.... immer wieder Kripp   360 Seiten

Kleine Lichtblicke eines rheinischen Dorfes



Copyright 2020 Horst Krebs

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt

ISBN 9783752895346


Kripp ist ein großer Lichtblick, das Buch handelt von den kleinen Lichtblicken.

Das Überlebte unserer Mütter und Väter wird durch unser Wissen heute verstanden. Die Gräber verschwinden und neues Land blüht, vom ersten bis zum letzten Blick. Genau so ernähren sich die Generationen. Am Ende muss man sich an der Vergangenheit erfreut haben, damit die Zukunft nicht unendlich erscheint und sich unserem Gesichtsfeld entzieht. Immer mehr und häufiger drängt die Zeit Vergangenes zurück. Vieles der Vergangenheit ist den Menschen in Kripp auch heute nie zum Sichtbaren gewesen. Kleine Lichtblicke eines rheinischen Dorfes, der Untertitel dieses Buches. Am Ende muss man sich an der Vergangenheit erfreut haben, damit die Zukunft endlich bleibt.


Ich habe den Ort 1972 verlassen. Als frecher Junge war ich nun geprägt, meine Zukunft zu gestalten. Meine Lebensziele habe ich erreicht, weil ich in Kripp geboren wurde. Heimat zahlt sich aus, das kann man nicht vergessen.

Hildegard Funk und Willy Weis, die beiden Autoren der Geschichte Kripp, haben mich unterstützt, meine Gedanken der Kripper Vergangenheit wieder ins Bewusstsein zu bringen. Ohne sie hätte ich vieles abgehakt. Sie waren die Grundlagen für dieses Buch und auch für meine erste Geschichte dieses Buches, unser Dorfleben von 1950 – 1970. Jedes Haus kam mir wieder in Erinnerung, jedes Geschäft, jedes Unternehmen. Vor allem die Menschen von damals kamen mir wieder in Erinnerung. Alles verband sich mit früheren Aktionen, wo der Bäcker uns die Brötchen brachte, wo ich mit der Kanne die Milch holte, wo ich dem Schuster bei der Arbeit zuschaute,wo ich am Büüdsche ein Eis essen durfte.

Die Recherchen waren umfangreich und Zeit aufwändig. In der Karibik erreichte mich eine mail aus England, dass sich die Urenkel des Grafen Taveggis mit mir in Verbindung setzen möchten. Ich bekam das Familienwappen der Taveggis, welches ich in diesem Buch stets am Anfang eines jeden Taveggikapitels einfügte. Ich bekam Bilder aus deren Familienalbum, Einblicke in das Gästebuch vom Grafen, vieles vom Batterieweg, wo die Taveggis und Heitemeyers wohnten.

In Montecchio, nahe Bologna, lernte ich Daria Spaggiari kennen. Sie hatte gute Kontakte zu den Behörden. Ihre Mutter und Elfrieda Taveggi geb. Heitemeyer waren gute Freunde gewesen, und die Spaggiaris sind heute noch diejenigen, die das Grab der Familie Taveggi pflegen. Ihre neuzeitlichen Fotos von der Grabstätte und Inschriften von Gräfin Taveggi, Graf Taveggi, Sohn Robert und Tochter Mathilde schließen unsere Beweiskette.

Zum Kripper Leben gehören auch die beiden Weltkriege. Hier hatte ich viele einzelne Kontakte mit den Enkelkindern einiger Soldaten aus dem 1.Weltkrieg, die mir ihre Geschichten erzählten. Über Jahre durchforstete ich das US Nationalarchiv und las viele alte Ausgaben von amerikanischen Zeitungen. Oft waren die Mosaiksteinchen winzig. So stand in der New York Times 1903, dass der Hund von Robert Heitemeyer ein rotes Halsband trug. Daraus konnte ich recherchieren, dass Robert zum zweiten mal verheiratet war und fand dadurch heraus, dass er von New York eine Urlaubsfahrt nach Paris machte und dort in Frankreich verstarb.

Alle diese kleinen Mosaiksteinchen, ergaben später ein fast vollständiges Bild. Die Archive in Amerika waren auch ein wesentlicher Bestandteil in der Recherche Kripper und Remagener Auswanderer. In diesem Buch habe ich nur die Kripper Auswanderer erwähnt. Die Auswanderer aus Remagen sind von mir aufgeführt in der Kripper Schriftenreihe Band 6 auf 128 Seiten.

Im Jahre 2009 sprach ich mit Professor Otfried Wagenbreth über seine Zeit im Kriegsgefangenenlager Kripp-Sinzig 1945. Seine Aufzeichnungen, so wie seine gemalten Skizzen im Lager über diese Zeit, hat er mir zukommen lassen. Sie werden uns stets in Erinnerung halten.

Gefreut habe ich mich der vielen Fotos aus dem alten Kripp, welche die Bevölkerung zur 300 Jahrfeier unseres Ortes zur Verfügung stellte. Heute wissen wir, dass diese Fotos Bestandteil unserer Geschichte bleiben werden.


Zum Abschluss noch eine kleine Korrektur zur Kripper Chronik. Das erste Dampfschiff, welches an Kripp vorbeifuhr war nicht die „Defiance“. Die fuhr nur bis Köln und musste wegen starker Strömung wieder umkehren. Das erste Dampfschiff fuhr ein Jahr später 1817 an Kripp vorbei. Es war die „Caledonia“ unter dem Steuermann James Watt jr, dem Sohn von James Watt, der maßgeblich an der Entwicklung der Dampfmaschine beteiligt war. Die Details in diesem Buch.


Horst Krebs



Inhalt


Vorwort Seite 7

Dorfleben Kripp Seite 9

Erstes Dampfschiff in Kripp Seite 24

Kripp zwischen 1949 und 1950 Seite 32

Kripp 19. Jahrhundert Seite 45

Imperium Heitemeyer Seite 54

Jüdische Familie Scharf Seite 93

Kripp 1918 Besatzung Seite 110

Der Kripper Graf Taveggi Seite 122

Tagebuch 1918 Besatzung Seite 186

Kripper Auswanderer nach Übersee Seite 204

Insel Kripp Seite 225

Kripper Wahrzeichen fällt Seite 230

Tagebuch Lager 1945 Seite 236

Ende Kripper Lederfabrik Seite 252

300 Jahrfeier Kripp Seite 256

Fährnotizen von Weis/Funk Seite 279

Watt et net all jewäse wor Seite 296

Fotos vom alten Kripp Seite 304

Anhang Seite 359