Gedenkkreuz Ahrtal    ©  weis/funk September 1998


Das schmucklose Holzkreuz im unteren Bereich der Straße "Zum Ahrtal" im Kreuzungsbereich des Badenackerweges in Nähe der historischen Furt über die Ahr ist eine Neuerrichtung von 1979 als Ersatz für ein ehemaliges altes Kreuz, dass an gleicher Stelle über "Hundert Jahre" lang gestanden haben soll und vor einiger Zeit der Verwitterung zum Opfer fiel.



Neuerrichtung 1979 auf dem Bild Horst Fuchs, Ludwig Berger und Johann Berger

Das Holzbalkenkreuz steht auf einem Betonsockel von 40 x 35 cm, hat eine Höhe von 2,65 Meter und eine Kreuzbalkenbreite von 107 cm. Ein geschiefertes Holzdach von 20 cm Breite bietet dem Kreuz einen gewissen Schutz vor Witterungseinfltissen. Oberhalb des angebrachten gekreuzigten Christuskorpus aus Zinkspritzguss von 28 cm Höhe und 20 cm Armspannweite befindet sich eine Tafel mit der Kreuzesinschrift "INRI" ( Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum = Jesus von Nazareth, König der Juden)


                                                                                                                                                                         Foto Weis

Das Holzkreuz befindet sich erhöht am Wegesrand des nach Norden hin leicht ansteigenden Badenackerhanges, eingebettet in idyllischer natürlicher Lage von Wiesen mit Obstbäumen. Es ist über 6 Treppenstufen, flankiert von zwei Tujas und Kriechkoniferen zu erreichen.
Alten Flurbezeichnungen zur Folge befand sich in diesem Bereich der Flur 6 der mittelalterliche Richtplatz der Remagener Gerichtsbarkeit,  wo verurteilte Diliquenten bis 1740 durch den Henker gerichtet wurden. Dies ist katasterlich nachvollziehbar. (,ahm Remagener Gericht, ahm Gericht 1536). An dieser Stelle dürfte wohl das erste und älteste Kreuz aus dem Mittelalter gestanden haben.
Gemäß katasterlichen Einzeichnungen in alten Gebietskarten hat dort, 125 m südlich der Quellenstraße, schon immer ein Kreuz gestanden.  Der Grund für ein dortiges Kreuz ergibt sich aus dem Mittelalter, denn dem alten Glaube nach blieben an solchen Orten die unruhigen Geister der Gerichteten weiterhin lebendig. Aus diesem Grund errichtete man dort Gedenkkreuze, um spukenden verderbten Seelen der Gerichteten Einhalt zu bieten.
Verständlicher Weise nach durften diese Kreuze aus Angst vor Spuk oder Niedergang weder versetzt noch entfernt werden. Anno 2007 wurde dieses 1979 errichtete Kreuz durch Initiative des Heimat- und Bürgervereines Kripp renoviert und weiterhin gepflegt.