Kripper Pfarrheim  ©

© Bericht von Willy Weis und Hildegard Funk

Nach dem Kapellenbau in Kripp wuchs stetig eine kleine Glaubensgemeinde heran, die seit 1803 als Filiale im Pfarrverband Remagen stand, aber schon in frühen Jahren den Wunsch nach Unabhängigkeit hegte. Unermüdlich versuchten die Kripper Gläubigen , sich von der Pfarrei Remagen zu lösen.

                          
                          Der Bau des geräumigen Pfarrhauses aus Ziegelsteinen unmittelbar hinter der Kirche war die
                          letzte Tat des stets emsigen Kripper Vikars Rohsmann                                                   Foto: Ruch


Pfarrer Windeck, der diese Bestrebungen der jungen Gemeinde unterstützte, richtete 1835 ein Gesuch an den damaligen preussischen König Friedrich Wilhelm, in Kripp einen Vikar anstellen zu dürfen. Zur Begründung führte er die Entfernung zu Remagen und die wachsende Seelenzahl der Kapellengemeinde von 310 Köpfen an. Der Weg für Alte, Gebrechliche und Kinder war bis zur eigentlichen Pfarrkirche in Remagen zu weit, und die Wege waren je nach Witterung unpassierbar und derart schlecht, dass 1843 für das "Richten der Schuhe des Pastors bei 1,5 Jahren Dienstweg" im sogenannten Kirchenrechnungsbuch ein Betrag von 20 Silbergroschen ausgewiesen wurde.


Für die Dotierung schlug Pfarrer Windeck 500 frs. jährlich vor, weitere 500 frs. sollten aus Remagener Pfarrobligationen frei gemacht werden, während Kripp selbst für eine freie Wohnung Sorge tragen sollte. Als das Gesuch negativ beschieden wurde, sorgte Kripp für sich selbst und lieh sich auswärtige geistliche Herren aus, um den Sonntags= gottesdient feiern zu können. Ab 1842 zelebrierte der jeweilige Remagener Kaplan die Frühmesse, und ab 1858 zahlte die Gemeine Kripp 50 Taler Vergütung an Pfarrer Knöppel für den Kaplan zwecks Abhalten eines Hochamtes.

1864, fast 100 Jahre nach Errichten der Kapelle, bildete sich ein Kirchenvorstand, um die Loslösung von Remagen zu erreichen. 1876 erscheint Kripp mit einer eigenen Kirchenrechnung.
Der Kapellenvorstand wurde im 1877 in Folge des Kulturkampfes aufgelöst und zur Übergabe des Kapellenvermögens an die Remagener Pfarrei aufgefordert. Unter dem Vorsitz von Johann Kirchbaum reagierte der Kapellenvorstand empört. Alle Tricks und Mittel wurden gefunden, damit die Übergabe des Vermögens an Remagen heraus gezögert werden konnte.

Das dies den Kripper Gläubigen nicht einerlei gewesen ist, geht aus dem regen Schriftwechsel des Remagener Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Schneider mit den Behörden hervor, in dem er sich höheren Ortes mit geharnischten Schreiben über das Kripper Verhalten beschwerte:"Wie Euer Wohlgeboren ersehen, haben die Kripper einen Staat im Staate bildend die Angelegenheit schon auf eigen Faust geordnet."

Zur Errichtung einer eigenen neuen Kirchenanlage und zur Dotierung einer Pfarrstelle, förderte dann auch Pfarrer Lenzen durch eine großzügige Stiftung die Abtrennung von Remagen. 1896 kam die kirchliche Behörde, nachdem sich bereits 48.000 Mark im Fond Lenzen angesammelt hatten, dem Wunsch der Kripper Gläbigen nach und ernannte Kaplan Rohsmann zum Vikar von Kripp.

Diesem Vikar, der sich schon seit langem der Filiale Kripp mit gamnzem Herzen angenommen hatte, verdankt die Pfarrei Kripp sehr viel. Er war es, der den lang gehegten Wunsch nach einer Kapellengemeinde zum Abschluss brachte. Dieses Ereignis, vom Remagener Kirchenvorstand am 10.März 1910 beschlossen, vom Bischof Korum am 29.August 1910 urkundlich beglaubigt und von der königlichen Regierung Coblenz am 26.September 1910 bestätigt, wurde öffentlich von der Kanzel in Remagen und Kripp bekannt gegeben.

