Godenhausschranke

© weis/funk 2012

Ein Kripper Kleinbauer beabsichtigte in der Nachkriegszeit seine Geis nach Erkennen der Brunst infolge andauernden Meckerns zum Belegen dem Bock bei einem Bodendorfer Ziegenbockhalter zuzuführen.
Zu dieser Zeit führte die heutige Bundesstraße 266 im alten Verlauf als Chaussee unter der Bezeichnung „Kripper Straße“ unmittelbar am Godenhaus vorbei, wo sich an der dortigen Bahnstrecke Köln-Koblenz ein beschrankter Bahnübergang mit einer nähelich handbetriebenen Schranke befand.

Ehemalige Bahnschranke der alten Kripper Straße am Godenhaus  Foto: Knops

Pflichtgemäß hatte der Dienst versehene Schrankenwärter in seinem dortigen Schrankenwärterhäuschen wegen eines zu erwartenden Zuges die Bahnschranke herunter gelassen.
Ein Kripper Kleinbauer, der zur gleicher Zeit mit seiner brunstigen Ziege unterwegs war und an der geschlossenen Schranke warten mußte, verspürte eine dringende Notdurft. Seine Ziege band er kurzerhand und unüberlegt mit der Leine am Schrankenende fest, um sich blitzschnell in der Nähe zu erleichtern. Der Zug bestand leider nur aus einer Lok und ehe der Bauer sich des kleinen Geschäftes entledigen konnte, öffnete sich die Schranke unerwartet früher als vermutet. Dem Drang entsprechend konnte er auch seinen Wasserfluss nicht abschlagen und musste hilflos zusehen, wie mit dem Öffnen der Schranke seine Ziege um ihr Leben strampelnd in die Lüfte gehoben und fast stranguliert wurde. Nach panischer Erledigung seines Geschäftes konnte lauthals der Schrankenwärter dazu bewegt werden, die Schranke wieder der Not gehorchend herunterzukurbeln, damit die geschockte Geis befreit werden konnte.
Leider ist nicht überliefert, ob dieses furchtbare Geschehnis negative Auswirkungen bei der späteren Belegung auf die tierische Wollust der Geis hatte.
Quelle: 1.) Mündliche Angaben von Josef Marx ,* 1921.+2012, Kripp