Kampfschwimmer 1945

Die letzten Kriegstage in Kripp

© weis/funk Kripp 2015

Kampfschwimmerattacken
Auf Grund der damaligen militärischen Wichtigkeit entwickelte sich die Lage am Brückenkopf Remagen nach der Einnahme der intakten Ludendorffbrücke durch die 9. US-Armee mit den errichteten Pontonbrücken als spezielle Angelegenheit des Reichs-sicherheitshauptamtes in Berlin.
Was bisher mit Artillerie, Luftangriffen und Panzerbeschuss nicht gelungen war, sollte nun durch Kampfschwimmer auf aller-höchsten Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht vollendet werden. Der unmissverständliche Befehl des OKW lautete:

„ZERSTÖRUNG DER RHEINBRÜCKE BEI REMAGEN UND DER PONTONBRÜCKE IN KRIPP “.

Alle militärischen Operationen zu Wasser im hiesigen Gebiet unterlagen dem Einsatz des deutschen Marineeinsatzstabes und wurden unter dem Decknamen "Lederstrumpf" und "Puma" geführt. 25)
Für diese militärischen Operationen wurde am 11. März 1945 Untersturmführer (=Lt der Waffen-SS) Schreiber als Leitender der Spezialgruppe Deutscher Kampfschwimmer der Jagdeinheit Donau im SS-Jagdverband Südost mit seinem Team aus 11 Kampfschwimmern vom Oberkommando der Wehrmacht befohlen, als Kommandierender seiner Truppe unverzüglich vom Flughafen Wien mit einem Militärflugzeug nach Frankfurt am Main zu fliegen und mittels eines Militärlasters nach Bad Ems zu gelangen, um sich mit Hauptmann Hellmers, dem Leiter der Kampfschwimmertruppen, der verantwortlich für die Zerstörung britischer Pontonbrücken bei Nimwegen und Kreyskansgogo in der Nähe von Antwerpen war, zu treffen.
Hauptmann Friedrich Hummel, auch unter dem Pseudonym Wimmel, Wimmer bzw. Hellmer bekannt, stand bis September 1944 als Kommandant der Meeresjäger-Abteilung „Brandenburg“ vor und gehörte nach seiner Versetzung bis Kriegsende zur Einsatzleitung als Einsatzplaner der Kampfschwimmer im Reichssicherheitshauptamt (RSHA Abt. VI-S), die im SS-Jagdkommando „Donau“ zusammengefaßt waren. Er stand unter dem Kommando von Otto Skorzeny, ein wegen seiner 1943 legendären Duce-Befreiung eingegangener SS-Waffenoffizier im damaligen Range eines Hauptmannes. Als Kommandeur der Frontaufklärung II der Waffen-SS war Hellmers im jetzigen Range eines Hauptsturmbannführes der operative Leiter zur Zerstörung der Rheinübergänge am Brückenkopf Remagen. 26) Er hatte den Auftrag eine an den Brückenkopf befohlene Kampfschwimmereinheit der Waffen-SS zu führen. 27)

Hellmers ordnete Schreiber an, sich in Waldbreitbach den Marine-Kampfschwimmern von Hauptmann Bartels anzuschließen. Der gemeinsame Zusammenschluss beider Kampfschwimmergruppen sollte dazu führen, die auf 2 Widerlagern und zwei Pfeilern ruhende Ludendorffbrücke mit 4 angebrachten Torpedominen sowie parallel dazu die Pontonbrücke bei Kripp zu zerstören.
Beide Einheiten waren Teil der Deutschen Marine und hatten das gleiche Trainingsprogramm wie das SS-Team Schreiber durchlaufen.

Der eigentliche Plan der Deutschen Wehrmacht zum Einsturz der Eisenbahnbrücke sollten je 2 zusammen gekoppelten Torpedominen vom Typ C a. 700 kg sein, die mittels einem 9,6 t Einmann-U-Boot "Biber" an die Pfeiler der Ludendorffbrücke herangeführt werden sollten.
Jede der beiden Torpedominen waren der Tiefenbalance wegen mit sechs Schwimmkörpern versehen und sollten sich mit der Strömung des Rheines unter Wasser treibend der Brücke nähern.

