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Katholische Jungfrauencongregation Kripp a./Rhein (KJC)

Der heute nicht mehr existente kirchliche Verein der „Jungfrauen-Congregation-Kripp a./Rhein“ wurde 1906 durch Kaplan Josef von Mehring unter dem Titel

Maria Verkündigung

als ein umsichtig organisiertes Gemeinwesen mit ausgeprägter Geschäftigkeit ins Leben gerufen.

Ziel und Zweck des Vereines mit konfessionellem Charakter war die Zusammenkunft aller Kripper Jungfrauen, um diese erzieherisch in Sitte, Anstand und Haushaltsangelegenheiten für die Gründung eines evtl. späteren Familienstandes vorzubereiten.

Dabei sah sich der Verein als Vorreiter für die Vorbereitung aller erzieherischen und familiären Aufgaben, ausgerichtet auf ihre Rolle als spätere Hausfrau und Mutter in grundlegender Hauswirtschaftskunde. Die Jungfrauen wurden in die Grundkenntnisse von Kochen, Backen, Nähen, Stricken, Häkeln, Stopfen vorbildlich eingewiesen wurden. Des weiteren erfolgte die Vermittlung von Grundkenntnissen der Kinder-und Krankenpflege sowie gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
In Gruppenarbeit erfolgte ferner die Unterweisung der Mitglieder in Sport, Spiel, Musik, Theater und Volkstanz. Eine Nähschule und eine Heimsparkasse wurden eingerichtet.
Ein präzis geführtes Protokollbuch gibt Aufschluss über viele Tätigkeiten. Aus diesem Verein entstanden u.a. der Agnesverein, der Herz-Jesu-Verein, ein 1918 mit 31 Mitgliedern gegründeter Gesangverein und 1928 ein Turnverein.
Um christliche Gemeinschaft zu demonstrieren, erlegten sie sich die Pflicht auf, alle 6 Wochen gemeinschaftlich die hl. Sakramente zu empfangen, sowie an kirchlichen Festen wie Maria Lichtmess, Verkündigung, Himmelfahrt und der Unbefleckten Empfängnis gemeinsam am Kirchenbesuch teilzunehmen. Als äußerliches Symbol der Gemeinschaftlichkeit trugen die Jungfrauen bei der Generalkommunion, Prozessionen und Beerdigungen von Mitschwestern eine Medaille an blauen Bändern, wobei die Bänder ab 1927 durch eine blaue silberne Kordel ersetzt wurden. Die Aspirantinnen trugen zu diesen Gelegenheiten eine Agnesmedaille an einer grünen Kordel hängend.
Das Titularfest war alljährlich das Fest „Maria Verkündigung“, das mit einem feierlichen Hochamt mit Opfergang zu begann. Am 1. Stiftungstag der Congregation, dem 8. Dez. 1906, wurde ein feierliches Hochamt durch den Hochwürden Herrn Kaplan Josef von Mehring unter Assistenz der Hochwürden Herrn Rektor Windhausen (St. Anna-Kloster Remagen) und Pater Nazarius (St. Apollinarisberg- Remagen) in der Kirche zelebriert. Nachmittags fand die Aufnahme von 72 Aspirantinnen in die Congregation durch den Hochwürden Herrn Dechanten Karl Müller aus Remagen statt. Die erste gewählte Präfektin dieser Congregation, Frl. Josefine Franzen, Lehrerin zu Kripp ab 1.4.1903, legte wegen Eintritt in das Nonnenwerther Kloster anno 1907 ihr Amt nieder. Präses war der jeweilige zuständige amtierende Ortsgeistliche. Erster Vizepräses war Kaplan Josef von Mehring.
Am 6.3.1910 konnte eine angeschaffte Fahne mit der Inschrift: „Maria, segne Deine Kinder“ geweiht werden. Als Vereinslokal diente der Johannessaal. Näh, Flick-und Kochkurse wurden in dem ehemaligen Schwesternhaus auf dem Batterieweg abgehalten.
Aus den Statuten ist ersichtlich, dass die Jungfrauen stets zur Sittsamkeit und Höflichkeit angehalten wurden.
Infolge andauernder Krankheit des späteren Ortsgeistlichen und Präses Brückert sowie der Abberufung von Schwestern hatten sich einige Missstände bei den Jungfrauen eingeschlichen, die in einer dringend einberufenen Mitgliederversammlung mit folgenden Ermahnung gerügt wurden. „...die Mitglieder der Congregation sollen stets ehrbar gekleidet sein; und besonders an der Kommunionbank nicht mit ausgeschnittenen, durchsichtigen Kleidern erscheinen, um nicht Gefahr zu laufen, bei der Austeilung der hl. Kommunion übergangen zu werden, oder den ausspendenden Priester in Verlegenheit zu bringen“.

