Das Hagelkreuz © weis/funk 1995     

Beginnen wir mit dem ältesten und größten Kreuz von Kripp, dem ,,Hagelkreuz", das bereits schon vor der Entstehung unseres Weilers in der Remagener Gemarkung von Remagener Bürgern errichtet wurde und als Segensstation eucharistischer Prozessionen diente. 


                                                                                                                           Foto Weis 1994

Dieses Hochkreuz aus Stein mit einer Nische zum Abstellen der Monstranz, stellt als Wetterkreuz mit der Jahreszahl 1693 das älteste Wegekreuz in Kripp dar, das über 300 Jahren die dortigen Feldfluren vor Unwetter und Hagelschlag schützen sollte.
Dieses Kultmal als Zeichen tiefster Frömmigkeit steht auch heute noch an der Römerstraße, 1200 m nördlich von der Quellenstrasse entfernt auf weiter und einsamer Feldflur zwischen Remagen und Kripp.
Dieses in der Remagener Gemarkung Flur 32 befindliche steinerne Gliederkreuz ist unter dem Namen ,,Hagelkreuz" bekannt. Der im Bereich des Standortes befindliche Flurname "Am Hagelkreuz" verdankt dem Kreuz seinem Namen, der den ehemaligen alten Flurnamen ,,Am Birnbaum" im Laufe der Zeit verdrängte.
Diese vorherige Flurbezeichnung war auf einen inmitten dieser Flur stehenden Birnbaum von überaus seltener Größe zurückzuführen, welcher am 12.März 1776 enem Orkan zum Opfer fiel. 1)
Das Hagelkreuz wurde 1693 errichtet, anlässlich "...ein in festo St. Johannis entstandenes Ungewitter und dabey sich ereigneter ungewöhnlicher Wasserflut, die Länderey und Weingarten vollends abgeschwemmt......" Der damalige immense Schaden wurde mit 2000 Reichstaler beziffert. Die Kreuzesaufschrift lautet: Anno 1693 H.J.M. - A.G.B. Die Buchstaben dürfen als Abkürzung für die Namen der Stifter stehen.
Aber älter als dieses "Hagelkreuz" sind in Remagen die Hagelfeiern. ln früheren Jahren, auf Christi Himmelfatrt, ging alljährlich eine Prozession durch die Feldflur, nach 1693 nachweislich immer bis zum Hagelkreuz, die als Abwendung des Schadens von Hagel und Gewitter auch " Hagelfeier" genannt wurde.
Diese Prozessionen sind im 16. und 17. Jahrhundert nachweisbar, weil daran in Begleitung durch die ,,Schützen" in Begleitung von einigen,,Jungen" der Bannbegann stattfand. Dieser war eine Revision der Gemarkungsgrenzen des städtischen Banns. Dazu trafen sich alljährlich auf dem Marktplatz Ratsherren, Schöffen, Steingeschworene, Bürger, Mark-und Flurschützen, sowie die Kuh- und Schweinehirten. Die Teilnahme am Bannbegann war oberste Pflicht, auch für die Jugendlichen. Brauch war es, strittige Objekte mit Maien abzustecken. Eventuelle Grenzstreitigkeiten mit anderen Gemeinden wurden an Ort und Stelle verhandelt, beigelegt und nach gemeinsamer Festlegung der alten Grenzen begann das neuerliche ,,Absteinen" mittels Bannstein durch die für die Grenzsicherung des Gemeindelandes verantwortlichen ,,Steingeschworenen." 2)
Erwähnenswert sei der Streit mit Sinzig in 1663, hervorgerufen durch einseitige illegale Vergrößerung etlicher Morgen zum Schaden von Remagen, die 4 Jahre später eine Vermessung auslöste.


Kreuzaufbau

Das Hagelkreuz ruht auf einem Steinsockel von 60 cm im Quadrat, aus dem ein Steinquader von 44 cm mal 40 cm bis auf einer Gesamthöhe von 2 Meter mittig empor steht, der durch eine seitlich überstehende und nach oben hin verjüngenden profilierte Steinabdeckung mit aufstehendem Kreuz bei 3,60 Meter seinen Abschluss findet. Der horizontale Kreuzbalken misst 47 cm. In 1,15 Meter Höhe beginnt nach einer 30 cm vorspringenden Nischenplatte mit abgestuften Kanten die Halbrundnische von 27 cm Breite, nach 80 cm Höhe halbrund in Kielform mit einem eingemeißelten kleinen Malteser-Kreuz auslaufend.

Auf der Kreuzvorderseite sind unter der Kreuzesinschrift INRI (Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum = Jesus von Nazareth, König der Juden) die Dornenkrone, rechts und links die Hände, das Herz, und darunter die Füße eingemeißelt. Diese Symbole stellen neben den Schmerzenssymbole der Kreuzigungsszene in vereinfachter Form den Ersatz für den fehlenden Korpus dar. Das darunter liegende Wappen mit Zirkel dürfte das Zeichen des Baumeisters sein.
Der eingemeißelte Schriftzug ,,Anno 1693" steht für das Jahr der Errichtung und die Anfangsbuchstaben,,H.J.M - A.G.B" meistens für die Namen der Stifter. Das Kreuz bedurfte 1988 wegen aufkommender Instabilität aufgrund starker Witterungseinflüsse einer dringenden Restaurierung durch die Wassenacher Firma Ewerhardt im Sinne der Denkmalpflege, wobei zum besseren  Erkennen die Leidenssymbole ausgemalt wurden. 3)

Quellen:
1) ,,Die Flurmnenvon Renagen", Wilhelm J. Iangen, Reragen 1925, S. iI, FIur i2
2) Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweibr 196i, S-89, ,,Vier lehrreiche Remagener Flurnanen", nachWilh. J. Langen
desgl. Rlein-Ahr-Anzeiger Nr. 34 v. 26.8.93, Seite4, " Seit 300 Jahren droht das Kreuz Wind und Wetter." , H.J. Fuchs
3) Remagener Chronik Nr. 35/88, 5.5, "Hagelkreuz ist restanrierl".
Diesbezügliche weitere interessante Informationen entnahnen wir Berichten aus dem Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1983, "Kleinere religlöse Denkmäler im Ortsbezirk Ringen.", Seite 139-144 von Ottmar Prothman, sowie der Remagener Chronik NR 34/93 v. "Nur ein Kreuz?" von Karl Dreesbach.  
  

 
                                                                                 Skizze Weis 1994