Das Sprengmaterial für die Remagener Brücke musste man folglich unter die Kripper Pontonbrücke
untertauchend transportieren. Um ein gefahrloses und unerkanntes Untertauchen der Minen an der Kripper Pontonbrücke zu gewährleisten, musste die Tauchtiefe der Sprengkörper entsprechend mit angebrachten Schwimmern zwischen der Rheinsohle und Pontonbrücke ausbalanciert werden.

Parallel zu diesem Einsatz sollte eine zweite Mission laufen, die Sprengung der von amerikanischen Pionieren gerade fertiggestellten etwa 2,5 km Oberstrom liegenden Pontonbrücke in Kripp, deren Zerstörung wegen laufender Truppenübersetzungen auf das andere Ufer höchste Priorität eingeräumt wurde.



                                      Die taktische US-Pontonbrücke zwischen Kripp und Linz kurz nach der Fertigstellung         Foto: Repro Weis

Dazu hatte man erst unter der hiesigen Pontonbrücke das erforderliche Sprengmaterial anzubringen und sich dann auf das eigentliche Ziel, die Eisenbahnbrücke Remagen zu konzentrieren. Die Zündung der Kripper Pontonbrücke sollte gleichzeitig mit dem Anbringen der Minen an der Remagener Brücke erfolgen. Eine große Herausforderung an die Kampfschwimmer wegen des erheblichen Brückenschutzes durch die Amerikaner an beiden Brücken.

Zu diesem Zweck setzte KorvKapt Hans Bartels, der unter dem Decknamen „Lederstrumpf“ die Einsätze der Kampfschwimmer an der Westfront führte, bereits am 9. März das Kommando „Puma“ unter Oblt zur See Erich Dörpinghaus nach Hönningen in Marsch.
Das Kommando „Puma“ bestand aus 12 Kampfschwimmern, einem Funkfahrzeug mit 3 Funkern, 3 Mannschafts-LKW mit den Sperrwaffenspezialisten, einem VW-Kübel, einem B-Krad und 3 Lkw`s zum Transport der Torpedominen. Die besondere Schwierigkeit des Einsatzes war die vom Feind unbemerkte Wasserung der „Biber“ und deren schweren Minen am rechtsrheinischen Ufer.

Da man die schweren Geräte nicht alleine wassern konnte, musste bereits wegen fehlender zugesagter Pionierunterstützung der erste geplante Einsatz am 9.März abgebrochen und die Einsatzgeräte zur Sicherheit gegen Artilleriefeuer nach Rengsdorf verlegt werden. 28)
Obwohl die Chance einer unbemerkten U-Bootwasserung wegen erheblicher Ausdehnung der Brückenkopffront -die Amerikaner standen bereits am 12.3. am nördlichen Ortsrand von Hönningen und hatten das westliche Rheinufer fast von Remagen bis Koblenz eingenommen- immer geringer wurden, wurde ein erneuter Versuch am 13. März von insgesamt 23 „Puma“ und Waffen-SS Männern in Rengsdorf gestartet. Infolge Ariebeschuß und fast transportunfähigen Straßen musste der Einsatz vor Leutesdorf wiederum abgebrochen werden, da der Gegner das Vorhaben geräuschmäßig erfasst hatte. Die schweren Kampfmittel wurden aus dem Einsatzraum bis zur endgültigen Entscheidung durch OB West bei Dierdorf abgestellt. 29)

Zu einem erneuten und letzten Versuch des Einsatzes von Torpedominen traf man sich am16. März morgens auf einem Bauernhof bei Waldbreitbach, wo Kampfschwimmer der Gruppe Bartels die Torpedos mit 2 Minen mit hochexplosivem Sprengstoff, aussehend wie zwei dunkelgrüne Metallzigarrenteile, für den vorgesehenen Wasserungstransport auf einen zweiachsigen Anhänger gelagert hatten, der als Minentransport zur Wasserung nach Leutesdorf vorgesehen war. Der Transport endete jedoch 3 km vor dem eigentlichen Ziel, wobei der schwere Anhänger wegen des schlechten Straßenzustandes während des Transportes derart beschädigt wurde, dass eine Weiterfahrt unmöglich war und die geplante Wasserungsaktion unverrichteter Dinge abgebrochen werden musste. 30)
Wegen derzeit fehlender Einsatzmöglichkeiten wurden die Kampfmittel jedoch präventiv trotz größter Transportschwierigkeiten außerhalb des Artilleriebereiches bereitgehalten. 31)

