Umsiedlungsaktion 1938 ©

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Einen unerwarteten Bevölkerungsanstieg von 59 Personen verzeichnete man in Kripp 1938 nach einem Exodus infolge einer staatlich angeordneten Umsiedlungsaktion.
Wegen der Einrichtung eines Luftwaffenübungsplatzes im Bereich der Eifelregion Ahrbrück waren aus 12 umliegenden Orten insgesamt 2.200 Personen aus 400 Familien im Auftrag Hermann Göring´s vom 27.11.1937 als damaliger Reichsminister für Luftfahrt, durch die Reichsumsiedlungsgesellschaft m.b.h. Berlin (RUGes) und dem Reichsfiskus (Luftfahrt) des Großdeutschen Reiches aus militärischen Gründen umzusiedeln.

Das Schicksal nahm nun seinen Lauf. Innerhalb weniger Monate wurden schweren Herzens über Generationen gewachsene Dorfgemeinschaften mit ihren alten Traditionen aufgelöst. Über ein Drittel der Aussiedler konnten innerhalb des Kreises Ahrweiler und Mayen umgesiedelt werden.
So auch die nachfolgenden 11 Familien aus dem Kesselinger-und Denntal, die sich nach einer angemessenen Entschädigung in Kripp niederließen.


Namentlich waren dies aus den Orten:

Denn: (Räumungstermin bis zum 1. März 1938)
Joseph Meurer und Luzia, geb. Barz mit den Kindern Joseph, Hilde und Helene; zur Mittelstraße

Weidenbach: (Räumungtermin bis 1. Juli 1938)
Peter Lenz und Josefine, geb. Parsch mit den Kindern Johann und Hubert; zur Rheinstraße,
des Weiteren Ww. Peter Mezen mit den Kindern Johann, Maria und Katharina zur Mittelstraße,
sowie Johann Parsch und Maria, geb.Mezen, mit den Kindern Katharina, Anna, Maria, Christina und Antonius zur Mittelstraße

Herschbach: (Räumungstermin bis 1. Juli 1938)
Jakob Hüppen und Margareta mit den Kindern Wilhelm und Jakob; zur Rheinstraße. (Kötschepittes)
Ww.Katharina Molitor mit den Kindern Johann und Therese zur Hauptstraße.
Theisen, Johann und Franziska mit dem Kind Maria, zur Hauptstraße.
sowie Hubert und Annemarie Kreuer mit dem Sohn Johann, zur Hauptstraße.

Oberheckenbach: (Räumungstermin bis 1. November 1938)
Familie Jakob Schmitz und Christina mit den Kindern Alois, Irene- Maria, Karl, Hermann- Josef, Erich; zur Mittelstraße (Schwiegervater des Herrn Thiebes)

Fronrath: (Räumungstermin bis 1. Juli 1938)
Josef Gäb und Maria mit den Kindern Johann, Richard und Hildegard, zur Voßstraße.
Johann Kaspari und Elisabeth mit den Kindern Kunibert und Angela, zur Mittelstraße.
Konrad Klapperich und Angela, mit den Kindern Hermann- Josef, Maria- Ottilie, Anna- Cäcilie und Stefan, zur Mittelstraße.

Staffel (Mühle)
Seifert, Peter und Maria mit Sohn Anton, zum Batterieweg
Elisabeth Müller, Batterieweg 


Alle Familien haben sich in ihrer neuen Wahlheimat Kripp gut eingelebt und viele Ihrer Nachkommen wohnen heute noch hier.


Quellen:
1) "Eifelland", K.E.Plachner, S. 279 ff, Kollbach- Verlag, 1940 Remagen.
2) „Der Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück – vor 60 Jahren begann die Räumung von12 Dörfern“ in Heimatjahrbuch Kreis
Ahrweiler 1997, S. 123, von Rudolf Leisen
3) mündliche Angaben Herrn Seifert, Kripp, Batterieweg 78
4) mündliche Angaben des Zeitzeugen Richard Jäb, Kripp +
5) Bildnachweis: Slg. Rudolf Leisen wie Nr.2