, setzte sich der Elternbeirat erfolgreich dafür ein, dass die Außenanlagen instand gesetzt wurden.
 Eine Verlegung der evangelischen Kinder nach Remagen konnte u.a. durch den Einsatz des Elternbeirates verhindert werden.Ende der 60er Jahre, als die Volksschule in ein System aus Grund- und Hauptschule reformiert wurde, forderte der Elternbeirat mit Nachdruck den notwendigen Bau einer Hauptschule in Remagen. Dem Einsatz der Eltern und der Lehrer war es zu verdanken, dass die Aula der Volksschule Kripp nicht in Klassenräume umgebaut wurde, um dort bis zur Fertigstellung der Realschule Platz für die Realschüler zu schaffen. 
Der Unterricht für die Realschüler fand stattdessen in eigens dafür auf dem Schulgelände aufgestellten Baracken statt.Zum Abschied gab es für Frau Kontschack noch eine musikalischen Gruß von allen.Gebührend wurde die beliebte Hausmeisterin Karla Kontschack nach nahezu 30 Jahren von Lehrerschaft, Schülern und deren Eltern verabschiedet. Als guter Geist ist sie in die Schulgeschichte eingegangen und hat die Geschicke der Schule mitgestaltet. 1998 ist sie dann in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Für sie war die Schule stets mehr als eine Arbeitsstätte, sie sorgte dafür, dass sich die Schüler und ihre Lehrerinnen und Lehrer in der Schule wohlfühlen konnten.
Informationen zur Erstellung dieser Chronik stammen zum Teil aus der Festzeitschrift der Grundschule Kripp anlässlich ihrem 40 jährigen Bestehen. Herzlichen Dank gilt auch der Familie  Willi Überbach, für die Bereitstellung der alten Zeitungsartikel und Bilder
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