Alte Wegkreuze in Kripp  ©  weis/funk 1995

Untersuchungen unbekannter Zusammenhänge zur Errichtung von Kreuzen mit Ereignissen der Ortsgeschichte.

Als mannigfache Zeugen kulturgeschichtlicher Vergangenheit zählen außer den Kapellen und Kirchen u.a. auch Gedenkkreuze, Bilderstöcke und Heiligenhäuschen als altehrwürdige frömmigkeitsbezeigende Denkmäler.
Als sichtbare Kulturdenkmäler stellen sie als stumme Zeugen den Ausdruck des religiösen Lebens und Verbundenheit der Ortsgeschichte dar. Regional bedingt wurden sie im Rheinland wegen des hier geherrschten Vulkanismusses aus Witterung resistentem heimischen Steinmaterial Trachyt, Andensit oder Basaltlava hergestellt. Diese, teils steinernen Gottseligkeiten, entstanden vermutlich aus dem Bedürfnis, ein kultisches Abwehr- und Schutzdenkmal zu errichten, Sei es zur Abwehr von Unwetter, als Denkmal eines Unfalles oder wie bei Votivkreuzen die Einhaltung eines in Not getanes löbliches Versprechens.
Votivkreuze (votum : Gelübde) sind Kreuze mit Benennung der Stifter und wurden von diesen meist selbst in Auftrag gegeben. Stets steht hinter ihrer Errichtung ein Versprechen, sei es aus Situationen einer Lebensgefahr, unverhoffter Gesundung oder Dankbarkeit.

In Kripp stehen sie in ländlicher Idylle, wie das Hagelkreuz dominant inmitten weiter Feldflur, oder wie unter anderem das Balthasarkreuz an Wegkreuzungen oder -gabelungen. Vier von diesen alten Kreuzen stehen auch heute noch an ihren ursprünglichen Standorten.
Davon dürften die zwei ältesten steinernen Hochkreuze in der Feldflur als Wetterkreuze und Segensaltar gedient haben, um die Flure durch gemeinschaftlich geführte Bitt- und Flurprozessionen am 25. April (St. Markustag) sowie an 3 aufeinanderfolgenden Tagen vor "Christi Himmelfahrt" (40 Tage nach Ostern) vor Unwetter und Hagel zu schützen. Diese Flurprozessionen dienten dem Glauben nach den Zweck, um Gott für Gedeih und Verderb von Feldfrüchte und Vieh gnädig zu stimmen. Dabei war es naheliegend, dass der Leib Christi in Form einer in der Monstranz befindlichen Hostie bei den Bittgängen zu den Segensaltären der vier Himmelsrichtungen mitgeführt wurde, um sinngemäß als Amulett dienend, den Verderb und das Böse abzuwehren.
Zur Aufrrahme der Monstranz dienten die vorhandenen Kreuznischen während der Segen über die Feldflur und das Saatgut erteilt wurde. Anhand dieser noch vorhandenen Segenskreuze könnte man teilweise noch den Weg der damaligen Feldprozessionen rekonstruieren, da diese früher den Himmelsrichtungen zugeordnet wurden. Als Haltepunkte von Prozessionen haben die Wege-und Prozessionskreuze heute leider ausgedient.
Während der französischen Zeit (1794-1814) waren im Zuge der Sekularisierung Wegekreuze verboten. Unter Pastor Kern (1951-1968) wurden die Feldprozessionen zuerst in verkürzter Form abgehalten und später gegen den Willen der Kripper Gläubigen gänzlich eingestellt.
Diese Denkmäler und Kleinode, die sich im Kreisgebiet über Generationen hinweg als Andachtsstätte oder Stätte der Besinnung arn Wegesrand behaupten konnten, wurden 1995 von der Kreisverwaltung aus denkmalpflegerischen Gründen mittels einer Schnellerfassungsliste erfasst und katalogisiert. Dabei wurden die Kripper Kreuze und die Hochwassemotkapelle,aus welchen Gründen auch immer, nicht aufgeführt.
Eine systematische Dokumentation zur Aufarbeitung der Ortsgeschichte gab uns 1993 die Inspiration zu einer internen Bestandsaufrrahme der Wegekreuze von Kripp.
Die nachfolgenden Kreuze und ein kleiner Hausaltar sind in Kripp noch erhalten und werden hier auf den Unterseiten beschrieben.    

Hagelkreuz        Balthasar Kreuz      Unfallkreuz Rheinufer      Gedenkkreuz Ahrtal     Holzkreuz Sandweg   Holzkreuz Mittelstraße 

Missionskreuz       Friedhofskreuze      Hausaltärchen      Hochwassernotkapelle