Auf Grund der gegenwärtigen Feindlage infolge laufender Frontveränderungen ist laut Einsatzbeurteilung von KorvKpt Bartels an die Heeresgruppe von dem Einsatz mit vorgesehenen schwerem Marinekampfmaterial wegen der derzeitigen Unmöglichkeit der Wasserung abzuraten. Ein erfolgversprechender Auftrag wäre nunmehr derzeit nur noch mit zugesagten Kugeltreibminen und Lichtzündgeräten durchführbar und zu befürworten.

Wegen Erfolglosigkeit verschiedener Einsätze des Marinekommandos und dem Einsatz von insgesamt 10 V2-Raketen für die Zerstörung der Ludendorffbrücke mit dem Punktziel „Ziel 0309“ der Werferabteilung 500 der Waffen-SS „Gruppe Nord“ aus Einsatzstellungen in der Nähe von Deventer/Niederlande in den Vortagen, erfolgte ein neuer Befehl, die Remagener Brücke durch den Einsatz beider Kampfschwimmereinheiten in der Nacht zum 16. März durch eine punktuelle Sprengung eines der beiden Brückenpfeiler mittels 28 Sprengstoffpakete „Plastit“ a 3 kg zum Einsturz zu bringen. Die Aktion scheiterte ebenfalls wegen unerwarteter Kampfhandlungen während des Transportes, da die eingesetzten 12 Kampfschwimmer erst bei Tagesanbruch verspätet das Rheinufer bei Hönningen erreichten und somit nach Abbruch der Mission auf den 17.März verschoben wurde. 32)
Eine geplante Einsatzwiederholung zum 17.3. wurde auf Grund schwerer Häuserkämpfe der letzten Nacht in Hönningen für die kommende Nacht weiter Flussaufwärts nach Hammerstein verlegt, was die Erfolgsaussicht des Unternehmens auf Grund der nunmehr 12 km Entfernung vom Angriffsziel bei einer Wassertemperatur um 8° Grad Celsius reduzierte.
Der geplante Kampfeinsatz gegen die Remagener Ludendorffbrücke erübrigte sich am gleichen Tage durch den unerwarteten und völlig überraschenden Brückeneinsturz. Nunmehr ging es nur noch um die Zerstörung der Pontonbrücken.



Seitenaufnahme der 58 Tagebrücke zwischen Kripp und Linz

18. März 1945, letzte SS-Kampfschwimmerattacke
Um nun den raschen Übergang von US-Truppen zum anderen Ufer über die Kripper und Remagener Pontonbrücken zu stören, erhielt Schreiber bei der erneuten Befehlsausgabe in Dierdorf durch Hellmers den Befehl, mit einem zu bildenden siebenköpfigen SS-Kampfschwimmertrupp die Verankerungen der Kripper Pontonbrücke durch Unterwassersprengungen mittels Knetsprengstoffen zu zerstören.
„Schwimmt zu der Kripper Brücke und zerstört sie. Sendet 2 Leute mit einem Lastwagen nach Römlinghoven. Gebt dort den Lichtsignalcode und wartet auf den Rest der Kampfschwimmergruppe. Stellt das Startsignal auf 14 Stunden. Die drei anderen Kampfschwimmer werden mit Bartels weiterziehen“.

Die 7 Froschmänner, die die Attacke auf die Pontonbrücke in Kripp durchführen sollten, waren SS- Untersturmführer Walter Schreiber, von September 1944 bis März 1945 Leiter des „SS-Jagdkommandos DONAU“, SS Rottenführer Kretchmann, die Sturmmänner Weidemann, Egelhoff und Westmann, sowie die Schützen Vogelsang und Westbelt. Diese sieben gehörten zur Kampfschwimmergruppe SS Jagdkommando „Donau“ und standen unter dem Befehl des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) . 33)