(Quelle: Niederschrift der Mitgliederversammlung am 9.7.1925 , TOP 3, Chronik der Jungfrauenkongregation Kripp 1906-1933, Kath. Pfarrarchiv Kripp)

Präfektinnen:
1906 Josefine Frantzen (Lehrerin) schied 1907 aus wegen Eintritt in den Orden
1917 Frl. Sybille Syberz
1920 Frl. Kath. Breuer (vom Rhein)
1922 Frl. Anna Schittko
1925 Frl. Elisabeth Dahm
1927 Kath. Weiler (Lehrerin)
1933 Elisabeth Linden
1933-38 Maria Syberz (ernannt)
8 Jahre Ruhezeit (NS- Zeit)
1946 Kath. Breuer
1948 Neugründung (hier endet das Buch) letzter Eintrag 8.12.1948 mit K. Breuer.
Quelle: Chronik der JFC 1933-46



Tätigkeitennachweis-Congregationsschwestern in Kripp

Chronik der KJC ab 1906

1915 Johannessaal ein Harmonium vorhanden (S.59)
1918 Exerzitien, Küster 15 Mark, Balgtreter 5 Mark extra
1918 Muttergottes- und Herz-Jesu-Statue angeschafft. (S. 93)
1918 26. Juni, Gesangverein gebildet, 31 MG, Proben jeden Mittwoch um ½ 9 Uhr
(S. 95)
1918 am Weihnachtstag sang der Gesangverein der Congregation...(S.99)
1919 gemischter Chor gegründet -- 16 Mädchen sangen zum 1.Male das feierliche Hochamt bei Maria Lichtmess. (S. 99, 100)
1919 17. Juni. Namenstagsständchen für den Pastor vom Kirchenchor (Gemischter Chor) gebracht (S.103)
1920 12.9. Schw. Elenteria in die Congregation eingeweiht.
1920 bis 1922 mehrmals Versuche gestartete, die Paramentenarbeit wieder aufleben zu lassen.
1920 Theateraufführung für die Hochwassergeschädigten veranlasst, Erlös 507,82 Mark (S.106)
1920 13.7. Beschluss, für die C. neue leichtere Fahne zu beschaffen, Schwester hört man erstmals 1921 von Verwahrschulkindern (Kindergarten)
1921 Auftritt des gemischten Chors (Kirchenchor?) (S.124)
1921 Theateraufführung mit dem Jugendverein, Erlös: 1500 Mark für Glocken
1922 Zur Glockeneinweihung, Basar eingerichtet, wo Handarbeiten amerikanisch versteigert wurden. Erlös 1.000 DM
1922 12.11. Mitgliedschaft im Diözesan-Verband
1923 28.05. Es soll aus den Mitgliedern ein Gesangverein gegründet werden. Versammlungen bisher im Johannessaal und im Schwesternhaus, ab 1924 werden Räume der Villa Hettlage (heute Geschäftshaus der Fa.Vito-Irmen, Mittelstr.74) zum Vereinslokal bestimmt.
1923 Mädchenchor der J.C. singt am Grabe...
1924 Schwester Friedberta
1925 Aloysiusstatue gekauft, Vereinigung Katholischer Jünglinge und Jungfrauen J: M:= Herz-Jesu-Verein, Agnes-Verein, K. J. C.
1926 neue Schwester Jemma
1927 2 neue Schwestern für Kripp.
1928 Errichtung eines Turnvereines unter Leitung von Frl. Weiler
1929 Gemischter Chor = Kirchenchor (S.175) Stempel des K:J:V: umrandet im Rechteck von 10 x15 mm: (K:J:V. oben, darunter Kripp =vermutlich Kath. Jugendverein Kripp. (Quelle= Blatteinlage des Contobuches der vereinigten Jugendsparkasse zu Kripp 1910-1921)
1934 3 neue Schwestern, 1935 Eleonora weg, neue Schwester Theoflora
1936 Bannerweihe.

 
Willy Weis & Hildegard Funk, Kripp






























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