Papstablass für Kripp  von Pius VI.

Päpstlicher Ablass für Kripp anno 1783 
© weis/funk 2010

Anlässlich der bevorstehenden Kirmes haben Willy Weis und Hildegard Funk aus Kripp eine für den Ort Kripp recht interessante Geschichte in Form einer Kopie einer alten Ablassurkunde in ihrer Sammlung entdeckt. Wie aus dieser Urkunde zu ersehen ist, erhielt speziell die Kripper Kapelle anno 1783 von Papst Pius VI. einen vollkommenen Ablass anlässlich des Patroziniums des Heiligen Johannes von Nepomuk. Der Grund für einen solchen Ablass dürfte das bisher viel zitierte Lotterleben aus den Pionierzeiten in Kripp gewesen sein, der Papst Pius VI. zu einer solchen Generalamnestie der Sünden veranlasste. Durch diesen Ablass konnten die Kripper Gläubigen beiderlei Geschlechts alljährlich am Patronatsfest des Hl. Johannes von Nepomuk (16.Mai) durch die Bulle von Papst Pius VI. eine generelle Sündenvergebung erwirken, indem sie nach vorheriger Beichte und der Hl. Kommunion am Festtage von der ersten Vesper bis zu des anderen Tages Sonnenuntergang für einen Ablass beteten. Wer als Sünden beladener Kripper also Lust an einer sündenbefreiten Kirmes verspürte, der hielt sich an diese Vorgaben. Allen Bürgerinnen und Bürger ein frohes Kirmesfest 2010, verbunden mit einem Schmunzeln mit Rückblick auf dieses Fest zu Zeiten der Vorfahren.

            

 Ablaßtext

Nächstkünftigen, welcher der 16te Tag Monats May wird in der Kapelle des H.Johann von Nepomuc an der Krippen hochfeyerlich gehalten werden das Fest dieses wundargroßen Heiligen und Blutzeuges Jesu Christi, an welchem Tage Ihro Päpstliche Heiligkeit Pius dieses Namens der Sechste allen und jeden beyderley Geschlechtes Christgläubigen, die nach vorheriger Beicht und HI. Kommunion allda für Friede und Einigkeit christlicher Fürsten und Potentaten, forr Ausreutung der Ketzereyen, und Erhöhung der römischen Kirche andächtig werden gebethen haben, von der ersten Vesper bis zu des anderen Tages Sonnenuntergang vollkommenen Ablaß Iaut obiger Bulle gnädigst verliehen haben.
Zu welchem Gnadenschatz und größerer Feyerlichkeit alle und jede Christgläubige
andurch freundlichst eingeladen werden.