Für die geplante Aktion wurden mit einem Militär-LKW sieben Kanister, 28 Sprengstoffpakete „Plastit“ a 3 Kg und Nylonsäcke, indem das ganze Tauchgerät eingebunden war, sowie sieben finnische Messer, die einzige Waffe der Kampfschwimmer und luminierte Handkompasse zur neuen Wassereinstiegsstelle nach Hammerstein transportiert, weil infolge erweiterter Frontlinien Hönnigen durch die Amerikaner bereits eingenommen war. Ein mitgeführter Erlaubnisschein B garantierte bei Militärkontrollen eine ungehinderte Durchfahrt.
Bereits vor Hammerstein kam zur örtlichen Einweisung ein Leutnant der 227.Division als Lotse an Bord des Militärlasters.
In einer Hausruine am rechten Rheinufer zog man sich Schwimmanzüge mit schwarzen Ledergürtel an und rieb sich zum Schutz vor Kälte und zur Verschleierung mit dunkelgrünem Fett ein. Nach einem Zeitabgleich bestiegen die Kampfschwimmer ein Boot und ruderten zur Südspitze der Insel Hammerstein, wo sie mit ihrer Ausrüstung in die kalten Rheinfluten stiegen.
Für den Taucheinsatz hatte man sich trotz niedriger Wassertemperatur für leichte Tauchanzüge ohne lange warme Wollunterwäsche, Flossen und speziellen Atemschutzmasken entschieden, da man schwere Tauchanzüge mit Sauerstoffflaschen und Atemschläuchen wegen Beschädigungen infolge Stacheldrahthindernisse an den Pontonbrücken nicht für sinnvoll erachtete.
Hellmers verabschiedete sich von der Gruppe Schreiber mit den Worten, dass sich alle morgen wie vereinbart in Römlinghoven treffen werden. Es sollte jedoch anders kommen!

Den Behälter mit dem Sprengstoff haltend, stiegen die Kampfschwimmer in zweier Reihen im Abstand von 5 Metern in die Fluten. Bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten hatte jeder Schwimmer die Pflicht, dies mit erhobener rechter Hand mit dem Finnmesser anzuzeigen.

 
Bei Kripp gefangener SS-Kampfschwimmer in Taucherausrüstung
Foto: US-Nationalarchiv Washington, SC 207 478 Repro.W.Weis




Bildrückseite


Bereits beim Eintauchen der 7 SS-Kampfschwimmer gegen 21:45 Uhr 34) in die Rheinfluten gerieten sie vom gegenüber liegendem Ufer unter starken amerikanischen Infanterie-beschuss.
Durch diesen Zwischenfall alarmiert, begannen nun die Amerikaner die Wasseroberfläche des Rheines mit ihren Speziallampen abzuleuchten, wobei zwei SS-Kampf-schwimmer nur mit kurzen Messern bewaffnet in „rubber swimming uniforms“ gegen 23:45 Uhr -vermutlich wegen Unterkühlung- nördlich von Hönnigen ans Ufer schwimmend durch Angehörige des 164 th Engineer Bataillon gestellt wurden.
Bei der weiteren Ausleuchtung der Rheinfluten konnte stromab oberhalb der Ahrmündung UstFhr Schreiber mit einem weiteren Kampfschwimmer, der durch die Explosion infolge Beschusses eines mitgeführten Sprengmittelpaketes verletzt wurde, gefangen genommen werden.*(Namensdifferenz je nach Quellenlage)
Ein weiterer Kampfschwimmer wurde bei der Explosion getötet. (*unterschiedliche Opferzahl je nach Quellenlage)
Zwei der SS-Kampfschwimmer mit ihren Sprengstoffpäckchen " Plastit" gelang es jedoch, unbeobachtet die Netzsperren der Pontonbrücken zu untertauchen, jedoch ohne ihre mitgeführten Knetsprengstoffe wegen der Blendwirkung der eingesetzten Speziallampen an den Verankerungen der Pontons gefahrlos zu positionieren. Sie trafen sich in Römlinghoven, um am vereinbarten Treff teilzunehmen.

Nach dem Treff wurde einer von ihnen am 20. März gefangen genommen, während der siebte Kampfschwimmer unentdeckt blieb. Der letzte Befehl der Deutschen Seekriegsleitung für Kripp, die Pontonbrücke zu sprengen, kam durch diese Umstände nicht mehr zur Ausführung.
Die überlebenden Kampfschwimmer wurden sofort verhört, wobei der Kommandant der 99 th Infantry Divison, Major General Walter E.Lauer, den verletzten Schreiber in seinem Kriegsbericht als „...fanatischen öster-reichischen Nazi....der erst nach 6 Stunden anfing, zu reden“, beschrieb.


