Kripp anno 1848:

Öffentliche Belobigung für Adam Breuer und Wilhelm Hoven

© weis/funk  Kripp 2014 

Nachfolgendes berichten wir über ein Unglück bei Kripp, dass dank der Beherztheit zweier Kripper vor 166 Jahren gut ausging. Beide Schiffsknechte wurden gerettet. Wie wir einer Veröffentlichung des „Amtsblattes der preußischen Regierung zu Coblenz für das Jahr 1848“ unter der laufenden Nummer 621 -Oeffentliche Belobigung A.II. 4537- entnehmen konnten, schickte am 21. Juni 1848 ein auf dem „Rheine zu Thal fahrendes Kohlenschiff, welches bis Kripp vor Anker gehen wollte, 2 Schiffsknechte mit einem Nachen ab, um 2 Anker auszuwerfen. Da das Schiff, nachdem dies geschehen, seine Bewegung fortsetzte, wollten die Knechte den einen Anker wieder heraufziehen, doch faßte dieser in demselben Augenblick und drückte nun das Seil, noch ehe dasselbe an Bord des Schiffes losgemacht werden konnte, den Nachen mit den beiden Knechten unter Wasser.
Da diese nicht schwimmen konnten, so würden sie wahrscheinlich ertrunken sein, wenn nicht die mit einem kleinen Fischernachen  in der Nähe befindlichen Schiffer Adam Breuer und Wilhelm Hoven von Kripp herbeigeeilt wären und die beiden Knechte auf die Gefahr hin, daß hierbei ihr eigener kleiner Nachen umschlage, aus dem Wasser gezogen hätten.
Wir bringen diese menschenfreundliche Handlung hiermit gerne zur öffentlichen Kunde.

Coblenz, den 11. September 1848.“ 1)

                                  

Zu diesem gefundenen Artikel möchten wir die Seite 11 unseres veröffentlichten Tagebucheintrages von 1904 des Kripper Gottfried Valentin hinweisen, in dem Gottfried Valentin exakt vor 100 Jahren folgendes Ereignis in Kripp schriftlich fixierte: (siehe www.Geschichte-Kripp.de/Zeitdokumente)

„Am 14 Dez..1904 sind wir beim fischen mit dem Geil in höhe der Station 126,2 (heute Stromkilometer 628,2, kurz oberhalb der Ahrmündung ) zimlich weit ab vom Lande hängen geblieben und kamen nicht mehr los. Wir schickten zu Joh. Breuer um Hülfe welcher auch schnell mit Grundhaken und Leine zur Stelle war und suchten die Stelle um das Geil herum ab, beim 3ten mahl suchen brachten wir eine schwere Kette zu Tage. Wir ließen das Dreibord da liegen und fuhren mit Breuer nach Hause einen schweren Nachen und Hebezeug holen, nun holten wir die Kette an wie es mit der Hand nicht mehr ging, setzten wir einen Flaschenzug an und brachten nach vieler Mühe ein schwerer Anker mit zirka 10 Mt Kabel und 10 Mt Oeringkette herauf. Wir kamen nun mit unserem Netz allmählig los, mit der beschädigung derselben hat es noch leidlich gut gegangen. 2)

Es könnte gut angehen, dass es sich bei dieser Fundsache um den gleichen Anker handelte, der 56 Jahre vorher beinhahe fast 2 Menschen das Leben gekostet hätte.

Anmerkungen zu den Personen:
Adam Breuer <513.3>, wurde getauft am 21.11.1822, war Schiffer in Kripp.
Wilhelm Howen <1651>, wurde geboren am 11.11.1816, Maurer und zukünftiger Mann von Maria Anna Breuer (*16.1.1820 Kripp), einer Schwester von Adam Breuer. Heirat vor 1847. 3)



Willy Weis & Hildegard Funk, Kripp

Quellen:
1) Amtsblatt der preuß. Regierung zu Koblenz vom 11.Sept.1848, Nr. 621 Öffentliche Belobigung
2) Tagebhuch Gottfird Valentin 1904 in www.Geschichte-Kripp.de/Zeitdokumente
3) Familienbuch der kath. Pfarrei Sankt Peter und Paul, Remagen von 1649 bis 1899, von Dr. Gerhard Hentschel.