Erste Fähren in Kripp

von Horst Krebs

Die nachfolgende Karte zeigt die Lage der Fährstellen der Wagenfähren (Gierponten und freifahrenden Autofähren) zwischen Linz und Kripp im Zeitraum von 1834 bis heute.  (Quelle: A. Bohrer)




Am 3. November 1834 gab es die erste Querung Kripp-Linz durch eine hölzerne Gierponte. Es gab noch keine stationäre Landerampen und man landete dort, wo man gerade ankam. Über ins Wasser geworfene Steine kam man dann ans Ufer, selten trockenen Fußes. 1861 wurde dann eine Fährrampe gebaut, die Basaltsteine wurde von der Stadt Linz kostenlos zur Verfügung gestellt. 1863 wurde dann in Kripp auf Kosten der Gemeinde Remagen eine Fährrampe gebaut in der Verlängerung der heutigen Quellenstrasse.
1893 wurde dann eine eiserne Gierponte angeschafft. Hier schrieb A. Bohrer, dass nur der Rumpf aus Eisen war, das Deck und die Aufbauten bestanden weiterhin aus Holz. Durch den eisernen Rumpf war es nun möglich, die Ponte größer und leichter als ihre Vorgänger zu bauen, womit eine größere Tragfähigkeit erreicht und genügend Platz für Pferdefuhrwerke und Motorwagen geschaffen wurde. Mit dieser neuen Ponte wurde auch die Fährstelle um einige Meter verlegt. Auf Linzer Seite landete sie nun auf Höhe Durchgang Pulverturm an, auf Kripper Seite etwa auf Höhe "Hotel Fährhaus", wie man gut auf obiger Karte erkennen kann.



1926 wurde die Gierseilfähre zur Querseilfähre umgebaut. Das Wartehaus wurde um 1 Meter übergebaut, wodurch die nutzbare Fläche der Fahrbahn gleichfalls um einen Meter breiter wurde. Am seitlichen Warteraum wurde ein kleiner Abort angebaut.

Ende 1937 kam dann die erste Motorfähre in Betrieb, die frei fahrende "Franziska". A. Bohrer schreibt hier, sie wurde angetrieben durch 2 Motoren je 100 PS und war zu der Zeit eine der modernsten und größten Autofähren auf dem Rhein, übertroffen nur noch durch die Autofähre in Rüdesheim. Eine Besonderheit der Franziska waren ihre überlangen Fährklappen. Leider ereilte die "Franziska" am 9.Februar 1945 ihr Schicksal durch einen Bombenabwurf zu Kriegszeiten. Ab 1949 kam dann die Motorfähre "Linz-Bad Kripp" in Betrieb, die später in "St. Martin" umgetauft wurde.