US-Bemerkung Fotorückseite: SC 207 478, Here is a German saboteur,
captured white swimming along the Rhine River near Remagen, in an
attemp to destroy U.S.First Army brigdes. His equipment consits
of a
rubber helmet and gloves, oxygen mask, convas jacket
  lined with
chemicals that give off heat when immersed in water,
rubber paints,
canvas shoes on which ar fastened hard rubber
web feet.
164the Eng.Bn. 3/18/45


Zwei der SS-Kampfschwimmer mit ihren Sprengstoffpäckchen " Plastit" gelang es jedoch, unbeobachtet die Netzsperren der Pontonbrücken zu untertauchen, jedoch ohne ihre mitgeführten Knetsprengstoffe wegen der Blendwirkung der eingesetzten Speziallampen an den Verankerungen der Pontons gefahrlos zu positionieren. Sie trafen sich in Römlinghoven, um am vereinbarten Treff teilzunehmen.
Nach dem Treff wurde einer von ihnen am 20. März gefangen genommen, während der siebte Kampfschwimmer unentdeckt blieb. Der letzte Befehl der Deutschen Seekriegsleitung für Kripp, die Pontonbrücke zu sprengen, kam durch diese Umstände nicht mehr zur Ausführung.
Die überlebenden Kampfschwimmer wurden sofort verhört, wobei der Kommandant der 99 th Infantry Divison, Major General Walter E.Lauer, den verletzten Schreiber in seinem Kriegsbericht als „...fanatischen österreichischen Nazi....der erst nach 6 Stunden anfing, zu reden“, beschrieb.

  
Zwei vor Kripp aufgefischte SS-Kampfschwimmer beim Verhör                                            Bildrückseite

CDL-Tanks

Durch den von General Eisenhower zum Absuchen des Rheinstromes autorisierten Einsatz am Brückenkopf durch CDL-Tanks (Canal Defence Light), einer britischen Erfindung, wurde durch deren Blendleuchten des 488th AAA Aw mobilen Battalion Oberstrom von Kripp am 17. März die bevorstehende SS-Kampfschwimmerattacke unter dem Befehl Schreibers vereitelt und Gefangene gemacht.
Diese enorme Helligkeit von 13.000.000 Kerzenstärke des CDL kam von einem auf einem Schlitten im Panzer montierten Kohlelichtbogen, dessen Strom durch einen 9,5 kV Generator separat angetrieben wurde. Dieser intensive Lichtstrahl wurde von einem Sammelspiegel erfasst, der eine Parabel in seiner Vertikalachse und eine Ellipse in seiner Horizontalachse war, um einen konvergierenden, und anschließend, von einem Knotenpunkt etwa 150 bis 180 cm von der Lichtquelle entfernt, einen divergierenden, Strahl zu erzeugen. Dieser Strahl, etwa auf dem halben Wege zu seinem primären Brennpunkt durch einen gewöhnlichen Planspiegel aus poliertem Aluminium zurückgeworfen, war auf 1000 m Entfernung in der Lage, ein Gebiet von 340 x 11 m Taghell ausleuchten. 35)

19/20. März - Letzter Sprengversuch gegen die Pontonbrücken

Nach dem gescheiterten SS-Kampfschwimmereinsatz sollten nunmehr die Pontonbrücken in Kripp und Remagen mittels der 63 Kugeltreibminen und UMA-Netzsprenggeräten durch die Marine Kampfeinheit zerstört werden.
Auf Grund der neuen Feindlage konnten die zwischen Leutesdorf und Hammerstein zu wassernden 63 Kugeltreibminen a 50 kg jedoch nicht mit Lkw und Pferdegespanne zum Rhein transportiert werden, sondern wurden in der Nacht vom 19/20. März von Monrepos aus von einem aus 126 Soldaten bestehenden Trägerkommando über Steilhänge und dichtem Wald nach einem 10 stündigen mühseligen Marsch in Richtung Hammerstein transportiert. Während einer eingelegten Rast der Trägerkolonne im dichten Unterholz des Bachmühltales kurz vor Leutesdorf wurde durch ein Vorauskommando zur Erkundung der vorgesehenen Wasserungsstelle unter Leitung von Oblt z.S. Dörpinghaus, der mit seinen Kampfschwimmern und Mechaniker-Matrosen den eigentlichen Einsatz zu erledigen hatte, nämlich das Gefechtsfertigmachen und Wassern der 63 Minen, dort bereits US-Panzer und Infanteristen gesichtet.
Die im Waldgebiet versteckte Trägerkolonne wurde von 50 US-Infanteristen bemerkt und mit Panzer-und Artillerieunterstützung unter großen Verlusten aufgerieben 36)
Somit scheiterte der letzte Plan der Deutschen Seekriegsleitung zur Zerstörung der Schwimmbrücken im hiesigen Bereich.

