Unfallkreuz Rheinufer       ©   weis/funk Juli 1994 

Ein Steinkreuz als Unfallkreuz aus dem Ende des 18. Jahrhundert ist das drittälteste Kreuz in Kripp und steht, wenn auch nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort und leider für die Allgemeinheit etwas versteckt, in der Gartenanlage hinter dem Chorraum der Kath. Pfarrkirche.


                                                                                                                                                              Foto Weis 1994


Es ist ein noch relativ gut erhaltenes Kreuz aus hellgrauem Steinmaterial mit einer Höhe von 88 cm und einer gesamten Querbalkenlänge  von 55 cm. Die Steinbalkenbreite beträgt 26 cm und die gesamte Kreuzdicke 15 cm. 4 Eckvoluten verzieren jeweils die Kreuzwinkel. Ein erhabener gemeißelter Dornenkranz von 15 cm befindet sich schlicht schmückend im Kreuzmittelpunkt.

Über die Fläche der gesamten Kreuzvorderseite berichten eingemeißelte gut lesbare Buchstaben über das tragische außergewöhniche Ereignis, die Todeszeit und die Person Anton Graentzhausen aus Valler (vermutlich ist der der Ahrmündung gegenüberliegende Ort Waller gemeint), der plötzlich und unerwartet an dieser Stelle ohne Empfang kirchlicher Sterbesakramente am 9.Januar 1759 durch Ertrinken den Tod fand.

AO1759
Den 9. JAN.
IST ALHIER
ERTRUNCKEN
DER EHRSAMER
JUNGER GESELL
ANTON GRAENZHA-
USEN GEBURDIG VON
VALLER IM
27. JAHR
SEINES AL
TERS

R.I.P.

Da Sterbeort nicht mit dem Begräbnisort identisch ist, sollten dem damaligen katholischen Volksglauben nach an dieser mit dem Kreuz gekennzeichneten Stelle viele Personen angehalten werden, für den ohne Sterbesakramente zu Tode Gekommenen zu dessen Seelenheil Fürbittgebete zu halten.
Dieses Unfallkreuz,  den älteren Krippern noch unter dem Namen "et Breuers Kreuz" geläufig, stand früher am Kripper Rheinufer oberhalb der Böschungskante in 290 m Entfernung stromabwärts von der Straße ,,Auf der Schanze" entfernt und wurde im Zuge der Rheinfronterneuerung hinter die Kirche versetzt.


                                                                                                                              Skizze Weis 1994


Nachtrag: Januar 2011
Bei einer Nachsuche in 2010 konnte dieses Kreuz dort nicht mehr aufgefunden werden. Recherchen in 2011 ergaben, dass das Kreuz infolge Bauarbeiten am Kirchturm von seinem dortigen Platz entfernt, aber zwischenzeitlich erheblich beschädigt aufgefunden wurde. Es wird eventuell durch den Kripper Bürger-und Heimatverein in Absprache mit dem Pfarrverwaltungsrat beabsichtigt, das in 2011 wieder aufgefundene Steinkreuz zwecks Reparatur einem fachkundigen Restaurator zuzuführen.


                                                                                                        Foto Weis 2011

Erneut angestellte Recherchen ergaben, dass dieses Kreuz nach 1960 von seinem ursprünglichen Standort am Rhein gestohlen und Anzeige erstattet wurde.(mündl. Angaben des ehemaligen Ortsvorstehers Christian Iven)
Des Weiteren steht der Geburtsort Valler für Vallendar und nicht für Waller bei Linz. Dort ist auch der Familienname Graentzhausen geläufig. Hierzu stehen derzeit angestellte Recherchen in den Kirchenbüchern des Bistumsarchiv Trier noch aus. Im Linzer Stadtarchiv konnten hierzu keinerlei Anhaltspunkte gefunden werden.