Giftalarm

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lnfolge der modernen Nachrichtentechnik bediente man sich schon vor der Jahrhundertwende der Eilbedürftigkeit wegen des Telegraphen. Hierdurch wurde der Remagener Bürgermeister Beinhauer von der drohenden Katastrophenlage mit Hilfe der modernen Kommunikationstechnik in Kenntnis gesetzt und zur Gefahrenabwehr um weitere sofortige Präventivmaßnahmen gebeten.
Gemäß schriftlicher Verfügung des Remagener Stadtbürgermeisters Beinhausen vom 20.11.1877 an den Gemeindevorsteher Rick zu Kripp wurde dieser verpflichtet, zur "Abwendung von Gefahr für Menschen und Thieren " infolge des zwischen Mülhofen und Bendorf im Rhein gesunkenen mit 700 Zentnern Arsenik beladenen Dampfschiffes, alle Brunnen in Kripp, welche durch ihre Lage vom Rheinstrom gespeist werden, bis auf weiteres sofort unter polizeilichen Verschluss zu legen.
Ferner den Verkauf "aller frischen Fische von der Hand " zu untersagen und die "zum Verkauf angebotenen Fische zu confiszieren". Über etwaige Erkrankungen durch Vergiftung infolge dieses Unfalles war sofort Anzeige zu erstatten. 1)

Hier das Telegramm von 1877 2)




Die sofortige Erledigung einer ,,0rtsüblichen Bekanntmachung“ in Kripp wurde dem Remagener Bürgermeister durch den hiesigen Bezirks- Vorsteher Rick am 21 .Nov.1877 durch Unterschrift attestiert.
1) Landeshauptarchiv Koblenz, Bestznd 635/395, (Polizei -Verordnungen und Bekanntmachungen)
2) Telegramm :August Wingen, Bad Bodendorf+ , (Kopie Sammlg. Weis/ Funk Kripp)