Der Bau des geräumigen Pfarrhauses aus Ziegelsteinen, unmittelbar hinter der Kirche, war die letzte Tat des stets emsigen Kripper Vikars Rohsmann. Im Folgenden bemühte er sich um die vollkommene Selbständigkeit, die er jedoch leider nicht mehr erlebte. Am 2.Oktober 1914 verstorben, fand er die letzte Ruhestätte in seinem geliebten Kripp.

Endlich erfolgte vier Jahre nach Antrastellung am 31.Oktober 1918 die kanonische Dismembration und Errichtung der Pfarrei, die urkundlich am 1.Dezember 1918 in Kraft trat. Bei Erhebung zur selbständigen Pfarrgemeinde fanden nach behördlich vorgesehenen Wahlen für die neue Kirchen-Gemeindevertretung folgende Personen erstmals Aufnahme: Peter Brenner (Vorsitzender), Gustav Grundmann (Stellvertreter), Hermann Blank, Michael Rick, Jakob Blank, Jakob Geef, Joh. Hubert Zihs, Anton Rick, Michael Palm, Johann Tempel, Michael Breuer, Severin Luchs, Jakob Tempel, Johann Hammer, Hugo Laudi und Christian Betzing.

Die Pfarrei Remagen, zu der Kripp von 1803 bis 1908 als Filiale gehörte, war bis zum Jahr 1802 dem Erzbistum Köln angegliedert. Danach kam sie zum Bistum Aachen, bis sie dann im Jahr 1824 durch die Umsetzung der Bulle "De salute animarum" von 1821 dem Bistum Trier zugeschlagen wurde. An eigenen, in Kripp angestellten Geistlichen versahen ab 1909 Johannes Rohsmann, Vikar zu Kripp bis 1914, Josef Adolf Brückert von 1914 bis 1918 als Vikar, von 1918 bis 1931 als Pfarrer und von 1930/31 bis 1936 Pfarrer Anton Halft ihre seelsorgerische Tätigkeit. Die Pfarrei wurde 1936 von Pastor Dr. Emmerich Wilhelm Keller übernommen, der durch seine verbalen Angriffe gegen das NS Regime wegen "staatsabträglicher Aeußerungen" von der Gestapo verhaftet und in Verhören terrorisiert wurde. Wegen seiner oppositionellen Haltung wurde ihm ein Sicherungsgeld von 100 Reichsmark auferlegt, es wurde ein Unterichtsverbot verhängt und er wurde vom Oberlandesgericht Köln wegen der genannten Vorwürfe zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Ein tragischer, tödlicher Verkehrsunfall riss den von rastloser Energie erfüllten Menschen am 25.April 1951 aus seinem schaffensreichen Leben.

Pfarrer Josef Kern übernahm die seelsorgerische Tätigkeit in Kripp bis 1968. Zur weiteren seelsorgerischen Betreuung wurde nachfolgend eine "unio aeque principatis" der beiden Pfarreien Peter und Paul in Remagen und Johannes Nepomuk in Kripp mit entsprechender Stellenbesetzung eines Vikars in Kripp am 15.Juni 1968 beschlossen, jedoch aus Priestermangel am 21.august 1986 wieder aufgelöst.
Die Grunddienste werden von der Pfarrei Peter und Paul im Pfarrverband übernommen. Sie ist Ansprechpartner für alle religiösen Angelegenheiten und für Angelegenheiten wie Taufscheine, Messbestellungen, Aufgebote usw., die dann im Pfarramt Remagen erledigt werden.
Die kirchliche Verwaltung wird vom gewählten Kripper Pfarrgemeinderat erledigt. Er ist für den Ablauf der Liturgie zuständig. Der Pfarrverwaltungsrat als gewähltes und auch verantwortliches Gremium, ist für die Liegenschaften und das Vermögen der hiesigen Kirchengemeinde, sowie für die technische Administration der Kirchengebäude zuständig. Die Pfarrei ist der Rendantur angeschlossen.