Die Beendigung der Kampfschwimmereinsätze und der Luftkämpfe infolge der östlichen Frontverschiebung Richtung Ruhrgebiet bedeutete für Kripp endlich das langersehnte Ende von Kampfhandlungen.

  

DieROZICH-BLACKBURN-TOMPKINS-BRIGDEzwischen Kripp und Linz. (11.3. bis 7.6 1945)                                           rechts: Bildrückseite

Die ehemals hart umkämpften Pontonbrücken blieben bis zum 7. Juni 1945 weiterhin rein präventiv in Höhe Dattenberg durch 2 Netzsperren gesichert. 37)

Durch das gute Einvernehmen und Vermittlung des von der US-Armee eingesetzten Ortsvorstehers Dannemann war es unter seinem Ehrenwort möglich, aus humanitären Gründen täglich einen Lkw mit Kripper Zivilpersonen auf das gegenüberliegende Ufer zu transportieren. 38)



Willy Weis & Hildegard Funk, Kripp


Quellen:
25) „Remagen im März 1945“, L.Brüne- Jakob Weiler, Remagen 1993, S.172 ff.
26) „German Combat Divers“ Library of Congress Catalog Number 2008924542 by Michale Jung, page 136
27) wie Nr. 25, Seite 175
28) wie Nr. 27, S.173-174 , FN 533
29) wie Nr. 27, S. 175
30) „The Underwater saboteurs“, B. Brou, Paris 1955. (Foreign Literature Publishing House, 1957 Moskau)
31) „Remagen im März 1945“, L.Brüne- Jakob Weiler, Remagen 1993, S.173, Fußnote 533
32) wie Nr. 31, S.180 ff,
33) „U.S.Army in WWII European Theater of operations: The Last Offensiv“, by Charles B.Mac Donald, Washington 1973
34) Zeitdifferenzen je nach Quellenlage unterschiedlich
35) Damals und Heute, -Die Überquerung des Rheines, S.50-53
36) wie Nr. 31, S.177-180
37) „1100 Jahre Linz, S.119, Tgb.-Aufzeichnungen Dr. Fr- J. Wuermeling 7.6.45
38) mündliche Angaben: Gerd Dannemann, Sohn des damaligen Ortsvorstehers

Literatur:
„Remagen im März 1945“, L.Brüne- Jakob Weiler, Remagen 1993
„German Combat Divers“ Library of Congress Catalog Number 2008924542 by Michale Jung, Page 136
„The Underwater saboteurs“, B.Brou, Paris 1955. (Foreign Literature Publishing House, 1957 Moskau)
„U.S.Army in WWII European Theater of =perations: The Last Offensiv“, by Charles B.MacDonald, Washington 1973
„Damals und Heute“, -Die Überquerung des Rheines, S.50-53) „1100 Jahre Linz“, S.119, Tgb.-Aufzeichnungen Dr. Fr- J. Wuermeling 7.6.45) sowie das Diskussionsforum: Feldgrau.net

Anmerkung:
Was das Geschehen der Kampfeinsätze der Marineeinheiten betrifft, so sind fast alle Angaben in den aufgeführten Quellen bis auf geringe Abweichungen identisch. Selbst persönlich durchgeführte Recherchen im US-National Archiv in Washington ergaben ebenfalls keine anderen Ergebnisse. Militärische Operationen mit derzeit nicht gesicherter Quellenlage fanden in unserem Beitrag Berücksichtigung.